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Nachrichten in Kürze

 

Buchtipp für Ärzte und Patienten

Zur Präventiv-Motivation (dazu bereiter) Patienten geeignet erscheint der Ratgeber „Saluto - Das Programm für Lebensqualität pur“ aus dem Südwest-Verlag, München 2003/2004, ISBN 3517066869, 208 Seiten, 16,95 EUR. Der Sportwissenschaftler Dr. Elmar Wienecke, vielfach tätig für Gesundheitsprojekte der Bertelsmann-Stiftung, hat aus der Erfahrung seines Beratungs- und Übungsinstituts für bewegungsorientierte Salutogenese in Halle, Westfalen, einen populär gehaltenen Band für Einsteiger in Fitnessaktivitäten geschrieben. (hk)



Abwehr der Haut entschlüsselt

Forscher der Universitäts-Hautklinik in Kiel konnten nachweisen, dass das Protein „Psoriasin“ die Haut vor Infektionen mit dem Bakterium Escherichia coli schützt. Dieses Bakterium kommt regulär im menschlichen Darm vor und umgibt uns im täglichen Leben an vielen Orten. Die Wissenschaftler hatten sich gefragt, warum es gesunde Haut normalerweise nicht infiziert, obwohl es sehr häufig vorkommt.

Das aus Hautschuppen im Labor isolierte Protein entzieht den Darmbakterien das lebenswichtige Zink und bringt sie so zum Absterben. Diese im Experiment gewonnenen Ergebnisse ließen sich durch Untersuchungen der menschlichen Haut bestätigen: Die Wissenschaftler konnten höchste „Psoriasin“-Konzentrationen an bakterienreichen Orten wie Kopfhaut oder Achselhöhle nachweisen. Auf den Kontakt mit dem Darmbakterium reagiert die Haut offenbar, indem sie den Schutzstoff vermehrt produziert und ausschüttet, insbesondere, wenn sie vorher mit Bakterien in Kontakt gekommen ist. Auch die Gegenprobe funktionierte: Anti-Psoriasin-Antikörper hoben den natürlichen Hautschutz auf.

Die Untersuchungen gehören in den Rahmen des Sonderforschungsbereich 617 „Molekulare Mechanismen der epithelialen Abwehr“, der sich mit Vorgängen der natürlichen Infektionsprophylaxe von Haut und Schleimhäuten beschäftigt. (Pressestelle CAU)


 
Carl-Heinz Müller  

Neue Gesichter an der Spitze der KBV
KBV-Delegierte haben gewählt

 
Dr. Heinz-Michael Mörlein  

Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat einen neuen Vorsitzenden. Gewählt wurde Dr. Heinz-Michael Mörlein, Frauenarzt aus Bayern. Stellvertretender Vorsitzender ist Carl-Heinz Müller, Allgemeinmediziner aus Rheinland-Pfalz.

Die Vertreterversammlung wählte im Dezember einen Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten und einen Finanzausschuss. Schleswig-Holsteinische Ärzte(innen) sind in diesen beiden Ausschüssen nicht vertreten.

 

Ulrich Weigeldt und Dr. Andreas Köhler (v. l. n. r.)

(Fotos: KBV)

 

Die KBV hat nunmehr einen hauptamtlichen Vorstand. Erster Vorsitzender ist Dr. Andreas Köhler, bisheriger Hauptgeschäftsführer der KBV. Zweiter Vorsitzender ist ab dem gleichen Zeitpunkt Ulrich Weigeldt, Allgemeinmediziner aus Bremen. Köhler wurde 1960 in Hambrücken geboren. Seit 1995 arbeitet der studierte Mediziner und Betriebswirt bei der KBV. Zunächst war er Referent für Gebührenordnungsfragen, seit 1998 Leiter der Honorarabteilung. 1999 wurde er zum stellvertretenden Hauptgeschäftsführer, 2004 zum Hauptgeschäftsführer ernannt.

Weigeldt wurde 1950 in Lüdenscheid geboren, studierte in Kiel und ließ sich 1983 als Hausarzt in Bremen nieder. Er ist seit 1999 stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands und seit 2003 dessen Vorsitzender. Für sein neues Amt wird er diese Tätigkeit aufgeben. (KBV)


Gemeinsamer Bundesausschuss kommt in Gang

 
Ernst Schupeta
(Foto: hk)
 

Der einflussreiche Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), Nachfolger unter anderem des Ausschusses für Ärzte und Krankenkassen, hat sich entgegen ersten Zweifeln anscheinend „gut aufgestellt“ und ist mit seiner Arbeit ordentlich in Gang gekommen. Dieser Eindruck geht aus Pressebeobachtungen der nunmehr transparenteren Tätigkeit seit Beginn (13.01.2004, vgl. SHÄ 2/2004, S. 35) hervor, aber auch konkret aus einem Gespräch mit G-BA-Mitglied Ernst Schupeta in Reinbek. Er ist das einzige „ordentliche“ Mitglied aus Schleswig-Holstein und einer der ganz wenigen aus dem gesamten Norden. Der Vizechef der Hauptverwaltung der Deutschen Angestellten Krankenkasse in Hamburg bis Ende 2003 ist als unabhängiges Mitglied neben dem G-BA-Vorsitzenden Dr. Hess (ehem. Kassenärztliche Bundesvereinigung [KBV]) und anderen im sonst paritätisch besetzten Ausschuss in den Besetzungen „Vertragsärztliche Versorgung - Psychotherapie“ und „Vertragszahnärztliche Versorgung“ sowie als Stellvertreter im Plenum aktiv. Sein Fazit: „Der Einstand des Gemeinsamen Bundesausschusses ist voll und ganz gelungen.“ Ein Beispiel für die nicht gerade leichten Entscheidungen, die aber möglichst einvernehmlich getroffen werden: Die „Rettung“ des Zahnersatzes als Kassenleistung durch den „Befund orientierten Festzuschuss“ ab 2005.

Das Gesprächsklima im Ausschuss sei sachlich und positiv. Auch die Patientenvertreter, die erstmals, wenn auch ohne Stimmrecht, dabei sind, verhielten sich konstruktiv. Für die Zukunft sei die Zusammenarbeit mit dem neuen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen besonders wichtig, das bereits Aufträge des G-BA bekommen habe, z. B. zur Frage der Wundversor-
gung unter Vakuum.

Zur Besetzung des G-BA sei auf § 91 SGB V und www.g-ba.de verwiesen. Das Ganze ist etwas unübersichtlich: Es gibt den G-BA als Plenum mit drei Unparteiischen, neun Vertretern der gesetzlichen Krankenversicherung (AOK: drei, VdAK/AEV: zwei usw.) und neun Vertretern der Leistungserbringer (KBV: vier, Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung: einen, Deutsche Krankenhausgesellschaft: vier). Außerdem gibt es den G-BA (keine Ausschüsse!) als G-BA für ärztliche Angelegenheiten (übergreifend), für vertragsärztliche Versorgung, für vertragsärztliche Angelegenheiten der psychotherapeutischen Versorgung, für vertragszahnärztliche Versorgung und für Krankenhaus-Behandlung. Außerdem werden nach Bedarf kleinere Arbeitsgruppen eingerichtet. (hk)


Krankenhauskosten weiter gestiegen

 
(Foto: BilderBox)

Die Gesamtkosten der deutschen Krankenhäuser sind weiter gestiegen. Nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes kletterten die stationären Kosten etwa trendgemäß um 3,4 Prozent auf fast 55 Milliarden EUR im Jahr 2002 gegenüber dem Vorjahr. Wie es scheint, ist auch für das erste optionale DRG-Jahr 2003 von einer ähnlichen Steigerung auszugehen (sichere Daten frühestens im März zu erwarten).

Pro stationären Behandlungsfall wurden 3 139 EUR ausgegeben (plus fast drei Prozent), in Stadtstaaten wie Hamburg weit mehr (knapp 4 000 EUR durchschnittlich), in Mecklenburg-Vorpommern dagegen am wenigsten mit 2 731 EUR.

Nach Kostenarten entfielen 66 Prozent auf Personalkosten, darunter Kosten der Pflege vor Kosten für ärztliche Tätigkeit. (hk)


Kieler Professoren

Prof. Dr. Stefan Schreiber, durch seine Forschungen zu den genetischen Ursachen unter anderem von Morbus Crohn bekannt geworden, hat den Ruf auf die C4-Professur für Klinische Molekularbiologie angenommen.

Prof. Dr. Martin Schrappe, bisher Medizinische Hochschule Hannover, wurde zum C4-Professor für Allgemeine Pädiatrie ernannt.

Prof. h. c. Günther Fielmann, Chef der Optiker-Kette, erhielt für die Unterstützung zahlreicher Forschungsaktivitäten auf seinem Öko-Hof Ritzerau (Kreis Hzgt. Lauenburg) die Ehrendoktorwürde der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Uni Kiel. (hk)


Kinderchirurgie Kiel zog im Januar in die Kinderklinik um

 

Dr. Sylvia Engler
(Foto: UK S-H)

Im Januar 2005 ist die Kinderchirurgie des Uniklinikums in Kiel, die bisher in der Klinik für Chirurgie in der Arnold-Heller-Straße 7 untergebracht war, in die Kinderklinik im Schwanenweg 20 umgezogen.

„Im vierten Stock der Kinderklinik wird die kinderchirurgische Station ihren neuen Platz finden“, so Dr. Sylvia Engler, Leiterin der Kinderchirurgie. „Ab dem 10. Januar werden wir dann routinemäßig in den Operationsräumen in der Kinderklinik operieren.“

Die Sprechstunden der Kinderchirurgie finden ab Januar in der Poliklinik der Kinderklinik statt, wie bisher montags und donnerstags von 8:30 bis 12:00 Uhr. Auch in den neuen Räumlichkeiten ist die Kinderchirurgie unter den bekannten Telefonnummern erreichbar. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)


Hospiz Kieler Förde geöffnet

In einer angemieteten Etage des Pflegewohnheimes der DRK-Anschar-Schwesternschaft, Kronshagener Weg 128 a, 24116 Kiel, wurden am 1. Januar 2005 zehn Räume für Hospiz-Patienten geöffnet. Eine Erweiterung auf 16 Räume wird zum 1. Juli 2005 angestrebt.

Nach vier Jahren intensiver Vorarbeit hat sich der Kieler Hospiz Förderverein e. V. für diese Lösung entschieden. Zu diesem Zweck wurde als Träger des Hospizes die Hospiz Kieler Förde gGmbH gegründet, zu deren Geschäftsführer Manfred Baxmann bestellt wurde. Es besteht eine enge Kooperation mit der DRK-Anschar-Schwesternschaft sowie mit der Johanniter-Unfallhilfe.

Für Angehörige und Freunde der Hospiz-Patienten stehen Gästezimmer und Übernachtungsmöglich-
keiten zur Verfügung. Eine Teeküche ist vorhanden.

Das Hospiz Kieler Förde ist mit allen notwendigen Einrichtungen für die ärztliche und pflegerische Betreuung Schwerstkranker ausgestattet. Den Patienten stehen ausschließlich Einzelzimmer mit separater Nasszelle zu Verfügung. Jeder Patient hat die Möglichkeit, die Zimmereinrichtung durch persönliche Gegenstände zu ergänzen.

Die DRK-Anschar-Schwesternschaft in Kooperation mit der Johanniter-Unfallhilfe stellt ausgebildete und qualifizierte Pflegekräfte Tag und Nacht zur Verfügung. Die Pflege, Betreuung und der Tagesablauf richten sich nach den individuellen Wünschen und Bedürfnissen der zu Betreuenden.

Auf Wunsch erfolgt eine Begleitung durch ehrenamtliche Helfer des Kieler Hospiz Fördervereins e. V. und der Hospiz Initiative e. V.

Die medizinische Betreuung erfolgt in aller Regel durch den jeweiligen Hausarzt. Dieser kann bei Bedarf Fachärzte mit Erfahrung in der Schmerz- und Palliativmedizin hinzuziehen.

Kooperationen bestehen mit der Palliativ- und Schmerzstation des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, und der II Medizinischen Klinik und Poliklinik im Städtischen Krankenhaus Kiel.

Die Einweisung in das Hospiz erfolgt durch den behandelnden Arzt.

Alle Beteiligten sehen ihre Aufgabe darin, Schwerstkranken ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben bis zum Tode zu ermöglichen.

Oberbürgermeisterin Angelika Volquarzt hat sich bereit erklärt, die Schirmherrschaft für das Hospiz Kieler Förde zu übernehmen.

Auskünfte und Anmeldungen sind über die Pflegedienstleitung des Hospizes Kieler Förde möglich: Hospiz Kieler Förde gGmbH, Kronshagener Weg 128 a, 24116 Kiel, Tel. 0431/1221180. (Hospiz Kieler Förde)


Neuer Sprecher gewählt
Arbeitsgemeinschaft der Psychiatriechefs

Bei ihrem diesjährigen Herbsttreffen wählten die ärztlichen Leiterinnen und Leiter psychiatrischer Krankenhäuser und Abteilungen in Schleswig-Holstein ein neues Sprecherteam. Dr. Angela Schürmann, Ärztliche Direktorin der psychatrium Gruppe Neustadt, und Hans-Joachim Schwarz, Leitender Chefarzt am Psychiatrischen Zentrum Rickling, werden in den kommenden zwei Jahren die Belange der klinischen Psychiatrie und Psychotherapie in Schleswig-Holstein vertreten und Ansprechpartner sein für Fragen der stationären und teilstationären Behandlung in unserem Bundesland.

In der Arbeitsgemeinschaft sind die Ärztlichen Leiter sämtlicher stationärer psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlungseinrichtungen des Landes vertreten. Sowohl die beiden Universitätskliniken als auch die Fachkliniken und Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern arbeiten in diesem Rahmen sehr gut zusammen. Auch der überwiegende Teil der Tageskliniken ist im Arbeitskreis repräsentiert. 1999 gründete die AG einen Weiterbildungsverbund, der die Facharztausbildung Psychiatrie und Psychotherapie sicherstellt.

Die Arbeitsgemeinschaft ist zu erreichen: Dr. Angela Schürmann, psychatrium Gruppe, Wiesenhof, 23730 Neustadt, Tel. 04561/611-301, E-Mail schuermann@ psychatrium.de, und Hans-Joachim Schwarz, Psychiatrisches Zentrum Rickling, Daldorfer Straße, 24635 Rickling, Tel. 04328/18-279, E-Mail schwarz@landesverein.de. (Dr. Angela Schürmann)


Prüfungen in Arztpraxen durch das Landesamt für Gesundheit und Arbeitssicherheit

Das Medizinproduktegesetz (MPG) und die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV), die zuletzt im August 2002 geändert wurden, zeigen nun konkrete Auswirkungen in den Arztpraxen des Landes Schleswig-Holstein. Das Landesamt für Gesundheit und Arbeitssicherheit des Landes Schleswig-Holstein hat bereits im Herbst begonnen, Praxen hinsichtlich der Umsetzung des Gesetzes bzw. der Verordnung zu überprüfen. Dabei wurden urologische Praxen mittels eines Fragebogens angeschrieben und darüber hinaus um die Übersendung von Bestandsverzeichnissen der Medizinprodukte sowie um die entsprechenden Prüfprotokolle gebeten. Danach schloss sich die Begehung vor Ort an. Der Erfahrungsbericht darüber ist in Vorbereitung. Mit der Überprüfung weiterer Praxen wird das Landesamt die Aktion fortsetzen.

Die gesetzlichen Grundlagen (MPG, MPBetreibV) können bei Bedarf im Internet eingesehen bzw. ausgedruckt werden. Eine Zusammenstellung von Gesetzen und Verordnungen zu Medizinprodukten findet sich unter www.dimdi.de. (V)


Elektronische Gesundheitskarte auf dem Weg

 
Ulla Schmidt (Foto: rat)  

Die in § 291 a SGB V vorgesehene Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte (eCard) als Erweiterung der Krankenversicherungskarte bis zum 1. Januar 2006 kommt voran. In Berlin wurde am 11. Januar die neue Telematik-Betriebsgesellschaft („gematik Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte gGmbH“) gegründet, um die Einführung voranzutreiben. Den Gesellschaftsvertrag unterzeichneten im Rahmen einer Pressekonferenz in Anwesenheit der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt u. a. der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, und die Vorsitzende des Ersatzkassenverbandes (VdAK), Dr. Doris Pfeiffer.

Der Gesellschaftsvertrag wird getragen von 15 Spitzenorganisationen der Kostenträger und der Leistungserbringer. Beide Seiten halten je 50 Prozent der Anteile. Bei den Leistungserbringern entfallen auf die KBV 15 Prozent, die Krankenhausgesellschaft DKG zwölf Prozent, acht Prozent auf den Deutschen Apothekerverband und je fünf Prozent auf Bundesärztekammer, Bundeszahnärztekammer und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung. Bei den Kostenträgern führt der AOK-Bundesverband die GKV (45 Prozent) nach der Mitgliederzahl an vor VdAK usw., gefolgt von der PKV (Private Krankenversicherung, fünf Prozent). Beschlüsse können nur mit qualifizierter Mehrheit von 67 Prozent gefasst werden.

Die neue Gesellschaft mit Sitz in Berlin löst das bisher mit Planung und Organisation beauftragte Projektbüro protego.net ab. Zweck der Gesellschaft ist die Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der eCard, eines elektronischen Rezepts und darauf aufbauend von weiteren Telematikanwendungen im Gesundheitswesen wie der elektronischen Patientenakte.

Für die Vertragsärzteschaft sagte KBV-Chef Köhler, er sei zuversichtlich, dass das weltweit größte Projekt dieser Art erfolgreich sei. Die zahlreichen Anforderungen der Praxis einschließlich des Datenschutzes unter einen Hut zu bringen, sei aufwändig und schwer. Immerhin müssten über 100 000 Arztpraxen, über 20 000 Apotheken, über 2 200 Kliniken und 300 Krankenkassen miteinander vernetzt werden: „Daher müssen alle geplanten Funktionen erst einmal den Praxistest bestehen.“ Am wichtigsten sei, die Patienten vom Nutzen der eCard zu überzeugen. Dazu könnten, meinen Beobachter, Erfahrungen der Modellversuche wie in Flensburg beitragen. (hk)


Spendenaufruf der ärztlichen Organisationen für die von der Flutwelle betroffenen Kolleginnen und Kollegen in Süd-Ost-Asien

Nach dem gewaltigen Seebeben im Indischen Ozean, das tausende Menschen an den Küsten mehrerer Länder zu Opfern von Flutwellen machte, läuft nun die internationale Akuthilfe auf Hochtouren. Daneben sind jedoch langfristige Hilfsmaßnahmen wichtig, um den Menschen eine Zukunftsperspektive zu schaffen. Dazu gehört unbedingt der Wiederaufbau der medizinischen Infrastruktur, die in den Katastrophengebieten zerstört wurde. Die Ärztinnen und Ärzte vor Ort wollen und müssen schnell wieder in die Lage versetzt werden, der Bevölkerung aus eigener Kraft eine umfassende Betreuung zu geben. Die Hartmannbund-Stiftung „Ärzte helfen Ärzten“ hat ein Sonderkonto eingerichtet. Die dort eingehenden Spenden werden über den Weltärztinnenbund und den Weltärztebund der Region unmittelbar an die von der Naturkatastrophe heimgesuchten Kolleginnen und Kollegen weitergegeben, damit sie die medizinische Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten wieder angemessen durchführen können.

 
Spenden Sie bitte für die vom Seebeben
betroffenen Ärztinnen und Ärzte:
Stichwort: „Ärzte helfen Ärzten“
Konto-Nr. 777 5555, BLZ 100 906 03,
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Bitte beim Spenden die vollständige Adresse angeben, damit die Spendenquittung zugeschickt werden kann.
 

Prof. Dr. Dr. hc. Hoppe, Präsident der Bundes-
ärztekammer und des Deutschen Ärztetages, Dr. Köhler, 1. Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Thomas, Vorsitzender des Hartmannbundes - Verband der Ärzte Deutschlands e. V., Dr. Montgomery, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e. V., Bundesverband, Prof. Dr. Weiser, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e. V., Dr. Bühren, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes e. V., Dr. Dr. Weitkamp, Präsident der Bundeszahnärztekammer, Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammer e. V., Dr. Walter, Vorsitzender des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V., Dr. Breitling, Präsident der Bundestierärztekammer e. V., Dr. Beckmann, Bundesvorsitzender des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte e. V. (Dr. Helene Kneip)


Tsunami

 
  Dr. Angela Stahl (Foto: rat)

Es war ein sonniger Sonntagmorgen - der zweite Weihnachtsfeiertag versprach ein erholsamer Urlaubstag zu werden. Das Meer schien still, es war Ebbe. Kein Lüftchen wehte.

Doch plötzlich wurde aus dieser Idylle in Sekundenschnelle eine Vergangenheit und statt ihrer trat eine neue Gegenwart voller verheerender Wasserfluten in unser Leben.

Aus Stille wurde Drama. Zerstörung. Trümmer-
wüste. Viele Menschen ertranken, viele Menschen wurden schwerstverletzt. Einige konnten sich retten zwischen vom Wasserstrom fortgerissenem Ge-rümpel und Schlamm.

 
Bitte spenden Sie auf das Konto bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank,
Kontonr. 0007066066, BLZ 230 926 20
 

Sri Lanka zählt im Verhältnis zur Gesamtbevöl-kerung die meisten Todesopfer. Es sind über Dreißigtausend. Und dennoch riskierten die Einheimischen ihr eigenes Leben in dem Bemühen, uns Touristen beizustehen und auch behinderten Ayurveda-Kurgästen behilflich zu sein. Ja, unter Einsatz ihres eigenen Lebens und ihrer Gesundheit haben sich die Einheimischen von Sri Lanka selbst in noch größere Gefahr gebracht.

Wir wurden evakuiert. Auch hier teilten die Einwohner ihren letzten Reis und ihre letzten trockenen Kleidungsstücke, die sie von Freunden aus dem Binnenland organisieren konnten, mit den Touristen.
Zurückgekehrt von diesen überwältigenden Eindrücken war ich fest entschlossen, alles zu tun, um möglichst rasch so viele Spenden wie möglich für dieses Land speziell in Beruwela und Weligama zu sammeln.

Unsere Ärztekammer gewährte mir auf sehr unbürokratische Weise sofortige Hilfe und stellte ihre bestehenden Infrastrukturen zur Verfügung. Sie eröffnete sofort ein Spendenkonto und ist mir bei allen damit verbundenen Fragen eine ausgesprochene Hilfe.

Hiermit rufe ich alle Kolleginnen und Kollegen in Schleswig-Holstein auf, auf dieses Konto zu spenden. Nur 50 Cent reichen aus, um einen Sri Lankesen pro Tag zu ernähren. Das Land braucht sofortige und späterhin auch sehr langfristige Hilfe für den Wiederaufbau seiner Infrastrukturen.

Ich werde über die weitere Nutzung Ihrer Spenden in unserem Ärzteblatt berichten. (Dr. Angela Stahl, Rathausallee 7, 22846 Norderstedt)


Tagesklinik „Am Rosenweg“ in Büchen eröffnet

Die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychothe-rapie, eine Einrichtung der Vorwerker Diakonie, hat im Januar in Büchen (Kreis Herzogtum Lauenburg) ihren Betrieb aufgenommen. Zehn tagesklinische Plätze für Kinder und Jugendliche zwischen fünf und achtzehn Jahren stehen hier jetzt zur Verfügung. Die zur Tagesklinik gehörende Ambulanz hat ihre Arbeit ebenfalls aufgenommen. Sie bietet Beratung und Diagnostik und ist für Familien die erste Anlaufstelle in kinder- und jugendpsychiatrischen Fragen.

In der Büchener Tagesklinik werden u. a. Kinder und Jugendliche mit psychosomatischen Störungen, schulvermeidendem Verhalten, Verhaltensstörungen, Anpassungsstörungen oder seelischen Traumafolgen mit einer Kombination aus Pädagogik und Psychotherapie behandelt. Ergo- und Spieltherapie gehören ebenso zum Angebot wie Einzel- und Familientherapien. Die Patienten kommen von montags bis freitags täglich in die Tagesklinik. Die Nächte und Wochenenden verbringen sie wie gewohnt zu Hause.

Erreichbarkeit der Tagesklinik: Tagesklinik „Am Rosenweg“, Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Lauenburger Str. 39, 21514 Büchen, Tel. 04155/8083-0. (Tagesklinik „Am Rosenweg“)


Zuwachs für das Brustzentrum Herzogtum Lauenburg

 
  Röpersbergklinik
(Foto: Klinik)

Die Röpersbergklinik GmbH & Co. Fachklinik für onkologische Rehabilitation in Ratzeburg KG ist dem Brustzentrum Herzogtum Lauenburg (BzHzgtL), zu dem sich das Johanniter Kranken-haus Geesthacht/ Lauenburg, das DRK-Kranken-haus Mölln-Ratzeburg und das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift Ende 2003 zusammen-geschlossen haben, als vierter gleichberechtigter Partner beigetreten. Eine entsprechende Ergän-zung zur bestehenden Kooperationsvereinbarung ist von den Geschäftsführern Thomas Rupp (Geesthacht), Hans-Martin Kuhlmann (Ratzeburg) und Lothar Obst (Reinbek) sowie Michael Stark und Dr. Rembert Vaerst (Röpersbergklinik) unterzeichnet worden.

Für die weitere Teilnahme am Disease Management Programm (DMP) Brustkrebs in Schleswig-Holstein ist zudem ein Änderungsantrag eingereicht worden. Für die bisherige Teilnahme am DMP Brustkrebs ist dem BzHzgtL - neben sieben weiteren Brustzentren in Schleswig-Holstein - im März 2004 ein Genehmigungsbescheid erteilt worden.

Ungeachtet dieser Teilnahme am DMP Brustkrebs in Schleswig-Holstein strebt das BzHzgtL nunmehr verstärkt eine Zertifizierung als Brustzentrum gemäß den fachlichen Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie an. Die Vorbereitungen hierzu bilden einen wesentlichen Schwerpunkt der Arbeiten des BzHzgtL im Jahr 2005.

Mit dem Beitritt der Röpersbergklinik wird eine insbesondere im Kreis Herzogtum Lauenburg flächendeckende und qualitativ einheitliche Sektoren übergreifende Versorgung von Patientinnen mit Brustkrebs nunmehr einschließlich der Rehabilitation sichergestellt. Insgesamt umfasst das Brustzentrum einschließlich der vier kooperierenden Krankenhäuser nunmehr ein Netzwerk von 21 Kooperationspartnern, mit denen Kooperationsverträge geschlossen worden sind. (BzHzgtL)


Winterprüfung 2004/2005

Prüfungsergebnisse
Noten absolut (%)
1
2
3
5
Nicht bestanden
1
23
33
34
17
(0,93)
(21,30)
(30,56)
(31,48)
(15,74)

Der Zentrale Prüfungsausschuss für Arzthelferinnen hat die Winterprüfung 2004/2005 mit den praktisch/ mündlichen Prüfungen im Januar 2005 abgeschlossen. Die gesamte Prüfung wurde wieder in der Ärztekammer Schleswig-Holstein zentral durchgeführt. Der Dank der Ärztekammer gilt auch in diesem Jahr den Mitgliedern des Zentralen Prüfungsausschusses unter Vorsitz von Beate Burmeister, Pinneberg, und Renate Steinbach, Wedel.

 
Nicole Bornschein
(Foto: Privat)
 

108 Auszubildende haben an der Abschlussprüfung teilgenommen. Davon haben 31 Auszubildende die Abschlussprüfung aufgrund überdurchschnittlicher Leistungen vorzeitig abgelegt. 17 Auszubildende haben die Prüfung leider nicht bestanden. Unser Glückwunsch und unsere besondere Anerkennung gilt folgender Arzthelferin, die die Abschlussprüfung mit „sehr gut“ bestanden hat: Nicole Bornschein aus der Praxis Dres. Hans-Joachim Miertsch, Friedrich Buchholz und Hans-Christian Stehmann, 24340 Eckernförde. (GA)

 


 
Carsten Heppner (Foto: SH)  

Neuer Kammermitarbeiter

Carsten Heppner (38) hat seit Januar die Aufgaben von Dr. jur. Marlis Hübner in der Ärztekammer Schleswig-Holstein übernommen. Er ist nun für Berufsrecht und Ethik in der Rechtsabteilung zuständig, das Gebiet GOÄ kommt später hinzu. Heppner hat vorher sechs Jahre in einer Rechtsanwaltskanzlei in Bad Segeberg gearbeitet, wohnhaft ist er in Lübeck. Seine berufliche Laufbahn begann er mit einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, 1999 absolvierte er sein Jurastudium in Hamburg. Carsten Heppner ist verheiratet und hat zwei Töchter. (SH)

 


Dr. Carsten Hager 80 Jahre

 
Dr. Carsten Hager
(Foto: rat)
 

Seinen achtzigsten Geburtstag feierte der ehemalige Vizepräsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein (1984-1988), Dr. Carsten Hager, am 3. Januar in Bad Oldesloe. In der Zeit seines aktiven Engagements in der Ärztekammer waren Schwerpunkte seiner Tätigkeit ganz besonders das Thema Aids, wo er sich auch unter hohem persönlichen Einsatz um die Fortbildung der Ärzteschaft, aber auch die Aufklärung der Bevölkerung bemühte, sowie die Weiterentwicklung der Gebührenordnung für Ärzte. Nach Aufgabe seiner Tätigkeit als Allgemeinarzt in Bad Oldesloe 1987 blieb er in der Aids-Aufklärung weiter aktiv, baute sie sogar noch aus, hinzu kam ein bis heute anhaltendes Engagement für die an amyotrophischer Lateralsklerose erkrankten Patienten. Seine rhetorische gewandte Art, seine musische Begabung und sein nicht versiegen wollender Humor fanden viele Jahre Ausdruck in den Bad Oldesloer Karnevalssitzungen, denen er eine ganz besondere Note zu verleihen verstanden hat. Die Ärztekam-mer ehrte Carsten Hager 1994 für seine Verdienste mit der von der Bundesärztekammer verliehenen Ernst-von-Bergmann-Plakette. (SL)


Leserbriefe


Leserbrief von Dietrich Bartz, Leiter der Abteilung Qualitätssicherung der Kassenärztlichen Vereinigung, zum Artikel „Schmerztherapie soll Menschen-recht werden“, SHÄ 12/2004, S. 51 f.

 
D. Bartz
(Foto: KVSH)
 

Zumindest in einem Punkt muss dem Beitrag von Werner Loosen im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt 12/2004 widersprochen werden. So beklagt der Verfasser dieses Berichtes eine unzureichende schmerztherapeutische Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland und führt weiter aus, dass es im nördlichsten Bundesland keine ausgesprochenen Schmerzpraxen gäbe. Selbst wenn sich Werner Loosen hier auf Auskünfte der Kassenärztlichen Vereinigung beruft, sind die Angaben unzutreffend und bedürfen der Richtigstellung. Tatsache ist, dass in Schleswig-Holstein zurzeit ca. 110 Ärztinnen und Ärzte berechtigt sind, die Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ zu führen. Darüber hinaus gibt es in Schleswig-Holstein 28 besonders qualifizierte schmerzthe-rapeutische Schwerpunktpraxen. Diese Praxen nehmen an den mit den Primärkassen und den Ersatzkassen abgeschlossenen Schmerztherapie-vereinbarungen teil und behandeln überwiegend chronisch schmerzkranke Patienten. Im Übrigen ist anzumerken, dass das Problembewusstsein der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundes-vereinigung nicht so verkümmert ist, wie dies im o. a. Beitrag behauptet wird. Ab 1. April 2005 werden regionale Lösungen durch eine bundeseinheitliche Schmerztherapievereinbarung abgelöst. Auch der neue EBM 2000plus sieht hierfür besondere Komplexe vor.

Dietrich Bartz, Kassenärztliche Vereinigung, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg


Leserbrief bzw. Kommentar von Dr. Harald Lucius zum Artikel „Schmerztherapie soll Menschenrecht werden“, SHÄ 12/2004, S. 51 f.

 
Dr. Lucius
(Foto: Privat)
 

Es ist das Verdienst von Dr. Dietrich Jungck, sich seit Jahrzehnten um die Schmerztherapie verdient gemacht zu haben und immer wieder den Finger in die Wunde „chronischer Schmerz“ zu legen, mit dessen Diagnostik und Therapie es in Deutschland nach wie vor schlecht steht. Und es droht mit dem neuen EBM 2000plus weiteres Ungemach, da sich bisher eine für alle Beteiligten, insbeson-dere die Patienten, befriedigende Lösung nicht abzeichnet - Schmerzpatienten haben eben nach wie vor auch unter uns Ärzten (fast) keine Lobby, zumindest keine mit Einfluss, wie es scheint. Dennoch bedürfen die Zahlen, mit denen Dr. Jungck zitiert wird, der Korrektur und Richtigstellung, vor allem für Schleswig-Holstein - sooo schlecht ist die Schmerztherapie hierzulande nämlich keines-wegs:

Laut Auskunft der Ärztekammer Schleswig-Holstein wurden seit Einführung der Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ 156 Anerkennungen nach erfolgter Prüfung ausgesprochen bzw. erteilt (Stand 20.12.2004) und nicht wie von Werner Loosen erwähnt „nur“ 30. Dass die Zusatzbezeichnung kein Qualitätsmerkmal ist und zu nichts berechtigt außer zur „Titelführung“, bleibt zu betonen und ist einer der Gründe für die Notwendigkeit des Erhalts und Ausbaus der Schmerztherapievereinbarung von 1994, an der zurzeit in Schleswig-Holstein laut Auskunft und schriftlichem Auszug der Abteilung Qualitätssicherung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) 28 Ärzte(innen) teilnehmen, rechnet man das neue Integrierte Versorgungszentrum in Kiel dazu, sogar 30 (wg. der verschiedenen Abrechungsnum-mern). Evtl. hat Werner Loosen als Autor des Beitrags die Schmerztherapievereinbarung der KV mit der Zusatzbezeichnung der Ärztekammer verwechselt, ein sich immer wieder in die Diskussionen ein-schleichendes bisweilen ärgerliches Missverständnis.

Die schmerztherapeutische Schwerpunktversorgung ruht also in Schleswig-Holstein auf 30 Einrich-tungen, die unter den gleichen Kriterien Qualität abliefern wie die 14 erwähnten Hamburger Praxen und Ambulanzen. Und entgegen der Behauptung gibt es in Schleswig-Holstein sehr wohl „ausgesprochene Schmerzpraxen“, Einrichtungen also, in denen ausschließlich Schmerzpatienten betreut werden - z. B. die Schmerzambulanz der Fachklinik Schleswig. Auch steht mit der Kinderkopfschmerzambulanz am Standort Kiel eine ambulante qualifizierte Anlaufstelle für Kinder zur Verfügung, in Datteln an der Vestischen Kinderklinik gibt es ebenfalls eine qualifizierte Ambulanz für Kinderschmerztherapie. In Kiel-Heikendorf betreibt die AOK die bisher einzige WHO-Schmerzklinik (zugegeben, eine stationäre Ein-richtung).

Ganz so schlimm, wie der Artikel von Werner Loosen einen glauben machen könnte, ist die Lage nicht, oder doch?

Wirklich verlässliche Zahlen stehen nicht zur Verfügung, wenn es um bundesweite Daten geht, die aktuellsten entstammen noch einem Bundessurvey des Jahres 1998, neuere Zahlen konnte auf Anfrage auch die Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (vormals Stk) nicht nennen. In der Tat wird man unter Einbeziehung einer gewissen Dunkelziffer von ca. 10-15 Millionen Schmerz-kranken ausgehen müssen, von denen, so die Annahme der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes, 10-15 Prozent chronisch schwerkrank und damit auf qualifizierte Hilfe angewiesen sind, darunter nahezu alle Tumorschmerzkranken (etwa 500 000). Für diese Zahl von etwa 1,5 Millionen Patienten stehen in der Tat nur knapp 500 qualifizierte (?) ambulante und stationäre Einrichtungen zur Verfügung (davon immerhin 30 in Schleswig-Holstein) - ein fürwahr unhaltbarer Zustand, wenn sich 17 Prozent aller Deutschen als chronisch schmerzkrank bezeichnen, immerhin 19 Prozent von ihnen (ca. 2,6 Millionen) geben ausschließlich (!) seelische Gründe an. Dass unser medizinisches Versorgungs-system eher krank als gesund macht - und zwar inzwischen bis auf Kassenvertreter und Politik alle Beteiligten - hat bisher nicht zu einer Veränderung der Haltung gegenüber dem Problem chronischer Schmerz geführt und - darin ist Dr. Jungck nur zuzustimmen - eine Änderung dieses Zustands ist wichtiger denn je, es könnte sonst tatsächlich das eintreten, was in seiner Praxis als Aushang zu lesen ist - chronische Schmerzpatienten können (auch weiterhin) nicht mehr ausreichend versorgt werden.

Dr. Harald Lucius, Fachklinik Schleswig, Am Damm 1, 24823 Schleswig


Leserbrief von Dr. Dr. med. dent. Dirk Hermes zum Artikel „Porträt: Prof. Dr. Dr. von Domarus“, SHÄ 12/2004, S. 28 f.

 
Dr. Hermes
(Foto: Privat)
 

Es ist wohl wahr, dass nicht nur der Abschied von Prof. von Domarus durch die Herabstufung der Kiefer- und Gesichtschirurgie am UK S-H, Campus Lübeck, zu einer Sektion der HNO-Klinik getrübt wird.

Effektiv unwahr und kontraproduktiv sind aber die weiteren Aussagen zur der-zeitigen Verfassung des Fachs in Lübeck.

So wird die - fachlich eigenständige - Sektion Kiefer- und Gesichtschirurgie tatsächlich von einem durch langjährige Tätigkeit in Lübeck bestens eingeführten C3-Professor für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (MKG) als Kommissarischen Sektionsleiter geführt. Organisatorische oder fachliche Einflussnamen/ Repressalien durch die (namentlich übergeordnete) Hals-, Nasen- und Ohrenklinik sind nicht existent.

Die Personalplanung und -führung liegt uneingeschränkt in der Hand des Sektionsleiters, der sowohl über die oralchirurgische als auch mkg-chirurgische Weiterbildungsberechtigung verfügt.

Fazit: Das Fach „Kiefer- und Gesichtschirurgie“ in Lübeck hatte durchaus schon rosigere Perspektiven. Eine Notwendigkeit, diese durch einen fehlerhaft recherchierten Artikel im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt noch unvorteilhafter und komplizierter darzustellen, besteht allerdings nicht.

Dr. Dr. med. dent. Dirk Hermes, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, UK S-H, Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck


Leserbrief von Dr. Hans Thomas Hansen zum Artikel „Porträt: Prof. Dr. Dr. von Domarus“, SHÄ 12/2004, S. 28 f.

In der Ausgabe 12/2004 berichten Sie im Porträt von Prof. von Domarus, dass er in Kiel bei Prof. Reinwein erlebt habe, wie dieser im Kolleg immer die Hand auf die Schulter des vorgestellten Patienten hielt. Als einem der letzten Assistenten von Prof. Reinwein erscheint mir dies doch recht unwahr-scheinlich, wenn Prof. von Domarus sein Medizinstudium im Jahre 1959 begonnen hat. Prof. Reinwein hat die Leitung der Medizinischen Klinik schon am 31.10.1962 an Prof. Bernsmeier übergeben. Vor diesem Zeitpunkt dürfte Prof. von Domarus kaum Vorlesungen in Innerer Medizin gehört haben.

Dr. Hans Thomas Hansen, Oldensworth 20, 24837 Schleswig


Leserbrief von Dr. Burckhard Schürenberg zum Bericht über die Kammer-versammlung, SHÄ 12/2004, Seite 17 ff.

Liest man den Bericht über die Kammerversammlung, so kann man nur sagen: Alles bestens! Wir sind richtig gut! Gute Ergebnisse (für wen?)! Nur das Parkdeck war nicht aufgeräumt und die Geflügelbeinchen nicht fleischig genug. Aber abgesehen davon: toll, toll, toll. Wir Ärzte als Geldeintreiber für die Krankenkassen, neuer EBM (Schwachsinn, da nicht mehr Geld zur Verfügung steht), neue Chipkarte (natürlich auf unsere Kosten), neue Unsinnsformulare (z. B. Transportschein) - die Bürokratie wird uns alle auffressen, und es wird nicht einmal thematisiert.

Ach ja - unser tolles Bauvorhaben. Auch toll, toll, toll! Heißer Tipp: Wenn Möbel Kraft mal Pleite gehen sollte - sofort aufkaufen! Dann können wir endlich richtig ranklotzen. Bad Segeberg muss komplett aufgekauft werden. Das muss das Ziel sein!

Und ganz beiläufig huscht man über eine Etatsteigerung von 5,5 Prozent hinweg. Das sind Steigerungen, für die würden nicht nur Niedergelassene, sondern vermutlich auch die Geschäftsführer aller Kliniken auf den Knien nach Berlin rutschen!

Die Kammer gibt, die Kammer nimmt. Was sie nimmt ist klar - jährlich auf unserem Veranlagungsbescheid zu lesen. Aber was gibt sie uns?

Dr. Burkhard Schürenberg, Fischbrückstr. 8, 24837 Schleswig


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 02/2005

S. 6-14