zurück zur Rubrikensuche
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Nachrichten in Kürze

Privatliquidation unter Kollegen und Kolleginnen

Aus gegebenem Anlass möchten wir darauf hinweisen, dass die Empfehlung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, unter Kollegen und Kolleginnen nur den einfachen Gebührensatz der GOÄ in Rechnung zu stellen, nach wie vor besteht. Zusätzlich können Sachkosten als Auslagenersatz nach § 10 GOÄ abgerechnet werden. (ts)


Erster UK S-H Geschäftsbericht

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H) hat seinen ersten Geschäftsbericht (2003) nach der Fusion vom 1. Januar 2003 vorgelegt. Nach der Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und dem Bericht der Landesregierung vom 30. November 2004 an den Landtag (Drucksache 15/3839) liegt der Bericht nun auch in Druckfassung mit 35 Seiten vor.

Der Bericht des Vorstandes (Vorsitzender Prof. Dr. Bernd Kremer) weist auf die Anstrengungen beim Fusionsprozess hin und vermeldet erste Erfolge bei Rationalisierung und Fusionierung. Der größte Erfolg ist zweifellos der nur 15,1 Millionen Euro große Jahresfehlbetrag (nach Steuern), den Prof. Kremer im Interview mit dem SHÄ (3/2004, S. 34 ff.) ohne Gegensteuern noch bei 28 Millionen Euro befürchtet hatte.

Einige Zahlen: Das UK S-H ist mit fast 2 500 Betten und knapp 10 000 Mitarbeitern in 51 Kliniken und 26 Instituten das zweitgrößte Universitätsklinikum in Deutschland nach der Charité in Berlin. In 2003 wurden über 110 000 stationäre und teilstationäre Fälle und über 240 000 ambulante Fälle behandelt. Der Nutzungsgrad der aufgestellten Betten lag bei 85 Prozent. Die Erlöse aus allgemeinen Krankenhausleistungen stiegen auf 375,8 Millionen Euro, die betrieblichen Gesamterträge auf 598 Millionen und die Investitionszuschüsse auf 53 Millionen Euro. (hk)


Kostenfreiheit bei der Gewährung von Heil- und Krankenbehandlung nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG)

Auf Bitten des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein erfolgte im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt 2/2004 auf Seite 10 eine Kurzinformation an die Ärzte, dass Anspruchsberechtigte nach dem BVG keine Praxisgebühr ab 1. Januar 2004 zu entrichten haben.

Die Außenstellen des Landesamtes für soziale Dienste Schleswig-Holstein (LasD) haben übereinstimmend berichtet, dass die Ärzte die 2004 ausgestellten Nachweise zur Kostenfreiheit für 2005 nicht mehr akzeptieren und einen neuen Nachweis verlangen und bis dahin die Praxisgebühr kassieren. Im Gegensatz zu den Kassenpatienten sind die Versorgungsberechtigten nach dem BVG ohne zeitliche Befristung von den Kosten befreit. (LasD)


Wissenschaftspreis für PD Dr. Hirt, Kiel

 
PD Dr. Stephan W. Hirt (li.) und sein Team: Eva Lesser (MTA), Dr. Thomas Pühler, Marion Frahm (MTA), Dipl.-Phys. Markus Ernst, Michael Kaeding (Techniker) (v. l. n. r.) (Foto: UK S-H, Campus Kiel)

Der mit 5 000 Euro dotierte Wissenschaftspreis der Ulrich-Karsten-Stiftung wurde im Rahmen der dies-jährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie an PD Dr. Stephan W. Hirt und sein Team von der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des UK S-H, Campus Kiel, (Direktor: Prof. Dr. Jochen Cremer) verliehen. Dieser Preis wird alljährlich einem Wissenschaftler für hervorragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Herzchirurgie verliehen.

Hirt erhielt die Auszeichnung für seine tierexperi-men-tellen Untersuchungen zu dem Entstehungsmechan-ismus einer chronischen Abstoßung nach Lungen-transplantation.

Dies ist ein besonders gravierendes klinisches Problemfeld, da nach initial erfolgreicher Lungentransplantation immer noch ca. 50 Prozent der Patienten innerhalb der ersten fünf Jahre nach dem Eingriff versterben. Dabei ist die Haupttodesursache die chronische Transplantatabstoßung der Lunge. Das Team um Hirt konnte zeigen, dass bei früher akuter Transplantatabstoßung, die nicht zeitgerecht bzw. ausreichend behandelt wurde, die relevanteste Ursache für ein späteres Transplantatversagen das Fortbestehen eines subklinischen Abstoßungsprozesses ist.

Die Forschergruppe untersucht derzeit in Kooperation mit dem Institut für Immunologie (Direktor: Prof. Dr. Dietrich Kabelitz) die Wirksamkeit neuer immunsuppressiver Substanzen im Hinblick auf die Prävention einer chronischen Transplantatdysfunktion. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)


Kammermitarbeiter bilden sich fort!

Entgegen der Schätzung des Referenten Wolfgang Dahncke (EDV-Abteilungsleiter der Ärztekammer) - er hatte eine Zahl im einstelligen Bereich vermutet - kamen knapp 60 Ärztekammer-Mitarbeiter zur Fortbildungsveranstaltung. An diesem Freitagnachmittag konnte er allen Interessierten die künftige Bedeutung und Einführung der HPC (Health Public Card), der digitalen Signatur und der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) vermitteln.

 

Die Einführung der HPC soll am 01.06.2006 umgesetzt wer-den. Bundesweit soll sie an 270 000 Ärztinnen und Ärzte, 70 000 Zahnärzte(innen) und an 22 000 Apotheken sowie an stationäre Einrichtungen verteilt werden. Dieses Projekt kostet um die 1,3 Milliarden Euro. Grundlage für die Nutzung der HPC sind neue Identifikationsmöglichkeiten für Ärztinnen und Ärzte. Deswegen hatten sich am 28.06.2004 alle Ärztekammern in Deutschland darauf geeinigt, in Zunkunft ihre Mitglie-der mit einem so genannten „elektronischen Arztausweis“ auszu-statten, der an Stelle der bisher üblichen Ausweise treten wird.

 
Wolfgang Dahncke (oben), EDV-Abteilungsleiter, erklärt Mitarbeitern der Ärztekammer Schleswig-Holstein in einer Fortbildungsveran-staltung die elektronische Gesundheitskarte (Fotos: SH)

Obligate Daten, die die eGK beinhalten muss, sind die Versichertendaten, die Nutzung eines E-Rezepts und Nutzung als EU-Krankenversichertenkarte. In Apotheken sollen zunächst Gesundheitsterminals stehen zum Lesen der Karten.

Da viele Abteilungen der Ärztekammer von der Herausgabe der HPC betroffen sind, soll die Mit-arbeiter-Schulung einen möglichst reibungslosen Ablauf der Umstellung ermöglichen. (SH)


Neuer Kammermitarbeiter

 
Rüdiger Bohse e (Foto: SH)

Rüdiger Bohse (40) ist seit dem 01.März neuer Mitarbeiter der Ärztekammer. Er wird im Juli dieses Jahres den Posten von Gerhard Heinrici übernehmen, der altersbedingt aus der Kammer ausscheidet.

Die Personalangelegenheiten der Ärztekammer werden das neue Tätigkeitsgebiet von Rüdiger Bohse sein. Er war vorher an anderer Stelle zehn Jahre im Personal- und Medizinbereich tätig.

Rüdiger Bohse ist verheiratet und hat zwei Kinder. (SH)


Krankenhaus Geesthacht mit neuer Geschäftsführung

Das Kuratorium des Johanniter-Krankenhauses Geesthacht (Vorsitzender Dr. Ralph Kramer) hat mitgeteilt, dass der bisherige Geschäftsführer Thomas Rupp wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Geschäftspolitik im gegenseitigen Einvernehmen ausscheidet. Die „erfolgreich eingeleiteten Kooperationsmaßnahmen“ (SHÄ 3, S. 35 f.) sollen fortgesetzt werden. Die (zunächst) kommissarische Geschäftsführung hat der langjährige Verwaltungs- und Controlling-Leiter Christian Madsen übernommen, der dem Vernehmen nach allseits großes Vertrauen im Hause genießt. (hk)


„Wegweiser Gesundheitsförderung“ in Neuauflage

Der „Wegweiser Gesundheitsförderung“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) liegt als aktualisierte und erweiterte Neuauflage vor. Auf rund 650 Seiten werden ca. 220 überregional tätige Fachinstitutionen vorgestellt, die bundesweit Medien, Fortbildungen und Beratungen zur Gesundheitsvorsorge anbieten. Er dient als Nachschlagewerk für alle in der Gesundheitsförderung und Prävention Tätige (Gesundheitserzieher und -förderer, Gesundheitsberufe, Lehrer, Dozenten, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen).

 

Bei der Auswahl der Institutionen wurden folgende gesundheitsrelevante Themenbereiche besonders berücksichtigt: Aids, Allergien, Arbeit, Behinderte, Bewegung/Sport, Blut- und Plasmaspende, Drogen/ Sucht, Ernährung, Gesundheit der Frau, Gesundheit von Kindern/Jugendlichen, gesundheitliche Chancengleichheit, Herz-Kreislauferkrankungen, Infektionskrankheiten, Krebs, Migration, Organspende, psychische Gesundheit, Rheuma, Selbsthilfe, Sexualaufklärung und Familienplanung, Umwelt, Wohnen, Zahngesundheit.

Das Nachschlagewerk lasst sich vielfältig nutzen, wie die Bezieher der ersten drei Auflagen bestätigen. So ist es hilfreich bei der Beschaffung von Medien und Fachinformationen für die Beratungsarbeit, bei der Vorbereitung von Veranstaltungen, bei der Suche nach Kooperationspartnern für Aktionen und Projekte im Bereich der Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung oder bei der Vermittlung überregionaler Beratungseinrichtungen.

Der „Wegweiser Gesundheitsförderung“ ist zum Preis von 15,70 Euro (zuzüglich Paketporto, Zahlung per Rechnung) unter folgender Adresse zu beziehen: Verlag für Gesundheitsförderung, Uissigheimerstr. 10, 97956 Werbach-Glamburg, Fax 09348/1315, E-Mail G.Conrad.Verlag@t-online.de. (BZgA)


Qualität mit Intransparenz?

Datenschutz, Wahrung von Geschäftsgeheimnissen und sinnvolle Vertraulichkeit sind wichtig. In Deutschland neigen wir aber mitunter zu Übertreibungen, vielleicht ist das Folgende ein typisches Beispiel.

Beim Berliner Symposion für Juristen und Ärzte 2005 nannten KBV-Chef Dr. Köhler und BMGS (Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung)-Abteilungsleiter Franz Knieps grobe Zahlen über Häufigkeit und Art der Verträge zur integrierten Versorgung (§ 140 a-d SGB V). Übrigens beide mit kritischen Untertönen zu Schwierigkeiten, solche Angaben von der zuständigen Registrierungsstelle bei der BQS (Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung, Düsseldorf) zu bekommen. Der anwesende Berichterstatter versuchte den ebenfalls teilnehmenden BQS-Geschäftsführer Dr. Mohr dazu zu befragen, er kam zu spät. Anruf bei der BQS: Nein, wir dürfen nicht, nur gegenüber den Vertragspartnern. Im Gesetz (§ 140 d SGB V) steht das so nicht, vielleicht in einem unveröffentlichten Vertrag. Aber selbst wenn, ist die Frage, ob das rechts- und verfassungsgemäß ist und ob eine so allgemeine Auskunft nicht sinnvollerweise der interessierten Fachöffentlichkeit, also etwa allen Ärzten, zugänglich sein sollte. Oder schafft Geheimniskrämerei ein unglaubliches Machtgefühl? Eine bessere Qualität aber kaum. (hk
)


Damp bildet Klinikverbund mit Schleswig

 
Michael Jürgensen (Foto: di)

Ab 1. März übernimmt die Damp Holding AG das Klinikmanagement des Martin-Luther-Krankenhauses Schleswig. Gleichzeitig werden sich die Ostseeklinik Damp und die Schleswiger Klinik als „eine medizinische Einheit in Schleswig-Holstein“ darstellen. Dies wird deutlich durch einen weiteren Beschluss, wonach der Geschäftsführer der Ostseeklinik (Michael Jürgensen) Mitgeschäftsführer des Martin-Luther-Krankenhauses wird. Der andere Mitgeschäftsführer wird Martin Wilde, bisher und zugleich Geschäftsführer der Endo-Klinik in Hamburg. Jürgensen wird zuständig für Marketing und Vertrieb, Wilde für Personal, Finanzen und Verwaltung.

Zur Bildung dieses „faktischen Klinikverbundes“ sagten der Vorstandsvorsitzende der Damp Holding AG, Dr. Carl Hermann Schleifer, und der Aufsichtsratsvorsitzende des Schleswiger Krankenhauses, Kreispräsident J. Petersen: „Der Gesundheitsstandort Schleswig/Damp wird noch attraktiver.“

Die Fachklinik Schleswig (Psychiatrie) soll in diesen Verbund mit dann rund 1 000 Betten einbezogen werden, sobald die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Kurz zuvor war die von der Damp Holding AG übernommene Kieler Klinik Waldwiese mit der PraxisKlinik Kiel zur PraxisKlinik Kiel GmbH verschmolzen. Damit soll die Möglichkeit einer Ausweitung des operativen Angebots der Belegklinik genutzt werden. Nach einem kompletten Umbau in diesem Jahr solle auch ein Zentrum für Viszeralchirurgie eingerichtet werden, sagte der PraxisKlinik-Gesellschafter und Chirurg, Dr. Joachim Reusch. (hk)


Buchtipp: Ethik in der Medizin
Nicht nur für Medizinstudenten, auch für berufserfahrene Ärzte gut geeignet erscheint das Studienbuch „Ethik in der Medizin“, herausgegeben von Prof. Dr. Dr. Urban Wiesing, Tübingen. Der Vorsitzende der Zentralen Ethikkommission der Bundesärztekammer hat wichtige Texte ausgewählt, die praktische Fragen betreffen wie Schwangerschaftsabbruch, Humangenetik und Reproduktionsmedizin, Transplantationsmedizin, Mittelverteilung im Gesundheitssektor oder Sterbehilfe.

In kurzen Einführungen geben Prof. Wiesing und Mitarbeiter Überblicke über die entscheidenden ethischen Fragen, die unterschiedlichen Positionen und Argumente. Das Buch hat ein gutes Preis-Wert-Verhältnis und ist allen Ärzten zu empfehlen. Reclam Verlag, 2004, 455 Seiten, ISBN 3-15-018341-3, 9,60 Euro. (hk)


Erfolgreiche Impfaktion in Alten- und Pflegeheimen:
Im Rahmen eines Wettbewerbes riefen das Kieler Amt für Gesundheit, die Barmer Ersatzkasse und die beteiligten Ärzte Ende vorigen Jahres zur Impfung der Bewohner auf. Gerade die Hälfte der Bewohner war vorher gegen Grippe geimpft, in drei Kieler Heimen war es nicht einmal jeder vierte. Nur 8 von 29 teilnehmenden Einrichtungen haben die im Wettbewerb geforderte Durchimpfungsrate von 80 Prozent erreicht, im Durchschnitt der Kieler Altenheime lag sie mit ca. 54 Prozent Besorgnis erregend niedrig.
(Foto: J. Oestreich)
Den Wettbewerb gewann das Friederica-von-Ellendsheim-Haus mit 92,5 Prozent. Das Foto zeigt die Übergabe des Zertifikates über die erbrachte Impfleistung sowie eines selbst ausgewählten Bildes an die Leiterin des Heimes Frau Greiner durch die stellv. Leiterin des Amtes für Gesundheit, Dr. Angela Wencke und den Leiter der Kieler Regionalvertretung der BEK, Michael Janowski. Für die Bewohner des Friederica-von-Ellendsheim-Haus gab es als Anerkennung und „Gewinn“ einen bunten Nachmittag. (Wencke/SL)

Zwischenprüfung für Arzthelferinnen durchgeführt

Statistik
1
2
3
4
5
6
Gesamt
Durchschnittsnote
5
55
157
191
62
-
470
3,53
1,06 %
11,70 %
32,91 %
40,93 %
13,19 %
0 %
-
-

Am 2. März 2005 wurde die Zwischenprüfung für auszubildende Arzthelferinnen durchgeführt, an der 470 Auszubildende teilgenommen haben. In einer Bearbeitungszeit von 100 Minuten mussten insgesamt 70 programmierte Fragen beantwortet werden.

Die Zwischenprüfung ist gemäß § 42 Berufsbildungsgesetz Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung und dient der Überprüfung des Ausbildungsstandes. Rechtliche Konsequenzen bei negativen Prüfungsergebnissen sind dagegen nicht möglich.


Erfreulicherweise ist die Durchschnittsnote mit 3,53 (Vorjahr: 3,66) besser ausgefallen als im letzten Jahr. Fünf Auszubildende haben die Zwischenprüfung mit der Note „sehr gut“ abschließen können.

Die Teilnahmebescheinigungen mit den Ergebnissen sind den Auszubildenden mittlerweile zugegangen. (Ga)


Informationstechnologie im Gesundheitswesen

 
Prof. Dr. Heinz Handels

Vor übertriebenen Erwartungen bei der Realisierung einer elektronischen Gesundheitskarte warnte Prof. Dr. Heinz Handels, Direktor des Instituts für Informatik des UKE (Hamburg): „Ihre Einführung wird an

Komplexität noch die Einführung des Lkw-Maut-Systems übertreffen“. Handels äußerte sich als Leiter der 10. Fachtagung „Praxis der Informationsverarbeitung in Krankenhaus und Versorgungsnetzen“ (KIS), die erstmals in Hamburg stattfand. 400 Experten diskutierten Probleme von DRG und Behandlungspfaden, elektronischen Patientenakten, digitalen Archiven, Bildkommunikationssystemen und teleradiologischen Anwendungen, der Einführung von eCard und elektronischen Heilberufeausweisen, integrierter Versorgung und IT-Management im Krankenhaus

 
Prof. Dr. H.-Erich Wichmann (Fotos: hk)

EDV-Anwendungen im Gesundheitsbereich werden heute noch vielfach (Dokumentationsaufwand!) mehr als Belastung denn als Wohltat empfunden, räumte der Präsident der GMDS (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie), Prof. Dr. H.-Erich Wichmann, München, ein: „Bei den niedergelassenen Ärzten sind wir noch weiter zurück als in der Klinik“.

Die nächste IT-Messe & Dialog im Gesundheitswesen IteG findet am 26.-28. April 2005 in Frankfurt statt (www.iteg-messe.de). (hk)


Gesundheitsausgaben um zwei Prozent gestiegen

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind 2003 auf fast 240 Milliarden Euro geklettert, das waren
2 900 Euro pro Kopf oder 11,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Für ärztliche Leistungen einschließlich stationärer Sektor nannte das Statistische Bundesamt am 15. März gut 62 Milliarden Euro, das waren 2,2 Prozent mehr. Besonders stark stiegen die Ausgaben für Zahnersatz mit über fünf und für Verwaltungsleistungen um vier Prozent. Details siehe www.gbe-bund.de. Die Gesundheitsausgaben 2004 nach dem Greifen der jüngsten Gesundheitsreform sollen erst im März 2006 vorliegen. (hk)


Medizinisch-technischer Fortschritt in der Sonographie

 
Chefärztin Dr- Petra Schneider mit Ultraschallgerät (Foto: hk)

Eines von vielen relativ unauffälligen Beispielen für medizinisch-technischen Fortschritt ist die Entwicklung in der Sonographie. Wie in einer Klinik demonstriert, sind Duplex-Farbsonographen der jüngsten Generation deutlich leistungsstärker als ihre Vorgänger. So sind nach Angaben eines führenden Herstellers in Schleswig-Holstein bereits eine Reihe von Sonoline G 60 S-Ultraschallgeräten im Einsatz, etwa in Niebüll oder in zwei Schleswiger Praxen. Die kompakten Geräte haben ein hohes Auflösungsvermögen und können beispielsweise in der Venendiagnostik mit einem anderen Schallkopf auch tiefe Venen darstellen, sodass eine belastende Phlebographie mit Kontrastmittel nur in bestimmten Fällen notwendig ist. (hk)

 

 


Arzt, Patient und Apotheker - was stört wen?

Was wünschen sich Ärzte von Patienten und vom Apotheker und umgekehrt? Die Zeitschrift „Gesundheit und Umwelt“, gesponsert von der Fa. Merck, hat eine Umfrage gestartet (siehe www.gesundheit-und-umwelt.de) und kam laut Redakteur Dr. Ingomar Naudts, Rodgau, unter anderem zu diesen Ergebnissen: Gefragt sind allerseits vor allem noch mehr Kompetenz und Kooperationsbereitschaft. Ärzte stört an ihren Patienten vor allen die Verheimlichung anderer Arztbesuche und Medikamente sowie das Reparatur- und Anspruchsdenken. Sie wünschen von ihren Patienten mehr aktive Gesundheitsvorsorge, mehr Verständnis für Sparzwänge, genaue Schilderung von Beschwerden, aber keine Diagnosen.
An den Apothekern störte die Ärzte ein hochpreisorientiertes Angebot, Substitution trotz aut-idem-Verneinung und das Überschreiten der Zuständigkeitsgrenze durch Infragestellen der Verordnung oder durch Basisdiagnostik wie Blutwertebestimmung. (hk)


Leserbriefe

Leserbrief von Dres. Godt zur Rubrik „Medizin und Wissenschaft“ im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt

 
Dres. Godt (Foto:Privat)

Medizin und Wissenschaft?!

Wir wissen nicht, wie es Anderen geht, uns jedenfalls erfüllt die Lektüre der Rubrik „Medizin und

Wissenschaft“ gelegentlich mit Unbehagen. Die ersten Symptome dieses Unbehagens traten beim Studium der Sielmannschen Heftpflaster-Artikel auf, in denen uns auch noch eingeredet werden sollte, dass Migräne „zervikal bedingt“ und daher am besten mit Pflastern im Nacken zu behandeln sei. Was aber sagen Sie, liebe schulmedizinische Kollegen, wenn Sie in einer derartigen Rubrik Sätze lesen wie: „Ist eine anatomische Struktur erkrankt oder defekt, wird automatisch ein Funktionsdefizit resultieren“ (Kammer Info 2/2005, S. 39) oder: „Aufgrund der Tatsache, dass der Bewegungsapparat an der Oberfläche liegt ...“ (a. a. O.) oder gar: „Zwischen den Schädelknochen selbst und dem über die Dura mit der Schädelbasis verbundenen Kreuzbein sind synchrone Bewegungen zu ertasten.“ Durch die „Normalisierung“ dieser gestörten Bewegungen „werden Verspannungen der faszialen Schädelmembrane gelöst und der Kreislauf im lymphatischen, venösen und arteriellen System verbessert“ (a. a. O., S. 40). Ist dies „medizinisch“ und/oder „wissenschaftlich“, und so zu verstehen, dass Verbindungen zwischen der verspannten Schädelmembrane und den lymphatischen, venösen und arteriellen Systemen bestehen? Oder greift der Heilungsprozess in den Gefäßsystemen ohne das Mitwirken der Membranen?

Und wie fühlen Sie sich beim Lesen des Satzes: „Akute Krankheiten heilen aus oder führen zum Tode ...“ (a. a. O., S. 41)?

Gebietet es nicht unser Respekt vor den Vertretern der Osteopathie, der Homöopathie und der Pflasterheilkunde, ihre Auslassungen einer gesonderten Rubrik zuzuordnen, die etwa „Alternative Heilkunde“ heißen könnte? Das Kammer Info könnte sich bei noch weitergehender Durchmischung schulmedizinischer mit nichtschulmedizinischen Inhalten leicht der Lächerlichkeit preisgeben. Das wäre bei der Mühe, die die Redaktion sich macht, sehr schade.

Dr. Peter Godt, Dr. Christiane Godt, Holtenauer Str. 236, 24106 Kiel


Leserbrief von Dr. Dirk Hermes zum Artikel „Porträt: Prof. Dr. Dr. von Domarus“, SHÄ 12/2004, S. 28 f., und Ergänzung zu seinem Leserbrief, SHÄ 2/2005, S. 14

 
Dr. Hermes (Foto:Privat)

„Die Herabstufung der Kiefer- und Gesichtschirurgie am UK S-H/Campus Lübeck zu einer Sektion der HNO-Klinik ist für das Fachgebiet allgemein und für die Mitarbeiter der Klinik im besonderen bedauerlich. Gerade in der derzeitigen Situation ist es allerdings zusätzlich ärgerlich, wenn öffentliche Aussagen zur derzeitigen Verfassung des Fachs in Lübeck genauso unwahr wie kontraproduktiv sind.

So wird die - fachlich eigenständige - Sektion Kiefer- und Gesichtschirurgie derzeit von dem langjährigen leitenden Oberarzt Prof. Dr. Dr. Sieg als Kommissarischem Sektionsleiter geführt, die Stelle eines C3-Sektionsleiters ist ausgeschrieben. Personalplanung und -führung liegt uneingeschränkt in der Hand des Sektionsleiters, der sowohl über die mkg-chirurgische als auch fortführende plastische Weiterbildungsberechtigung verfügt. Organisatorische oder fachliche Einflussnamen/ Repressalien durch die (namentlich übergeordnete) Hals-, Nasen- und Ohrenklinik sind nicht existent. Wie sich die weitere betriebswirtschaftliche, organisatorische und fachliche Zusammenarbeit beider kopfchirurgischer Fächer entwickelt, bleibt grundsätzlich abzuwarten.

Fazit: Das Fach „Kiefer- und Gesichtschirurgie“ in Lübeck hatte durchaus schon rosigere Perspektiven. Eine Notwendigkeit, diese durch einen fehlerhaften Artikel insbesondere der schleswig-holsteinischen Ärzteschaft noch unvorteilhafter und komplizierter darzustellen, besteht allerdings nicht.

OA Dr. Dr. med. Dirk Hermes, Sektion Kiefer- und Gesichtschirurgie, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein/Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, D-23538 Lübeck, Tel. 0451/500-2275/-2269, Fax 0451/500-4188, E-Mail hermesddd@aol.com


Leserbrief von Prof. Dr. Dr. Helmut von Domarus zu dem Porträt: Prof. Dr. Dr. Helmut von Domarus, SHÄ 12/2004, Seite 28 f., und zu den Leserbriefen SHÄ 2/2005, S. 14

 
Prof. von Domarus (Foto:Privat)

Nachdem im Juni 2004 der Vorstand des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein die Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie in Lübeck aufgehoben hat und zur Sektion in der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde erklärte, entgegen einer gemeinsamen ausdrücklichen Erklärung beider wissenschaftlicher Fachgesellschaften, ist die Beschreibung des Stillhalteverhaltens seitens der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde durch Dr. Dr. Hermes (im Einverständnis mit der Klinikdirektorin Prof. Dr.Barbara Wollenberg?) beruhigend.

Dr. Hansen gibt richtig an, dass Prof. Reinwein am 31. Oktober 1962 als Direktor der Klinik für Innere Medizin der Universität Kiel ausgeschieden ist. Auch damals fielen schon zwei Semester in den Ablauf eines Jahres! Mit

 

dem Sommersemester 1959 beginnend war das Sommersemester 1962 in Kiel mein siebtes, das heißt zweites klinisches Semester, die letzte Semestervorlesung und der Abschied von Prof. Reinwein. Seine beispielhafte Lehre, dem allein auf einem Stuhl sitzenden Patienten vor dem überfüllten Hörsaal mit angehenden Ärzten die Hand auf der Schulter liegen zu lassen, während er seine Vorlesung fortführte, war ein nachahmenswerte Geste ärztlicher Hinwendung, Nähe und Verbundenheit, statt den Patienten als medizinisches Objekt zu entwürdigen.

In nehme an, dass auch Dr. Hansen solche Gesten erlebt hat und dem zustimmen wird.

Prof. Dr. Dr. Helmut von Domarus, Universität zu Lübeck, Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck


Leserbrief von Dr. Andreas Krueger zur Bewertung von Fortbildungen, hier CME-Fortbildung - Offener Brief an die Ärztekammer Schleswig-Holstein

Mit Erstaunen habe ich im Fortbildungsstatut der Ärztekammer gelesen, dass die großartig in den Fachzeitschriften angepriesenen Fortbildungen, dort mit drei CME- Punkten versehen, nur mit einem Punkt für das Zertifikat anerkannt werden. Dies ist um so bedauerlicher, als dass man für seine Lesetätigkeit ohne Nachweis pro Jahr nur zehn Punkte erhält. Mir kommt die Galle hoch, wenn ich den aktuellen Beitrag des Deutschen Ärzteblattes (9 Seiten Artikel+2 Seiten Fragen) oder die „Monatszeitschrift Kinderheilkunde“ (18 (!)+2) oder die „Pädiatrische Praxis“ (9+2) anschaue und dafür jeweils nur einen Fortbildungspunkt erhalte. Nach wenigen Wochen habe ich mein Lese„soll“ erfüllt. Eigentlich kann ich mindestens zwei Zeitungen abschaffen.

Ich will aber nicht abhängig sein von guten oder schlechten Veranstaltungen der Ärztekammer.

Ich will mich fortbilden können, wie ich es will, und dafür bitte ich um Verständnis und Unterstützung. Vorgaben der Bundesärztekammer sind nicht bindend und passen auch nicht mehr ins heutige Bild. Ich halte es für angebracht, dass unsere Kammer aufgrund der veränderten politischen Vorgaben - besonders im vertragsärztlichen Bereich mit Androhung von Honorarkürzung bei Nichtbefolgen des Fortbildungsgebotes - ihr Fortbildungsstatut zugunsten der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen ändert.

Drei Fortbildungspunkte für drei ausgewiesenen CME Punkte, das muss doch möglich sein!

Dr. Andreas Krueger, Christian-IV-Straße 41, 25348 Glückstadt


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 4/2005

S. 4, 6-11