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Schleswig-Holstein
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| Verband
der freien Berufe Jahresempfang in Kiel Die Bedeutung der freien Berufe nimmt auch in Schleswig-Holstein zu. Auf dem Jahresempfang des Landesverbandes der Freien Berufe am 28. April in Kiel würdigte Landtagsvizepräsidentin Ingrid Franzen ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Rolle. Ärzte sind in der Ärztekammer, in der Kassenärztlichen Vereinigung und oft in Berufsverbänden oder Parallelverbünden organisiert. Was viele von ihnen nicht wissen: Institutionen wie etwa die Ärztekammer arbeiten u. a. im Verband der Freien Berufe mit anderen Professionen zusammen. Denn zu den freien Berufen zählen nicht nur Ärzte und Zahnärzte, sondern auch Anwälte, Dolmetscher, Architekten, Ingenieure, Lotsen, Wirtschaftsprüfer oder Kulturschaffende - rund 25 000 allein zwischen Nord- und Ostsee, die zum Teil trotz unterschiedlicher Tätigkeiten gleiche politische Ziele verfolgen.
Denn Landtagsvizepräsidentin Ingrid Franzen machte deutlich, dass die Verdienste der Freiberufler und ihrer Institutionen auch in der Politik wahrgenommen werden. Professionalität, strenge Selbstkontrolle, Qualitätssicherung, Eigenverantwortlichkeit und Verpflichtung gegenüber dem Allgemeinwohl bescheinigte die SPD-Politikerin den freien Berufen. Ihnen gebührt eine hohe gesellschaftliche Anerkennung, sagte Franzen. Zugleich erinnerte sie an immer größer werdende Bedeutung der freien Berufe für die Wirtschaft. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Freiberufler verdoppelt, jeder fünfte Selbstständige ist heute freiberuflich tätig. Die freien Berufe beschäftigen heute in Deutschland 3,8 Millionen Menschen, darunter fast 160 000 Auszubildende. Gerade Ihr Engagement in der Ausbildung junger Menschen ist angesichts bedrückend hoher Jugendarbeitslosigkeit und vielerorts mangelnder Ausbildungsplätze vorbildlich, sagte Franzen. Sie mahnte aber auch, die Bedürfnisse der Verbraucher durch Mindeststandards zu berücksichtigen. Wie soll der Klient, der Mandant oder Patient beurteilen, ob die von ihm benötigten Leistungen im angemessenen Umfang erbracht wurden? Eine Rechtsberatung oder eine Arztbehandlung lasse sich nicht umtauschen. Zugleich sprach sie sich für eine Daseinsvorsorge trotz Wettbewerbs und Deregulierung aus: Denn wer war noch nicht mit nächtlich quälenden Schmerzen dankbar für die geöffnete Not-Apotheke oder den ärztlichen Notdienst? Damit solche Interessen der freien Berufe auch in Brüssel gehört werden, will der Verband seine Präsenz dort ausbauen. Bundesvize Prof. Dr. jur. Wolfgang Ewert blickte in Kiel auf ein verbandspolitisch erfolgreiches Jahr 2004 zurück. Ewert erinnerte an die abgewehrte Gewerbesteuer für Freiberufler oder die verhinderte Ausbildungsplatzabgabe - beide Instrumente hätten auch Arztpraxen stark belastet. (di) |
Schleswig-Holsteinisches
S. 34/35 |
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