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Förderkreis Qualitätssicherung
Neue Balkone an marode Häuser?
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Moderator
Ulrich Horaczek (li.) führte durch die Podiumsdiskussion. Oben
(v. l. n. r.): Dr. Peter Froese, Dr. Ralph Ennenbach, Dr. Klaus Bittmann,
Rudolf Facklam, Dieter Herzig, Paul-Gerhard Haas, Dr. Franz-Joseph
Bartmann (Fotos: SH) |
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Ärzte, Politiker,
Krankenkassenvertreter und Pharmarepräsentanten haben nicht häufig
Gelegenheit, offen miteinander zu reden. Der Förderkreis Qualitätssicherung
in Schleswig-Holstein ermöglicht solche offenen Aussprachen, ohne
dass übersteigerte Erwartungen geknüpft und konkrete Verhandlungsergebnisse
präsentiert werden müssen. Das jüngste Treffen fand am
28. Februar im Hörsaal der Ärztekammer in Bad Segeberg statt.
Informelle Sommertreffen, Symposien nach Vorbild des Teltower Kreises
- für Schleswig-Holsteins Ärztekammer-Präsident Dr. Franz-Joseph
Bartmann gibt es noch viele Betätigungsfelder für den Förderkreis
Qualitätssicherung. Der Anfang der 90er Jahre gegründete Kreis
(von Kammer, KV und Pharmafirmen) will sich für seine Diskussionsrunden
auch anderen Akteuren aus dem Gesundheitswesen öffnen. An Themen
mangelt es den Mitgliedern und Gästen dieser Runde nicht. In Bad
Segeberg standen im Februar die Möglichkeiten, die die neuen Vertragsformen
bieten, im Mittelpunkt einer von Ulrich Horaczek von der Bayer Vital GmbH
geleiteten Podiumsdiskussion. Deutlich wurde bei den Ärzten in der
Runde - Dr. Klaus Bittmann als Vorsitzender der Kassenärztlichen
Vereinigung und Bartmann als Präsident der Ärztekammer - dass
sie neben den Chancen auch große Risiken sehen. Bemüht wurde
immer wieder das Bild eines maroden Hauses, an das neue Balkone angebaut
werden - als Vergleich zu einer mit großen Problemen kämpfenden
Grund- und Regelversorgung, bei der jetzt plötzlich großes
Gewicht auf Integrationsverträge und Chronikerprogramme gelegt wird,
ohne die grundlegenden Probleme an der Substanz anzupacken. Bittmann befüchtet,
dass für Patienten, die nicht über die Kategorien Chronikerprogramme
und Integrationsversorgung betreut werden, künftig zu wenig Mittel
zur Verfügung gestellt werden. Wir müssen uns Gedanken
um die machen, die für dieses System nicht interessant sind,
forderte Bittmann. Dr. Peter Froese, Vorsitzender des Apothekerverbandes
im Norden, betonte eher die Chancen der neuen Kooperationsmöglichkeiten.
Durch die Schnittstellen auch zwischen Ärzten und Apothekern sieht
er zum Beispiel eine Möglichkeit, bürokratische Hemmnisse abzubauen.
Froese räumte aber ein, dass die Situation im überschaubaren
Schleswig-Holstein nicht mit der in anderen Bundesländern vergleichbar
sei - eine Kooperation zwischen verschiedenen Heilberufen sei dort wesentlich
schwieriger.
Welche Probleme trotz der Kooperation noch immer bestehen, machte ein
Workshop am zweiten Veranstaltungstag deutlich. So wurde etwa betont,
dass Kostenverlagerungen etwa im Arzneimittelbereich von einem Sektor
zum anderen sich nur schwer erfassen lassen. Über Einsparpotenziale
durch den Einsatz von Generika wurde in einem weiteren Workshop diskutiert.
Auch am Vortag wurde dem Thema Arzneimittelversorgung breiter Raum eingeräumt.
Dr. Marion Packenius von der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein
hatte den rund 35 Teilnehmern einen Überblick über den status
quo der Arzneimittelverträge und über Neuerungen gegeben. (di)
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 04/2005
S. 19
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