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Schleswig-Holstein
Krebsregister Schleswig-Holstein
Große Fortschritte

Wie nunmehr schon fast eine Tradition, fand die Mitgliederversammlung des Instituts für Krebsepidemiologie auch in diesem Jahr wieder Ende April in der Aus- und Weiterbildungsstätte der Ärztekammer statt. Das Institut für Krebsepidemiologie e. V. ist als Registerstelle zusammen mit der bei der Ärztekammer angesiedelten Vertrauensstelle und der Landesregisterbehörde des Sozialminsteriums das Krebsregister Schleswig-Holstein. Entstanden sind alle drei Einrichtungen durch das Krebsregistergesetz Schleswig-Holstein aus dem Jahre 1997. Zweck des Vereins ist es, die Aufgaben der Registerstelle nach dem Krebsregistergesetz des Landes Schleswig-Holstein (LKRG) durchzuführen und Forschung auf dem Gebiet der Krebsepidemiologie zu betreiben. Der Verein arbeitet mit dem Institut für Sozialmedizin der Universität Lübeck zusammen.

 
Dr. Carmen Bartel
(Fotos: SH)
PD Dr. Alexander Katalinic Karl-Erich Petersen
Zu Beginn ein Abschied: Einer der Väter des schleswig-holsteinischen Krebsregisters, unermüdlicher Promoter, hochsachverständiger Organisator und Verantwortlicher für die bisherigen Gesetzesentwürfe, zusätzlich auch noch Kenner der Landesverwaltung mit ihren für den Außenstehenden nicht immer leicht zu erkennenden verschlungenen Wegen, Karl-Erich Petersen, geht in den Ruhestand. Vorsitzender Dr. Michael Hamschmidt bedankte sich bei Petersen für seinen unermüdlichen Einsatz, seine Ratschläge und Hilfe. Gratuliert wurde anschließend auch Dr. Alexander Katalinic: Er hat sich Ende letzten Jahres habilitiert und ist mit Beginn des Jahres Direktor der Registerstelle geworden, tritt damit in dieser Funktion die Nachfolge des bisherigen Direktors, Prof. Dr. Dr. Heiner Raspe, an, der dem Institut im wissenschaftlichen Beirat erhalten bleibt.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen wurde das Krebsregister Schleswig-Holstein in zwei Teile gegliedert. Die Vertrauensstelle des Krebsregisters ist bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein angesiedelt. Die Registerstelle hat ihren Sitz beim Institut für Sozialmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck.

In der Vertrauensstelle gehen die Meldungen ein und werden dort bearbeitet. Langfristig wird in der Vertrauensstelle aus Datenschutzgründen nur der personenbezogene Teil einer Meldung gespeichert. Nur der tumorbezogene Teil wird in monatlichen Abständen an die Registerstelle übermittelt und anschließend in der Vertrauensstelle gelöscht. Die Registerstelle wertet die tumorbezogenen Daten statistisch epidemiologisch aus.
Katalinic stellte - wie bei Mitgliederversammlungen üblich - den Geschäftsbericht der Registerstelle vor. Die Ergebnisse des Modellprojektes QuaMaDi Brustkrebs sind sehr positiv. Im Jahr 2004 wurden ca. etwa ein Drittel der infrage kommenden Frauen mammographiert. Das Projekt soll nun auf ganz Schleswig-Holstein ausgedehnt werden. Für den Herbst ist vorgesehen, Ergebnisse der Studie vorzustellen.

In zwei Vorträgen von Dr. Katalinic und Dr. Carmen Bartel zum aktuellen Stand der Krebsregistrierung wurde eine Übersicht über die Entwicklung seit Januar 1997 gegeben. Ca.
300 000 Meldungen sind bisher eingegangen. Sie stammen aus Kliniken, Praxen (ca. 167 000), von den Pathologen (ca. 82 000), und aus ca. 48 500 Todesbescheinigungen. Patienten wurden insgesamt 143 605 mit 185 811 Tumoren gemeldet. Beim Modellprojekt Brustkrebs konnte eine Steigerung der Inzidenz um zehn Prozent verzeichnet werden. Am Modellprojekt Hautkrebs beteiligten sich landesweit insgesamt ca. 400 000 Patienten. Problematisch ist nach wie vor die Erfassung von Tumoren im Randgebiet um Hamburg. Hier soll versucht werden, die Ärzte noch mehr zu motivieren.

Das Krebsregister Schleswig-Holstein kann auf eine erfolgreiche Aufbauarbeit zurückblicken, an der neben der Entschiedenheit des Gesetzgebers und dem festen Willen der Landesregierung, die mittlerweile gute Meldebereitschaft der schleswig-holsteinischen Ärztinnen und Ärzte, das Engagement der Verantwortlichen, hier nicht zuletzt auch neben dem schon erwähnten Karl-Erich Petersen, der als Direktor der Registerstelle ausgeschiedene Heiner Raspe und ganz besonders auch die ehemalige Sozialministerin Heide Moser zu nennen sind. (SH)


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 06/2005

S. 32/33