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Schleswig-Holstein

 
Einsatzgruppenversorger Frankfurt an seinem Liegeplatz am Marinestützpunkt Kiel (Fotos: Dav/NL)  
   
 
Interessante Ein- und Ausblicke:
Hauptgeschäftsführerin Dr.
Cordelia Andreßen
 
Seit Jahren ist die Leitung des Sanitätskommandos zunächst durch den ersten Leiter nach der Umstrukturierung des Sanitätswesens, Admiralarzt Dr. Karsten Ocker, später dann seinen Nachfolger, Generalarzt Dr. Arno Roßlau, bzw. deren jeweiligen Vertreter, zu den Kammerversammlungen der Ärztekammer Schleswig-Holstein regelmäßig vertreten. Dr. Karsten Ocker ist mittlerweile zum Inspekteur der vierten Teilstreitkraft auf der legendären Hardthöhe in Bonn avanciert, im Herzen und mit ständiger Wohnung in Kiel, aber immer noch Schleswig-Holsteiner.
Schon im letzten Jahr hatte Dr. Arno Roßlau die Kolleginnen und Kollegen der Kammerversammlung herzlich eingeladen, einmal auch in seinem „Kommandobereich“ Gast zu sein.

In der konkreten Umsetzung bedeutete dies nun, dass die einmal jährlich stattfindende gemeinsame Sitzung des Vorstandes der Ärztekammer mit den Vorsitzenden der Berufsverbände Schleswig-Holsteins auf dem Gelände der Marine stattfand. Aus Kammerversammlung, Kreisausschüssen und Berufsverbänden sowie dem Vorstand der Ärztekammer waren 39 Kolleginnen und Kollegen der Einladung gefolgt. Herausragendes Ereignis dieses Tages war - unabhängig von konzentrierter Sitzungsarbeit - die Besichtigung des Einsatzgruppenversorgers „Frankfurt“. Dieses, wie auch das Schwesterschiff, die „Berlin“, haben den Auftrag, wie der Name sagt, der meeresseitigen Versorgung einer größeren militärischen Schiffs-Einsatzgruppe. Für die Kollegenschaft aber von besonderem Interesse war die Aufnahme- bzw. Versorgungseinrichtung für das Marine-Einsatz-Rettungszentrum, das 45 Patienten einschließlich eventueller eigener Besatzungsmitglieder stationär behandeln kann.
Beeindruckend waren die räumlichen Ausmaße dieses Schiffes. Um es sich vorstellen zu können seien folgende Eckpunkte genannt.

Länge über alles: 173,7 Meter; Breite über alles: 24 Meter; Höhe gesamt: 40 Meter; Tiefgang: 7,7 Meter.

Zur Stammbesatzung gehören 149 Soldaten. Darüber hinaus stehen für den Sanitätsdienst 53, für die Hubschrauber 28 Soldaten zur Verfügung.

Intensivstation: Stabsärztin Dr. Heike Berlinghof erläuterte die Ausstattung Gastgeschenk: überreicht von Kammerpräsident Dr. Franz-Joseph
Bartmann an Generalarzt Dr. Roßlein
Im Hubschrauberhangar, einer entsprechend imposanten Fläche, führte der Kommandant des Schiffes, Fregattenkapitän Thomas Fischer, in die Funktionsweise und das Einsatzgeschehen ein. Admiralarzt Dr. Christoph Büttner vom Flotten-Einsatzkommando sekundierte mit Beiträgen zum medizinisch versorgerischen Auftrag.

Ungeheuer beeindruckt waren die Kolleginnen und Kollegen von der Sanitätsstation, die einerseits aus einer großen Ambulanz sowie den dazugehörigen Funktionsbereichen wie Labor und Sterilisation besteht, andererseits aus einer hoch effizient eingerichteten Krankenstation inklusive vier Intensivbetten. Der gesamte medizinische Bereich ist im Containersystem zusammengesetzt. Auf engstem Raum, nach einem ausgeklügelten ergonomischen System, finden sich alle nur erdenklichen Vorhaltungen, die in einem „normalen“ Krankenhaus auch vorhanden sind. Mit kundigen Erläuterungen führten ärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Räumlichkeiten und gaben geduldig Auskunft. Selbst erklärte Pazifisten bei unseren Teilnehmern zeigten sich beeindruckt von der Organisation dieser Sanitätseinheit.

 
Beeindruckt von den Dimensionen: Mitglieder der Kammersammlung und der Kreisausschüsse  
Die Ärztekammer Schleswig-Holstein und das Sanitätskommando Schleswig-Holstein gehen seit Jahren mit großer Offenheit aufeinander zu. Dem jetzigen Vorstand der Ärztekammer geht es besonders darum, die Tatsache in den Mittelpunkt zu stellen, dass das Sanitätswesen der Bundeswehr und die dort tätigen Kolleginnen und Kollegen häufig gar nicht ausreichend wahrgenommen werden, obgleich gerade auch in Schleswig-Holstein, dieser Bereich eine wichtige medizinische Größe darstellt. Insofern sucht die Kammer bewusst die Nähe und den Erfahrungsaustausch.

Auch in der Diskussion im Hinblick auf die Weiterbildung der Ärztinnen und Ärzte im Sanitätsdienst zeigte sich, dass von beiden Seiten besonders auf eine hoch stehende Qualifikation Wert gelegt wird, dass jedoch auch die Besonderheiten der ärztlichen Tätigkeiten bei der Bundeswehr Berücksichtigung finden, damit eine angemessene Anrechnung auf die Weiterbildung stattfinden kann. Eine kontinuierliche Fortführung des Austausches über anstehende Fragen in diesem Bereich, aber auch im Fortbildungsbereich, wurde unter den Verantwortlichen von Seiten der Bundeswehr und der Ärztekammer fest verabredet.

Dr. Cordelia Andreßen, Hauptgeschäftsführerin, Ärztekammer Schleswig-Holstein, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 06/2005

S. 40/41