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Medizin und Wissenschaft
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Patientenschulungen
bei Neurodermitis Hintergrund Ein solches Konzept
ist nur mit einem interdisziplinären Team möglich, das sich
aus Ärzten (Haut- und Kinderärzten) möglichst mit der Zusatzbezeichnung
Allergologie, Psychologen und Ernährungsfachkräften (Diätassistenten
oder Ökotrophologen) zusammensetzt.
Schulungskonzepte
und -inhalte Im Auftrag des Bundesministeriums
für Gesundheit und Soziales (in Kooperation mit den Krankenkassen)
führten vier Haut- und vier Kinderkliniken im Rahmen der Arbeitsgemein-schaft
Neurodermitis-Schulung (AGNES) eine prospektive Studie durch, in der die
Wirksam-keit von Schulungen mit den Routinebehandlungen ohne Schulungen
verglichen wurde. Für alle Altersgruppen (Eltern betroffener Kinder
im Alter von 0-7 Jahren, 8-12 jährige Kinder, Jugendliche im Alter
von 13-17 Jahren) ließen sich signifikant bessere Ergebnisse hinsichtlich
der Effektivitätsparameter (u. a. Schweregrad, Juckreiz, Schlaflosigkeit,
Lebensqualität) für die Schulungs- im Vergleich zur nichtgeschulten
Gruppe erzielen. Analog sind die Evaluierungsergebnisse
bei betroffenen Erwachsenen, für die wir Schulungskonzepte im Rahmen
der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) erarbeitet
haben. Ziel der Schulungen
ist die Vorbeugung neuer Neurodermitisschübe bzw. die bessere Bewältigung
und Abkürzung bestehender Schübe. Dieses lässt sich durch
folgende Schulungsinhalte erreichen:
Juckreiz- und Stressbewältigungsstrategien
gehören zu den Aufgaben der Psychologen (2. Sitzung). Ärzte
gehen auf die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Erkrankung ein,
ebenso werden weitere Einflüsse auf das Krankheitsbild besprochen
(3. Sitzung). Ernährungsfachkräfte informieren in der 4. Sitzung
über die richtige Ernährung. Hierzu gehört v. a. das Aufzeigen
vieler sinnloser Diäten, die mehr Schaden als Nutzen bringen. Die
stadiengerechte Anpassung der Externatherapie beinhaltet die nächste
Sitzung (5. Sitzung). Zusätzlich werden Therapiemöglichkeiten
besprochen und gemeinsam wird das Für und Wider alternativer Behandlungsmethoden
erarbeitet. In der letzten Sitzung (6. Sitzung) mit Ärzten und Psychologen
wird das Erarbeitete und Gelernte gefestigt und auf Alltagssituationen
übertragen, um das Selbstmanagement der Patienten und deren Eltern
zu fördern. Qualifikation zum
Neurodermitis-Trainer Neben der Qualifikation
sind ein interdisziplinäres Team qualifizierter Trainer für
alle o. g. Bereiche sowie entsprechende Schulungsräume, Unterrichtsmaterialien
und Schulungsmanual Voraussetzung für die Durchführung von Schulungen.
Neurodermitisschulungen
in Schleswig-Holstein Bei Fragen stehen
Ihnen Kollegen, die nach den o. g. Konzepten Neurodermitisschulungen durchführen,
gern zur Verfügung: PD Dr. Regina Fölster-Holst,
Inga Kreiselmaier, Viola Harde, Anne Lukas, Klinik für Dermatologie,
Venerologie und Allergologie, Tel. 0431/ 597-1579, -1512, Dr. Sibylle
Scheewe, Fachklinik für Kinder-und Jugendliche der LVA, Sylt, Tel.
04651/8520, E-Mail fks.aerzte@t-online.de, Dr. Norbert Buhles, Dermatologie,
Asklepios Nordseeklinik, Westerland/Sylt, Tel. 04651/841501 Für die Verfasser: PD Dr. Regina Fölster-Holst, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, UK S-H, Campus Kiel, Schittenhelmstr. 7, 24105 Kiel, Tel. 0431/597-1596, -1579, -1512, Fax 0431/597-5349, E-Mail rfoelsterholst@dermatology.uni-kiel.de |
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