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Personalia

70. Geburtstag von Prof. Dieter Havemann
Heinz-Jürgen Egbers

Prof. Dr. Dieter Havemann vollendete am 18. Januar 2005 sein 70. Lebensjahr.

 
Prof. Dr. Dieter Havemann
(Foto: Privat)
 

Dieter Havemann wurde am 18. Januar 1935 in Waren/Müritz geboren. Nach dem Schulbesuch in Gotenhafen (heute: Gdingen) und in Wismar begann er 1953 das Studium der Humanmedizin an der Universität Rostock und schloss dieses nach dem Wechsel an die Universität Hamburg dort mit dem medizinischen Staatsexamen 1959 ab. Mit dem Thema „Kreislaufwirkungen von Purinkörpern am nicht narkotisierten Carotisschlingenhund“ wurde Dieter Havemann promoviert. Nach der Approbation im Jahr 1961 absolvierte Dieter Havemann die Weiterbildung zum Chirurgen zunächst in der Orthopädischen Klinik Herford und anschließend in der Chirurgischen Klinik in Braunschweig.

Die universitäre Laufbahn begann am 1. April 1967 mit dem Eintritt von Dieter Havemann in die Chirurgische Universitätsklinik Kiel unter dem damaligen Direktor der Klinik, Prof. Dr. B. Löhr. Die Weiterbildung wurde 1968 mit der Facharztanerkennung für Chirurgie abgeschlossen. Ein Jahr später erfolgte die Anerkennung der Teilgebietsbezeichnung Unfallchirurgie. Gleichzeitig wurde Dieter Havemann zum Oberarzt ernannt und erhielt von Prof. Löhr den Auftrag, eine selbstständige Arbeitsgruppe Unfallchirurgie als Basis für ein zu gründendes Department für Unfallchirurgie aufzubauen.

 

Nach der Habilitation mit dem Thema „Untersuchungen zur Pharmakokinetik antiinflammatorischer Substanzen“ wurde Dieter Havemann leitender Oberarzt der Chirurgischen Universitätsklinik Kiel und damit gleichzeitig Leiter des Bereiches Unfallchirurgie. Am 15. August 1978 wurde Dieter Havemann zum Professor ernannt und zum Leiter der neu gegründeten Abteilung für Unfallchirurgie/Traumatologie berufen. Nach Einzug in die neue moderne Chirurgische Klinik im Jahr 1986 entstand ein modernen Standards entsprechendes unfallchirurgisches Behandlungs-, Lehr- und Forschungszentrum im Norden der Bundesrepublik Deutschland.

Neben der ärztlichen Versorgung unfallverletzter Patienten und der akademischen Lehre war die Unfallforschung mit der Pathomechanik des Traumas am Stütz- und Bewegungssystem Teil des wissenschaftlichen Konzeptes von Dieter Havemann. Spezielle Arbeitsgebiete waren die Phänomenologie des Straßenverkehrsunfalles, das Sicherheitsgurttrauma und der Gasbrand. Als Erbe Gerhard Küntschers, der die erste Marknagelung eines gebrochenen Oberschenkelknochens in Kiel durchführte, beschäftigte sich Dieter Havemann mit der Weiterentwicklung der Küntscher Marknagelung und auch mit Untersuchungen zu Fehlerquellen bei diesem Verfahren. Weitere Forschungsschwerpunkte waren gemeinsam mit seinen Mitarbeitern die Untersuchungen zur Behandlung von Beckenfrakturen, Wirbelfrakturen und Fußwurzelfrakturen. Das Publikationsver-zeichnis von Dieter Havemann umfasst 139 Publikationen, 25 Bücher, Buchbeiträge und Editionen, dazu zwei Monografien und 185 Vorträge.

Dieter Havemann ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler unfallchirurgischer und chirurgischer Fachgesellschaften, denen er teilweise auch als Präsident vorstand.

Hervorzuheben ist, dass Dieter Havemann in seiner besonderen Art, persönliche Zuwendung zu allen seinen Patienten zu zeigen, für alle seine Mitarbeiter immer Vorbildfunktion hatte.

Neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer hat Dieter Havemann sich schon frühzeitig mit Publikationen außerhalb der Medizin befasst. Seine künstlerische Befähigung, sein berufliches und berufspolitisches Umfeld zeichnerisch pointiert darzustellen, fand immer wieder größte Bewunderung. Seine zeichnerischen Kunstwerke wurden auf Kongressen ausgestellt und mit Preisen gewürdigt (s. S. 18).

Nach Beendigung seiner aktiven Tätigkeit widmete sich Havemann dem weiteren Ausbau seiner künstlerischen Begabung.

Seine Schüler und ehemaligen Mitarbeiter wünschen dem Jubilar noch viele Jahre mit der ihm eigenen Tatkraft, Zielstrebigkeit und Lebendigkeit bei möglichst guter Gesundheit im Kreise seiner Familie und Freunde.

PD Dr. Heinz-Jürgen Egbers, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Arnold-Heller-Str. 7, 24105 Kiel


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 03/2005

S. 18