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Kieler
Forscher entdecken genetische Ursache der Alkoholsucht
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| (Foto:BilderBox) |
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Forscher des Instituts
für klinische Molekularbiologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein
(UK S-H), Campus Kiel, haben in einem multinationalen Team zur Entdeckung
der genetischen Veranlagung zu Alkoholabhängigkeit beigetragen. Wie
aus einem Artikel in Nature Medicine No. 1, Vol. 11, Januar
2005, S. 35-42, hervorgeht, kann ein genetischer Defekt des PER2-Gens
zu einer Anhäufung von Stoffwechselprodukten (Glutamat) im Gehirn
führen, sodass es zu einem alkoholbezogenen Suchtverhalten kommt.
Dies konnten die Forscher an einem genetischen Modell, der transgenen
Maus, zeigen. Die Per-Gene (Period) gehören zu
denen, die die Innere Uhr des Menschen zur besseren Anpassung
an rhythmische Umweltveränderungen bestimmen. Gesucht ist nunmehr
eine Substanz, die eine irreguläre Glutamatanhäufung dämpft.
Prof. Dr. Stefan Schreiber, Direktor des Instituts und Sektionsleiter
in der Klinik für Allgemeine Innere Medizin des UK S-H (Kiel), ist
einer der Sprecher des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN, www.ngfn.de).
Er sagte: Genetische Forschung mit großen Patientenzahlen
kann tatsächlich Krankheitsursachen aufdecken. Durch das NGFN des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat Deutschland die
Führung in diesem wissenschaftlichen Wettrennen in Europa übernommen.
(hk)
Günter
Preuß - 60 Jahre
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Günter
Preuß
(Foto: Apotheker- u. Ärztebank) |
Günter
Preuß, Sprecher des Vorstands der Deutschen Apotheker- und Ärztebank,
Düsseldorf, vollendete am 8. Februar 2005 das 60. Lebensjahr.
Preuß, 1945 in Weiden/Oberpfalz geboren, hat das Bankgeschäft
- wie man so sagt - von der Pike auf gelernt. Nach der Banklehre
gewann er bei der Bayerischen Vereinsbank Wissen und Erfahrung in allen
Bereichen des Bankgeschäfts. Neue Aufgaben in Stabsfunktionen schlossen
sich an. Ab 1979 übernahm er verschiedene Führungspositionen
im Filialbe- reich, zuletzt als Mitleiter des Regionalbereichs Berlin-Brandenburg
und als Mitglied der Geschäftsleitung Privatkundengeschäft.
Der Aufsichtsrat der Deutschen Apotheker- und Ärztebank berief Günter
Preuß 1994 in den Vorstand, dem er seit dem 1. April 1995 angehört.
Neben Vertriebsaufgaben war Preuß von Anfang an u. a. für die
bundesweite Betreuung der Standesorganisation der Heilberufe verantwortlich.
Er arbeitete sich mit großem Engagement in die neuen Aufgabengebiete
ein und prägte in der Folgezeit in zunehmend stärkerem Maße
den Wandel des Instituts von der Bank der Heilberufe zum Partner
der Heilberufe. Seine weit reichende Sachkenntnis kam der Bank auch
darin zugute, dass sie sich auf seine Initiative hin frühzeitig auf
den Wandel im Gesundheitswesen einstellte und sich hinsichtlich der neuen
Versorgungsstrukturen adäquat positionierte.
Sei dem 1. Juli 2004 hat Günter Preuß die Aufgabe des Vorstandssprechers
der größten genossenschaftlichen Primärbank übernommen.
In dieser Funktion setzt er alles daran, das Institut fit zu machen für
die Anforderungen der kommenden Jahre. Da er ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft,
Sorgfalt und Disziplin nicht nur fordert, sondern selbst beispielhaft
vorlebt, wird sein Engagement sicher auch in dieser Hinsicht gekrönt
sein. (Jürgen Helf, Apotheker- und Ärztebank)
Buchtipps
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Was
sind die zahlreichen Reformvorschläge für die gesetzliche Krankenversicherung
(GKV) wert? Meist nicht so viel, wie es auf den ersten Blick scheint. Das
zeigt die jüngste Broschüre des Fritz-Beske-Instituts für
Gesundheits-System-Forschung (IGSF), Kiel, mit dem Titel Veränderungsoptionen
in der GKV - Bürgerversicherung, Kopfpauschale und andere Optionen
im Test. Die Autoren Prof. Beske und Dr. Thomas Drabinski analysieren
auch: Kapitaldeckung in der GKV, Verbreiterung der Beitragsbemessungsgrundlage,
Veränderung der Bemessungsgrundlage, Veränderung des versicherungspflichtigen
Personenkreises, Festschreibung der Arbeitgeberbeiträge, Einbeziehung
der privaten Krankenversicherung (PKV) in die GKV, Kostenerstattung.
Im Prinzip, heißt es fast wie bei Radio Eriwan, ließen sich
alle Vorschläge in Gesetze fassen, jedoch: Es dürfte aber
kein Zweifel daran bestehen, dass die Umsetzung aller Vorschläge ...
mit großen Problemen verbunden ist. Hierzu gehören erhebliche
und nicht zu beziffernde Verwaltungskosten, Gerechtigkeitsdefizite, Steuererhöhungen
und ... Klagen bei Sozialgerichten (S. 20).
Das hoch angesehene Kieler Institut mahnt die Politik, Gesetzentwürfe
(und nicht bloß harmlose Eckpunkte) vor und nicht nach
der Bundestagswahl 2006 vorzulegen, damit sich jeder vorstellen könne,
was auf ihn zukommen würde.
Der Band 102 der IGSF-Schriftenreihe ist im Dezember erschienen, umfasst
225 Seiten, ISBN 3-88312-292-0, und ist gegen eine Schutzgebühr von
zehn Euro zzgl. Versandkosten beim Institut erhältlich (Tel. 0431/80060-0,
E-Mail info@igsf-stiftung.de).
Ein weiterer Lesetipp (für
Patienten): Das jüngste Arthrose-Info (Nr. 64) mit dem Schwerpunkt
Arthrose des Sprunggelenks. Die vierteljährlich von der Deutschen Arthrose-Hilfe
publizierten Broschüren sind dort (Tel. 06831/946677) zu drei Euro
je Heft zu bekommen.
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Gut
zu Fuß ein Leben lang heißt ein sehr informativer
Ratgeber des Schweizer Arztes und Fußspezialisten Dr. Christian Larsen.
Er wendet sich an Patienten (40 Prozent aller Menschen haben Probleme
mit ihren Füßen), aber auch an Mediziner. Zumeist läge
die Ursache in Fehlbelastungen oder Trainingsmangel. Larsen erklärt,
wie diese Defizite erkannt und dann weitgehend durch Selbsthilfe behoben
werden können. Er stellt zahlreiche spezifische Bewegungsübungen
vor, informiert aber auch über Schuhe, Einlagen und Fußchirurgie.
Trias Verlag (Thieme-Gruppe), Stuttgart 2004, 158 S.,
17,95 Euro, ISBN 3-8304-3145-7. (hk)
| Norddeutsches
Seminar für Strahlenschutz in der Christian-Albrechts-Universität
zu Kiel Strahlenschutzkurse im II. und III. Quartal 2005 |
| Kurs
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Termin
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Gebühren |
| Infokurs
Röntgendiagnostik |
11.04.,
06.06. |
EUR
50 |
| Blockkurs
Grund- u. Spezialkurs |
12.04.-15.04. |
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07.06.-10.06. |
EUR
330 |
| Grund-
u. Spezialkurs können auch einzeln belegt werden: |
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(jeweils
drei Tage) |
EUR
250 |
| Spezialkurs
- Nuklearmedizin |
01.06.-03.06. |
EUR
500 |
| Spezialkurs
- Teletherapie |
12.09.-14.09. |
EUR
600 |
| Spezialkurs
- Brachytherapie |
15.09.-16.09. |
EUR
400 |
| Spezialkurs
Labormedizin |
13.06.-17.06. |
EUR
600 |
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05.09.-09.09. |
EUR
600 |
| Spezialkurs
Labormedizin |
09.09.-10.09. |
EUR
200 |
| Kurs
für Op-Personal |
25.05.-27.05. |
EUR
250 |
| Aktual.
d. Fachk. nach RöV oder StrlSchV |
11.06.,
24.09. |
EUR
80 |
| Aktual.
d. Fachk. nach RöV und StrlSchV |
11.06.,
24.09. |
EUR
100 |
Grund-
u. Spezialkurse Röntgendiagnostik in Schleswig-Holstein, Hamburg
und Niedersachsen als Bildungsurlaub anerkannt. Anmeldung, Beratung
und Infos zu Fortbildungspunkten: Norddeutsches Seminar für Strahlenschutz,
Olshausenstr. 40, 24098 Kiel, Tel. 0431/880-2800, Fax -1375,
E-Mail strahlenschutz-seminar@email.uni-kiel.de, Internet www.strahlenschutzkurse.com
(Norddeutsches Seminar für Strahlenschutzkurse) |
1945-2005:
Ärztliche Versorgung vor Ort aus Sicht einer über 80-jährigen
Ärztin
In Zeiten eines beginnenden Ärztemangels in bestimmten Fachgruppen
und Regionen hört es sich gut an, wenn eine alt gewordene Ärztin
sagt: Ich meine, wir haben hier bei uns heute ein medizinisch gut
versorgtes Gebiet. Das bezieht sich zwar nur auf ihr früheres
hausärztliches Revier Wentorf/Reinbek, also Sachsenwald-Vororte von
Hamburg, lässt sich aber typischerweise auch auf andere Gebiete übertragen.
Und: Dr. Ursula Degner (Wentorf) vergleicht die heutige relativ komfortable
Situation der haus- und fachärztlichen Versorgung mit leistungsfähigem
Krankenhaus (Adolf-Stift), vielfältigen therapeutischen Angeboten
und weiteren Kliniken in der Nähe mit den bescheidenen Verhältnissen
nach dem Zweiten Weltkrieg.
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| Dr.
Ursula Degner (Foto: hk) |
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Sie
kam als Medizinstudentin 1945 auf der Flucht aus Schlesien mit ihrem Vater,
Dr. E. Degner, in das von Flüchtlingen belegte Wentorf bei Hamburg.
Während der Vater seine Hausarztpraxis in gemieteten Räumen
und dann im kleinen Einfamilienhaus Unter den Linden betrieb,
schloss sie ihr in Breslau begonnenes Medizinstudium in Hamburg ab, bildete
sich in Hamburger Kliniken insbesondere in der Pädiatrie weiter und
übernahm 1956 die Praxis, die sie 1984 wegen einer Erkrankung mit
Gehbehinderung aufgeben musste.
Nach dem Krieg habe Wentorf zwar wesentlich weniger Einwohner als heute
(ca. 10 000) gehabt, aber nur drei praktische Ärzte waren da, und
im nahen Krankenhaus Adolf-Stift (damals mehr Pflegeheim als Klinik) einer,
der auch frei praktizierte. Dazu einige niedergelassene Fachärzte
in Hamburg-Bergedorf. Eine Apotheke gab es in Reinbek seit Bismarcks Zeiten,
eine kam in Wentorf dazu - heute insgesamt acht. Um zeitgemäße
Qualität bemüht seien die Ärzte auch damals gewesen, so
ihr Vater mit eher sprechender als Rezeptblock-Medizin. Auch
sie habe immer versucht, die Menschen zu behandeln, die hinter der Patientenrolle
stehen, und über undankbare oder zu anspruchsvolle Patienten habe
sie nicht klagen können: Jeder hat die Patienten, die er verdient.
(hk)
Akademie
Damp mit Fortbildungsprogramm 2005
Die
Akademie Damp innerhalb der Damp-Gruppe hat ihr neues Fortbildungs-programm
vorgelegt. Es wendet sich an Mediziner, Physiotherapeuten, Masseure, Psychologen
und Sportlehrer. Für Mediziner gibt es seit 1985 die Möglichkeit,
Zusatzbezeichnungen zu erwerben. Beispielhafte Fortbildungen: Sportmedizin,
Physikalische Therapie, Balneologie, Osteopathie. Seminare werden unter
anderem auch zu Naturheilverfahren, Sportphysiotherapie, Psychologie und
Verhaltensmedizin angeboten.
Der diesjährige große Kongress vom 29. April bis 1. Mai hat
das Thema Lebendige Physikalische Therapie und Physiotherapie.
Übernachtungsmöglichkeiten ab 30 Euro. In Damp bilden sechs
angestellte und über 100 externe Dozenten jährlich etwa 3 500
Lehrgangsteilnehmer aus. Informationen unter www.damp.de; Bestellungen
des 160-Seiten-Programms unter Tel. 04352/808308. (hk)
Kostenfreiheit
bei der Praxisgebühr für KOV-Versorgungsberechtigte
Nur gesetzlich krankenversicherte Patienten erhalten
befristete Bescheinigungen über die Kostenbefreiung. Eine derartige
Befristung gibt es im Versorgungsrecht nicht. Das bedeutet, dass eine
einmal erteilte Bescheinigung über die Kostenfreiheit für Kriegsopferversorgung
(KOV)-Versorgungsberechtigte unbefristet gilt. Von diesem Patientenkreis
ist nicht jährlich eine neue Kostenfreiheitsbescheinigung zu verlangen.
(Landesamt für Soziale Dienste Schleswig-Holstein)
Onkologisch-pharmazeutischer
Fachkongress
Neue Ansätze in der Krebstherapie wie die Pharmakogenomik,
die Chronoonkologie oder die effiziente onkologische Behandlung im Team
aus Medizin, Pflege und Pharmazie diskutierten über 800 Teilnehmer
aus aller Welt beim 13. NZW (ursprünglich Norddeutscher Zytologischer
Workshop) in Hamburg-Harburg. Das aus kleinsten Anfängen vom Krankenhausapotheker
des Allgemeinen Krankenhauses Harburg, Klaus Meier, in wenigen Jahren
zu-stande gebrachte Großereignis zog auch Pharmazeuten und Mediziner
aus Schleswig-Holstein an, so als Referenten den Klinikapotheker Claus
Roland vom St. Franziskus Hospital in Flensburg. Interessante Themen waren
u. a. Medikationsfehler in der Onkologie (z. B. bei verwechselungsgefährdeten
Wirkstoffen wie Etoposidphosphat), Risikomanagement (Fachhochschule Lübeck),
Trauerbewältigung oder die Patientenorientierte Arzneimittelversorgung
(PAV) des Landesbetriebs Krankenhäuser (LBK) Hamburg und ähnlich
jetzt auch des UKE Hamburg. Hier wird versucht, durch individuell verpackte
und beschriftete Arzneimittel, pharmazeutische Beratung auf den Stationen
und EDV-gestützte Überwachung der Medikamenteneinnahme, Verordnungs-
und Verabreichungsfehler im Krankenhaus zu verringern. (hk)
Norddeutscher
Gefäßchirurgentag
Beim 12. Norddeutschen Gefäßchirurgentag
am 11. Februar im Hotel Hafen Hamburg war Schleswig-Holstein mit mehreren
Referaten vertreten. Aus dem UK S-H, Campus Kiel, Klinik für Herz-
und Gefäßchirurgie (Prof. Cremer), lagen drei Abstracts vor,
zum Beispiel von Dr. Michael Brandt über Fallstricke in der Gefäßchirurgie,
insbesondere bei der standardmäßigen intraoperativen Antikoagulation:
Wenn erst bei der Operation eine Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT
II) diagnostiziert werde, sei die Mortalität erheblich (15 Prozent
in der kleinen Studie). Deshalb schlug der Autor insbesondere bei herz-
oder gefäßchirurgisch voroperierten Patienten ein Screening
auf HIT II vor. Bei Vorliegen von HIT II habe sich die Antikoagulation
mit Lepirudin (intraoperativ) oder mit Desirudin (nur postoperativ) bewährt.
In einem weiteren Referat forderte Dr. Brandt die Intraoperative
Angiographie zur Qualitätssicherung in der Carotischirurgie.
Denn in drei Prozent der Fälle hätten sich unmittelbar revisionsbedürftige
Befunde ergeben. (hk)
Journalistenpreis
für Berichte über Selbsthilfe
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| Jörg
Malitzki (Foto: Text-werkstatt Feldner) |
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Der freie Journalist
Jörg Malitzki hat den Medienpreis 2004 der schleswig-holsteinischen
Ärzte, Apotheker und Zahnärzte erhalten. Mit der zum vierten Mal
vergebenen Auszeichnung würdigte die Informationsstelle der Heilberufe
(IdH) Malitzkis Serie in der Norderstedter Zeitung über Arbeitsweise
und Erfolge von Selbsthilfegruppen für Menschen mit chronischen Erkrankungen
wie Osteoporose, Essstörungen oder Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS).
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Frank
Jaschkowski
(Foto: Apothekerkammer) |
Wir haben diesmal
Zeitungsberichte gewürdigt, die die Selbstverantwortung und Selbstheilungskraft
von Patienten in den Mittelpunkt stellen und nicht Medizin oder Pharmazie,
sagte Frank Jaschkowski von der Apothekerkammer Schleswig-Holstein als Sprecher
der IdH. Nicht zuletzt wegen der Finanzkrise der Krankenkassen müsse
die Eigenverantwortung der Versicherten verstärkt beachtet
werden, besonders von der Politik.
Die Informationsstelle
der Heilberufe wurde 1976 auf Initiative schleswig-holsteinischer Apotheker
gegrün-
det als gemeinsame Organisation von Ärztekammer und Kassenärztlicher
Vereinigung, Apothekerkammer und Apothekerverband, Zahnärztekammer
und Kassenzahnärztlicher Vereinigung mit dem Ziel, ein fachlich fundiertes
Gegengewicht gegen vordergründige und sensationsorientierte Berichterstattung
zu bilden. Der IdH-Medienpreis ist mit 1 500 Euro dotiert. (Feldner, IdH)
Fehlerteufel
Im Schleswig-Holsteinischen
Ärzteblatt Heft 1/2005, S. 8, hat sich ein Fehlerteufel eingeschlichen.
Der zu vergebende Wissenschaftspreis des Deutschen Ärztinnenbundes
ist mit 4 000 Euro dotiert, nicht wie abgedruckt mit 40 000 Euro. Wir
bitten, das Versehen zu entschuldigen. (Red.)
Kann
die Politik von Ärzten lernen? Korruptionsbeauftragter
vorgeschlagen
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| Dr.
Klaus-Otto Allmeling (Foto: hk) |
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Wenn
Ärzte von der Politik mit immer mehr Verhaltensmaßregeln beglückt
werden, dürfen sie auch mal den Spieß umdrehen und einen, natürlich
wohlgemeinten, Ratschlag geben. Das dachte sich wohl Allgemeinarzt Dr.
Klaus-Otto Allmeling, als er anlässlich der letzten Bundesvorstandssitzung
des NAV Virchow-Bundes in Berlin in die Debatte um die leidigen Nebentätigkeiten
und versteckten Zusatzeinkommen von Politikern eingriff: Warum sollte
nicht auch für die Politik wie seit dem 1. Januar 2004 für die
ärztlichen Körperschaften eine Art unabhängiger Korruptionsbeauftragter
eingeführt werden? Denn die derzeitigen Kontrollmöglichkeiten
wie durch (parteizugehörige) Parlamentspräsidenten seien ungenügend.
Auf Nachfrage erläuterte der langjährig führende Ärztevertreter
auf Hamburger Ebene in Ärztekammer (Vizepräsident), Kassenärztliche
Vereinigung (KV) und NAV Virchow-Bund, was er meinte. Ein Korruptionsbeauftragter
kann entscheidend zu mehr Transparenz beitragen, das muss doch auch im
Interesse der Abgeordneten liegen. Dr. Allmeling verwies auf Erfahrungen
im ärztlichen Bereich, wo zwei, drei schwarze Schafe
einen ganzen Berufsstand diskreditieren könnten. Die nach §
81 a SGB V eingeführten Stellen bei KVen und Kassenärztlicher
Bundesvereinigung zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen
seien bei einer gut geführten Körperschaft, wie er sie kenne,
an sich überflüssig. Das könne anders zu beurteilen sein,
wenn die zuständigen Behörden immer wieder KV-Informationen
über schwarze Schafe jahrelang verschleppten.
In ersten Reaktionen ärztlicher Kollegen (www.facharzt.de) zeigten
sich bei großer prinzipieller Zustimmung doch Zweifel, ob denn so
bald ein Korruptionsbeauftragter für die Politik installiert werde.
(hk)
Dominiak
neuer Rektor der Uni Lübeck
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| Prof.
Dr. Peter Dominiak (Foto: SH) |
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Prof.
Dr. Peter Dominiak ist der neue Rektor der Universität zu Lübeck.
Der Direktor des Instituts für experimentelle und klinische Pharmakologie
und Toxikologie und derzeitige Dekan der Medizinischen Fakultät wurde
vom Konsistorium der Universität zum Nachfolger des amtierenden Rektors
Prof. Dr. rer. nat. Alfred X. Trautwein gewählt. Er tritt das Amt
zum 1. Mai 2005 an.
Prof. Dr. Peter Dominiak, 1947 in Darmstadt geboren, ist seit 1990 an
der Universität zu Lübeck. Nach dem Biologie- und Medizinstudium
in Frankfurt am Main habilitierte er sich 1982 für das Fach Pharmakologie
und Toxikologie an der Universität Regensburg. 1984 wurde er an der
Ludwig-Maximilians-Universität München Professor auf Lebenszeit
für das Fach Physiologie. Prof. Dominiak war von 1993 bis 1994 und
von 2002 bis 2004 Prodekan und von 1994 bis 1996 Dekan der Medizinischen
Fakultät der Universität Lübeck, ein Amt, das er seit Juli
2004 erneut inne hat.
Prof. Dominiak war von 1998 bis 2001 Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes, Deutsche Hypertonie Gesellschaft,
und ist seit 2001 Sprecher der Arzneimittelkommission der Deutschen Hochdruckliga.
Er ist Verfasser von 132 wissenschaftlichen Originalarbeiten, 122 Übersichten
und Buchbeiträgen und von sieben wissenschaftlichen Filmen sowie
Herausgeber von fünfzehn Fachbüchern.
Der Rektor wird vom Konsistorium auf Vorschlag des Senats gemäß
Hochschulgesetz für drei Jahre gewählt. Er führt den Vorsitz
im Rektorat, das die Hochschule leitet. Dem Rektorat gehören an der
Universität zu Lübeck neben dem Rektor zwei Prorektoren und
die Kanzlerin an.
Die Amtszeit von Prof. Trautwein endet am 30. April 2005. Er war altersbedingt
nicht wieder wählbar. (Rüdiger Labahn)
Notruf und Beratung bei sexualisierter Gewalt an Frauen
und Mädchen
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Notruf
und Beratung bei sexualisierter Gewalt an Frauen und Mädchen,
Ansprechpartnerin: Ursula Schele,
Feldstraße 76, 24105 Kiel.
Bürozeiten: Montag 14:00-17:00 Uhr,
Dienstag bis Freitag 10:00-13:00 Uhr.
Tel. 0431/91144, Fax 0431/91925,
E-Mail Frauennotruf.Kiel@t-online.de
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage www.frauennotrufe.de
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Die
Zielsetzung der Beratungsstelle Notruf und Beratung bei sexualisierter
Gewalt an Frauen und Mädchen (BaF) ist es, durch individuelle
Beratung und Gruppenangebote die sozialen, seelischen und körperlichen
Folgen sexualisierter Gewalt mit den Frauen aufzuarbeiten und ihnen zu
helfen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Darüber hinaus
will die Beratungsstelle durch Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit
die vielfältigen patriarchalen Gewaltstrukturen sichtbar machen,
abbauen und auf die Veränderungen weiblicher Lebenszusammenhänge
hinwirken. Die Themen der Notrufarbeit sind
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(Foto:
www.frauennotrufe.de) |
Vergewaltigung
- Vergewaltigung
im Krieg
- Sexueller
Missbrauch an Mädchen
- Ritueller/satanischer
Missbrauch
- Sexueller
Missbrauch in der Therapie und in Abhängigkeitsbeziehungen
-
Sexualisierte Gewalt gegen ältere Frauen
- Sexuelle
Belästigung am Telefon
- Sexuelle
Belästigung am Arbeitsplatz
- Prostitution/Frauenhandel
- Pornographie/Gewaltvideos
- Sexualisierte
Übergriffe
-
Körperliche Gewalt/Misshandlungen
- Sexualisierte
Gewalt gegen Frauen mit Behinderung
Die
Rufbereitschaft der BaF wurde zugunsten der landesweiten Frauenhelpline
eingestellt. Dort kann frau bei Gewalt Information und Hilfe bekommen.
Unter der Telefon-Nummer 0700/99911444 (0,6 ct pro Minute) kann in der
Zeit von Montag bis Freitag 18:00 bis 3:00 Uhr sowie Samstag und Sonntag
von 10:00 bis 13:00 Uhr eine Mitarbeiterin von der Helpline erreicht werden.
(ro)
Viel
einfacher zum Medizinproduktegesetz
Ergänzend zu unserem Hinweis aus dem Schleswig-Holsteinischen
Ärzteblatt 2/2005 folgender Hinweis: Die Informationen zum Medizinproduktegesetz
und vieles andere mehr sind im Internet jetzt einfacher aufzurufen: www.dimdi.de.
Gleich auf der Startseite findet sich links in der Navigationsleiste das
Stichwort Medizinprodukte. (V)
EBM
2000plus ab 1. April 2005
Der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) ist
die vereinbarte Abrechnungsgrundlage zwischen der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung und den Spitzenverbänden der Krankenkassen und
gilt für die Abrechnung von medizinischen Leistungen bei Kassenpatienten.
Der Bewertungsausschuss von Krankenkassen und Ärzten hat mit Wirkung
vom 1. April 2005 den EBM grundlegend geändert. In dieser neuen Fassung
sind sowohl die EBM-Änderungen als auch die vertraglichen Änderungen
der Kostensätze und die neuen fallzahlenabhängigen Mengensteigerungen
eingearbeitet.
Ebenfalls neu ist, dass der EBM in zwei Bänden erscheint. Beide Bände
erscheinen unter der gleichen ISBN und werden nur zusammen vertrieben.
Band 1
I Allgemeine Bestimmungen
II Arztgruppenübergreifende allgemeine Leistungen
III Arztgruppenspezifische Leistungen
IV Arztgruppenübergreifende spezifische Leistungen
V Kostenpauschalen (BMÄ und E-GO)
Band 2
Anhänge
1. Verzeichnis der nicht gesondert abrechnungsfähigen und in Komplexen
enthaltenen Leistungen, sofern diese nicht als Leistungen in arztgruppenspezifischen
Kapiteln ausgewiesen sind.
2. Zuordnung der operativen Prozeduren nach § 301 SGB V (OPS-301)
zu den Leistungen des Kapitels 31.
3. Angaben für den zur Leistungserbringung erforderlichen Zeitaufwand
des Vertragsarztes gemäß § 87 Abs. 2 S. 1 SGB V in Verbindung
mit § 106 a Abs. 2 SGB V.
Bibliographische Daten:
Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM), Deutscher Ärzte-Verlag
Köln 2005, 1 068 Seiten, zwei Bände, mit EBM-Browser auf CD-ROM,
broschiert, 34,95 Euro, ISBN 3-7691-3171-1, zum downloaden im Internet
unter www.kbv.de. (Dr. Henning Eisenlohr)
Adelt
seit zehn Jahren Chefarzt in Damp
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Dr.
Dieter Adelt
(Foto: Ostseeklinik) |
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Seit
1995 ist Dr. Dieter Adelt verantwortlicher Chefarzt der Neurochirurgie
in der Ostseeklinik Damp. Der 54-jährige Facharzt besitzt langjährige
Erfahrungen auf dem Gebiet der Wirbelsäulenchirurgie. Seine Behandlungsschwerpunkte
liegen unter anderem in der Therapie von Verschleißerkrankungen
und Nervenbedrängungen, wie sie beispielsweise bei Bandscheibenvorfällen,
chronischen Entzündungen von Wirbelgelenken, Verengungen des Wirbelkanals
oder bei Instabilitäten der Wirbelsegmente auftreten.
Dr. Adelt studierte Humanmedizin an den Universitäten in Bochum und
Aachen. Nach Beendigung seines Studiums blieb er vorerst an der Rheinisch-Westfälischen
Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Sein Interesse galt schon früh
der Neurochirurgie. Parallel zu der praktischen Arbeit - zuletzt als Oberarzt
- absolvierte er die Facharztweiterbildung Orthopädische Chirurgie
mit dem Schwerpunkt Wirbelsäulenchirurgie. Weitere Spezialisierungen
im Bereich der Physikalischen Therapie ergänzen sein chirurgisches
Können.
Mit dem Wechsel nach Damp nahm Dr. Adelt seine Tätigkeit als Chefarzt
der Neurochirurgie auf. In mehr als 25 Jahren klinischer Praxis hat sich
die Ostseeklinik von der sportmedizinischen Spezialklinik zu einer interdisziplinären
Institution im Norden entwickelt. Pro Jahr werden in den sieben Fachabteilungen
mehr als 10 000 Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet behandelt. Allein
in der Neurochirurgie unterziehen sich jährlich rund 850 Patienten
einer Lendenwirbeloperation. Die Ostseeklinik gilt als internationales
Referenzzentrum für moderne Operationsmethoden. (Ostseeklinik Damp)
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Wiedereinstieg
in die Arztpraxis
Das
Edmund-Christiani-Seminar der Ärztekammer Schleswig-Holstein (ECS)
bietet erstmals im Frühjahr 2005 ein Seminar in modularer Form an.
Angesprochen werden Frauen - gerne auch Männer - die längere
Zeit nicht in ihrem Beruf tätig waren, z. B. Elternzeit.
Der Kurs findet am Vormittag von 8:45 bis 13:00 Uhr statt, sodass auch
Personen mit Kleinkindern oder schulpflichtigen Kindern die Möglichkeit
haben, daran teilzunehmen. Die drei Module umfassen einen Zeitraum von
je drei Wochen.
1. Verwaltung
2. Medizin
3. Labor
Die Informationsveranstaltung am 28. Januar 2005 fand große Resonanz.
Die Arbeitsgruppe des ECS hatte die Inhalte der Maßnahme vorgestellt.
Eine Besichtigung der Fachräume half die noch offenen Fragen in Kleingruppen
zu klären. (Hs/Nau)
Leserbrief
von Dr. Hans-Joachim Bernotat zum Artikel Unzufrieden mit DMP,
SHÄ 1/2005, S. 20
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| Dr.
Bernotat (Foto: Privat) |
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Endlich hat auch eine
Krankenkasse eingesehen, dass das Disease-Management-Programm (DMP) ein
völlig unausgereiftes, ja totgeborenes Kind ist. Damit wird nicht
nur von der Ärzteschaft berechtigte Kritik laut, sondern endlich
auch vonseiten einer Krankenkasse. Bravo!
Das von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu Unrecht so verhätschelte
Kind ist völlig unausgegoren. Die Qualität der ärztlichen
Versorgung wird in keinster Weise verbessert. Die allgemeine Neigung,
den Bürokratismus abzubauen, wird unterlaufen. Eine bessere Versorgung
durch das DMP erhalten die Patienten nachweislich nicht. Was soll also
der ganze Unsinn?
Nicht umsonst ist die ablehnende Haltung der Ärzteschaft in Schleswig-Holstein
gegen das DMP so einhellig und so umfassend. Was ich allerdings überhaupt
nicht begreifen kann und was für mich den Tatbestand einer Nötigung
beinhaltet, ist, dass einige Kolleginnen und Kollegen offenbar gezwungen
werden, diese überflüssige Bürokratie aufrecht zu erhalten.
Mit Geld wird geködert, der Patient wird seitens verschiedener Krankenkassen
programmiert. Kann sich denn ein vernünftig denkender Mensch vorstellen,
dass der Effektivitätskoeffizient dieser Maßnahme überhaupt
gegeben ist, wenn der Arzt es mit Widerwillen durchführt, ohne wirklich
dahinter zu stehen? Das ist doch eine subtile Art einer Erpressung, oder?
Mein Vorschlag wäre, dass sich die KV und ein kompetentes Ärztegremium
zusammensetzen, um zusammen ein Modell zu erarbeiten, das reale Fortschritte
erbringt, sowohl für den Patienten wie auch für die Ärzteschaft.
Das Durchprügeln des DMP, ohne nach links und rechts
zu sehen, bringt für niemanden irgendeinen erkennbaren Segen.
Dr. Hans-Joachim Bernotat, Plessenstr. 13, 24837 Schleswig
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| Dr.
Olbrich (Foto: Privat) |
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Leserbrief
von Dr. Stefan Olbrich zu der Nachricht in Kürze Focus veröffentlichte
Ärzteliste, SHÄ 1/2005, S. 11
Ihr Artikel über die Ärzteliste der besonders qualifizierten
Kardiologen aus dem Focus erinnerte mich an einen Vorfall
im November 2004.
Am 3. November 2004 besuchte mich nach telefonischer Anmeldung eine Medienberaterin
einer Frankfurter Firma (den Namen habe ich leider nicht mehr parat).
Sie teilte mir mit, dass ich als besonders qualifizierter
Hals-Nasen-Ohrenarzt ausgewählt worden sei, und dass ich, wenn ich
wolle, in der Focusliste der besonders qualifizierten
Hals-Nasen-Ohrenärzte Erwähnung finden würde. Sie bot mir
weiter an, mit einem Filmteam meine Praxis aufnehmen zu wollen, alles
zu fotografieren und mir eine CD-ROM dieses Films zur freien Verfügung
zu stellen. Diese könnte ich unbegrenzt kopieren und an markanten
Orten (Apotheken usw.) auslegen. Dieses würde den Bekanntheitsgrad
meiner Praxis ungeheuer erhöhen und zu einer starken Vermehrung des
Anteils an Privatpatienten führen. Die Vorteile wurden in den blühendsten
Farben geschildert. Auf meine Frage, wie denn die Qualität meiner
Arbeit/Praxis ermittelt worden sei und nach welchen Kriterien die Auswahl
durchgeführt wurde, blieb die Dame mir die Antwort schuldig, bzw.
sie umging sie, indem sie immer wieder auf die Privatpatienten zu sprechen
kam. Auf intensives Nachfragen kam dann heraus, dass diese ganze Aktion
mich nur 5 900 Euro kosten würde, eine Lappalie bei den
zu erwartenden Mehreinnahmen.
Wenn die Liste im Focus auch auf diese Weise zustande kam,
dann kann sich jeder seinen Teil denken. Ich habe von einer solchen Veröffentlichung
(sehr zum Ärger der Medienberaterin) Abstand genommen.
Vielleicht sollten Sie noch einmal recherchieren, ob auch bei den erwähnten
besonders qualifizierten Kollegen ein solches Vorgehen erfolgt
ist.
Dr. Stefan Olbrich, Vorderreihe 9, 23570 Travemünde
Leserbrief
von Albrecht Dix-Bästelein zum Artikel Schmerztherapie soll
Menschenrecht werden, SHÄ 12/2004, S. 51 f.
Der Ruf nach Schmerztherapie als Menschenrecht, der aus der Weltstadt
Hamburg über unser Ärzteblatt bis in die Provinz getragen wird,
soll nicht ungehört verhallen. Beim Lesen von Loosens Artikel bekommt
man doch den Eindruck, dass wir in Schleswig-Holstein in einer Art Entwicklungsland
in Sachen Schmerztherapie leben müssen.
Habe ich da was falsch verstanden? Aber ich kenn doch allein nördlich
des Kanals drei (3) verschiedene, regelmäßige interdisziplinäre
Schmerzkonferenzen, wo ich einmal im Monat hinfahre, um mit anderen schmerztherapeutisch
versierten Kollegen, Physiotherapeuten und Psychotherapeuten meine schwierigen
Fälle zu besprechen! Und habe ich mir den ganzen Aufwand, jedes Jahr
meine schmerztherapeutischen Fortbildungsnachweise und anonymisierte Behandlungsdokumentationen
mit Schmerzfragebögen, standardisierten Anamnesen, Schmerzanalysen
und Schmerztagebüchern an die Schmerztherapiekommission der Kassenärztlichen
Vereinigung (KV) zu schicken, bloß eingebildet? Und bestimmt ist
es auch nicht wahr, dass gerade die Umsetzung und Qualitätssicherung
der Schmerztherapievereinbarung in Schleswig-Holstein bundesweit als vorbildlich
gilt.
Vielleicht sind die scharfen Augen der Hamburger vom Großstadtdunst
getrübt oder Schleswig-Holstein ist doch als Flächenland zu
ausgedehnt, als dass man auch die hiesigen Schmerztherapeuten wahrnehmen
könnte. Oder sind die über 20 Kolleginnen und Kollegen, die
mit mir an der Zusatzvereinbarung der KV teilnehmen und schwerpunktmäßig
schmerztherapeutisch arbeiten, am Ende gar nicht existent? Sonst hätte
doch Werner Loosen nicht geschrieben, dass es nach Angaben der KV
keine ausgesprochene Schmerzpraxis im Lande gäbe ...
Wahrgenommen werden wir Schmerztherapeuten dagegen von einer großen
Patientenschar, die (zumindest in unserer Praxis) auch nach über
sechs Monaten Wartezeit für einen Therapieplatz die ambulanten schmerztherapeutischen
Angebote dankbar annimmt.
Albrecht Dix-Bästelein, Arzt, Asmussenstr. 22, 25813 Husum
Leserbrief
von Dr. Martin Gattermann zum Artikel Evidenzbasierte Medizin -
Stein der Weisen?, SHÄ 2/2005, S. 43 ff.
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| Dr.
Olbrich (Foto: Privat) |
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Es tut gut, dass zwei
so gestandene Kollegen derart profund uns Jüngeren etwas zu sagen
haben. Und sie haben besonders mit ihrem Resümee, dass wir zu feige
zum Widerstand sind, recht.
Was anzumerken wäre, dass es eine Zweiteilung im Versagen der Ärzteschaft
gegenüber der nachdemokratischen Kontroll-Diktatur, die uns beherrscht,
gibt. Die einen treibt der Opportunismus (besonders die meisten Standesorganisationen,
aber auch viele Neuerungs-Gewinnler), die anderen prägt schlicht
die Resignation. Und das sind leider oft die Älteren, sagen wir,
die über 55-Jährigen.
Und hier liegt das besondere Verdienst des Arztehepaares Dres. Hagen.
Sie fordern und leisten Widerstand, obwohl sie es eigentlich gar nicht
mehr nötig hätten. Dank dafür! Und Dank auch dem Ärzteblatt,
dass es diesen erfrischenden und aufrichtigen Artikel veröffentlicht
hat. Vielleicht wird es ja doch noch einmal anders, sprich besser, in
unserem Beruf - und unserem Land!
Dr. Martin Gattermann,
Böhler Landstr. 5, 25826 St. Peter-Ording
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 03/2005
S. 6-13
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