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Schleswig-Holstein

Porträt:
Dr. Doris Hartwig-Bade
Heinz-Peter Sonntag

 
Dr. Doris Hartwig-Bade (Foto: hps)  

Die Hochzeitsanzeige erreichte uns 1986 aus der Karibik: Unsere junge Lübecker Fachkollegin Doris Hartwig hatte in der Ferne geheiratet. Sie war zwei Jahre zuvor nach Lübeck gekommen und hatte den dortigen Kreis der HNO-Kollegen durch ihr aktives, humorvolles und temperamentvolles Wesen aufgemischt.

Mit einem kleinen Umweg über Wetzlar war sie nach Lübeck gekommen. Geboren und aufgewachsen in Hanau, wo sie auch ihr Abitur machte und Gast - wie sie betont - auf einem „Lyceum“, einer reinen Mädchenschule, war. Doris Hartwig-Bade absolvierte ihr vorklinisches Studium in Frankfurt am Main und ihr klinisches Studium dann in Gießen. Hier machte sie auch ihre Facharztausbildung bei Prof. Fleischer. Ihre Promotion schloss sie erst in Lübeck in der Humangenetik ab.

Aufgrund ihres Temperaments und ihres Engagements war es schier selbstverständlich, dass sie in die Standespolitik kam. So wurde Doris Hartwig-Bade in den Vorstand des Ärztinnenbundes gewählt, dessen Vorsitzende sie bald war. Sie nahm an allen Abgeordnetensitzungen der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein ebenso teil wie an den Kammerversammlungen der Ärztekammer Schleswig-Holstein. 1997 wurde sie in die Kammerversammlung und gleichzeitig in den Vorstand der Ärztekammer gewählt. Jetzt sitzt die Kollegin im Fi-
nanzausschuss der Kammer und im Vorstand des Facharztausschusses der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und dem Vorstand des Fördervereins der Akademie. Sie ist auch Mitglied des KV-Beirates der Hansestadt und resümiert, dass besonders jetzt in der Wahlzeit das Interesse der Kollegen sehr mau ist.

Nach einer Zeit als Bezirksvorsitzende des Berufsverbandes der HNO-Ärzte in Lübeck, wurde sie Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein und zweite Vorsitzende des Bundesverbandes.

Enttäuscht ist Dr. Hartwig-Bade von der „Politisierung“ der Vorstände insbesondere in den KVen und durch die „Verbeamtung“ der KV-Vorstände. So werden die Vorschriften fern der Basis geregelt. Was die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde betrifft, so wird man es eines Tages nur noch in Kliniken und Zentren finden. Mag sein, dass es die Praxis vor Ort eines Tages nicht mehr geben wird.

Von all dem Stress erholt sich Dr. Hartwig-Bade durch Reisen. Ihr bevorzugtes Land ist Italien. Im Frühjahr war sie allerdings in Südafrika, und es kann gut sein, dass sie jetzt in Nambia weilt.

Dr. Heinz-Peter Sonntag, Niobestr. 9, 23570 Lübeck-Travemünde


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 06/2005

S. 27