|
Personalia
|
|||||
|
In memoriam Dr.
Sönke Jacobsen (24.09.1930-25.01.2005)
Dr. Sönke Jacobsen,
ehemaliger Chefarzt der Inneren Abteilung des Krankenhauses Kaltenkirchen,
wurde am 24. September 1930 in Kating auf der Halbinsel Eiderstedt (Nordfriesland)
geboren. In diesem Dorf an der schleswig-holsteinischen Westküste
war sein Vater viele Jahrzehnte als Lehrer und Organist tätig. Hier
wuchs er mit zwei älteren Brüdern, die später im Zweiten
Weltkrieg fielen, auf. Als Fahrschüler besuchte er das traditionsreiche
Hermann-Tast-Gymnasium in Husum. Sönke Jacobsen studierte Medizin
in Marburg, Freiburg und Kiel. Nach dem Staatsexamen 1956 arbeitete er
zunächst zwei Jahre in Kliniken von New Jersey, USA. Bei den Professoren
Reinwein und Bernsmeier wurde er an der 1. Medizinischen Universitätsklinik
Kiel internistisch ausgebildet. Reinwein lobte äußerst selten,
aber in seinem Zeugnis für Sönke Jacobsen schrieb er: Er ist
ein warmherziger, zuverlässiger Arzt, der sich Tag und Nacht
um die ihm anvertrauten Kranken kümmert. Es folgte ein Intermezzo
als Oberarzt in der Inneren Abteilung des Israelitischen Krankenhauses
in Hamburg. 1967 wurde er leitender Arzt der Inneren Abteilung im Krankenhaus
Salzhausen (Niedersachsen). Von 1970 bis 1995 war er Chefarzt der Inneren
Abteilung des Krankenhauses Kaltenkirchen. Zeitlebens ein praktischer
und aktiver Mensch, für den Leben sinnvolles Wirken bedeutete, kannte
er nach seiner Pensionierung keinen Stillstand. So arbeitete er z. B.
im Sozialausschuss der Stadt Kaltenkirchen und im Vorstand des Seniorenbeirates.
Als Mitglied der Ärzte für die Dritte Welt betreute
er unter schweren Bedingungen Patienten eines Slums in Bangladesh. Der
Arzt und Schriftsteller Anton Tschechow sagte einmal: Der Moslem
gräbt zur Rettung seiner Seele einen Brunnen. Es wäre gut, wenn
jeder von uns eine Schule, einen Brunnen oder Ähnliches hinterließe,
damit sein Leben nicht spurlos vorübergeht. Genau das verwirklichte
Sönke Jacobsen. Unter seiner Leitung ließ der Lions-Club in
Bangladesh 18 Brunnen bauen. Vom Lions-Club wurde er zweimal zum Präsidenten
gewählt. Bundespräsident Rau verlieh ihm 2002 wegen seines großen
sozialen Engagements die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik
Deutschland. |
Schleswig-Holsteinisches
S. 19 |
||||