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Schleswig-Holstein
Hartmannbund Schleswig-Holstein
Thomas, Seusing und Stüber bestätigt

Bernd Thomas, Matthias Seusing und Dr. Jörg Stüber heißt auch künftig das Führungstrio des Hartmannbundes in Schleswig-Holstein. Auf der Landesdelegiertenkonferenz wurden die drei Vorsitzenden erneut gewählt. Formal war es ein Führungswechsel: Seusing hatte kürzlich für den zwischenzeitlich zurückgetretenen Thomas das Amt des ersten Vorsitzenden übernommen.

Die gemeinsame Landesdelegiertenkonferenz mit den Kollegen aus Mecklenburg-Vorpommern hatte am 30. April in Schwerin aber andere Probleme als die Besetzung der Vorstandsposten auf Landesebene - die verlief auch für Mecklenburg-Vorpommern mit der Wiederwahl des Schweriner Allgemeinmediziners Dr. Dierk von Appen wie erwartet.

 
Dr. Dierk von Appen
(Fotos: di)
Bernd Thomas Matthias Seusing
Deutlich wurde aber, dass vielen niedergelassenen Ärzten die neuen Versorgungsformen Kopfzerbrechen bereiten. Bernd Sträßer, Abteilungsleiter in der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV), nannte den Grund: Vor allem Kliniken und ambulante Operateure profitieren von der Anschubfinanzierung, die überwiegende Zahl der niedergelassenen Ärzte aber bleibt bei der Integrationsversorgung außen vor. Von den 25 Integrationsverträgen, die bis zur Versammlung im Nachbarland vorlagen, waren zwölf für ambulante Operationen und sechs für Knie- und Hüftendoprothetik geschlossen worden. Auch bei den übrigen Vereinbarungen war eine Einbindung von Hausärzten nicht zu erkennen. Einzige Ausnahme war der umstrittene Hausarztvertrag von Barmer Ersatzkasse und Hausärzteverband. Besonders die Techniker Krankenkasse (TK, zehn Verträge) und die Hanseatische Krankenkasse (HEK, sechs Verträge) tun sich bei der integrierten Versorgung hervor. Das Kürzungsvolumen aus den bestehenden Verträgen beläuft sich nach Auskunft Sträßers auf rund 1,5 Millionen Euro für Mecklenburg-Vorpommern. Sträßer erwartet aber, dass Krankenkassen wie die TK ihre Bemühungen noch ausweiten werden. Und: Mit einem Auslaufen der zunächst bis 2006 befristeten Anschubfinanzierung rechnet er nicht: „Ich bin sicher, die Anschubfinanzierung wird bis 2009 verlängert.“ Entsprechende Forderungen von Politikern wie etwa Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Marianne Linke stehen bereits im Raum.

Thema am Rande der Gespräche in Schwerin war auch der niedrige Mindestpunktwert von 1,5 Cent in Mecklenburg-Vorpommern. Von Appen hat daraus einen Stundenlohn von 1,89 Euro für die Ärzte in seinem Bundesland hochgerechnet. Er hat in einem Brief an die Landesgesundheitsministerin appelliert, den Beschluss des Schiedsamtes zu kassieren und neu festzusetzen.

Der bundesweit niedrigste Mindestpunktwert zerstört nach seiner Ansicht jede Kalkulationssicherheit für die Praxen im Nordosten. Die Ärzteproteste wurden erhört - kurz vor Redaktionsschluss forderte Linke das Schiedsamt auf, sich erneut mit dem Thema zu beschäftigen.
Die Ärzte im Hartmannbund beschränkten sich aber nicht auf Kritik. Thomas appellierte an seine Kollegen, die eigenen Möglichkeiten etwa bei Einschreibungen für die Chronikerprogramme auszuschöpfen und dabei das Verhalten der Krankenkassen stärker zu berücksichtigen. „Wir können die Mittelverteilung beeinflussen und schlechte Kassen bei der Einschreibung bestrafen“, sagte Thomas. (di)


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 06/2005

S. 31