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Unsere Nachbarn

Kassenärztliche Vereinigung Hamburg
Einziger Nichtmediziner an der Spitze einer KV

Angefangen hat er in den 80er Jahren als Angestellter in der Abrechnungsabteilung - ab Januar ist er hauptamtlicher Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hamburg: Dieter Bollmann. Der 55-jährige Volkswirt wurde pünktlich zu seinem 25-jährigen Betriebsjubiläum zum KV-Vorsitzenden gewählt - damit steht er als einziger Nicht-Mediziner an der Spitze einer KV in Deutschland.

Dieter Bollmann
(Fotos: di)
Dr. Michael Späth
Dr. Wolfgang Wesiack

Mangelnden Einfluss müssen Hamburgs Ärzte in ihrer Körperschaft trotzdem nicht befürchten.
„Es geht um die Sache, nicht um Ämter“, ist einer der Sätze, die zu Bollmann passen. Der seit 1990 amtierende Hauptgeschäftsführer ist trotz seines Aufstiegs bescheiden geblieben. Auch als hauptamtlicher KV-Chef wird sich das kaum ändern. Bollmann verweist gern auf das in Hamburg eingespielte Team um den amtierenden KV-Vorsitzenden Dr. Michael Späth, das auch nach den für viele KVen umwälzenden Neuerungen ab ersten Januar in kaum veränderter Zusammensetzung weiter arbeiten wird. Die bisherigen Verwaltungschefs Dieter Bollmann und Walter Plassmann wechseln in den KV-Vorstand, die bisherigen KV-Vorsitzenden Dr. Michael Späth und Dr. Wolfgang Wesiack werden im neuen Jahr Vorsitzende der Vertreterversammlung (VV). Und auch die bisherigen KV-Vorstandsmitglieder Dr. Hartmut Horst als Sprecher des Beratenden Fachausschusses Fachärztliche Versorgung und Diplompsychologin Christa Pries als Sprecherin des Beratenden Fachausschusses Psychotherapie wirken weiterhin an entscheidender Stelle mit.

Neu in der Runde ist einzig Allgemeinmediziner Klaus Schäfer als Sprecher des Beratenden Fachausschusses Hausärztliche Versorgung. Die beiden VV-Vorsitzenden Späth und Wesiack sowie die drei Fachausschuss-Vorsitzenden bilden gemeinsam den ärztlichen Beirat, der den zweiköpfigen Vorstand mit Bollmann und Plassmann berät. Die entscheiden zwar, stimmen sich aber eng mit diesem ärztlichen Beirat ab. Der wiederum wird sich schon durch die Mitwirkung Späths und Wesiacks an die Beschlüsse der VV halten. Die Vertreterversammlung ist zwar nach den gesetzlichen Vorgaben auf 30 Mitglieder verkleinert worden. Doch den Kontakt zur Basis werden VV und Vorstand durch regelmäßigen Informationsaustausch mit den 22 Kreisstellenvorsitzenden in der Hansestadt pflegen. Befürchtungen, dass im hauptamtlichen Vorstand künftig Entscheidungen am ärztlichen Interesse vorbei getroffen werden könnten, hält Bollmann schon wegen dieser in der Satzung geregelten Zusammenarbeit für abwegig. Zugleich gibt er zu bedenken, dass er als Angestellter der KV ohnehin nicht am Interesse der Ärzte vorbei agieren kann und will. Bei aller Kontinuität in der personellen Besetzung der Spitzenposten wird sich in der KV Hamburg dennoch einiges ändern. Die Verwaltung wird in vier Hauptbereiche (Finanzen und Verwaltung, Abrechnung, Sicherstellung und Versorgung sowie Verträge) untergliedert, von denen beide Vorstandsmitglieder künftig je zwei Bereiche verantworten. Von den bestehenden Abteilungen werden einige, wie etwa Buchhaltung oder Niederlassungsberatung, aufgelöst und in anderen Bereichen aufgehen. Außerdem kommen neue Einheiten hinzu, etwa für neue Versorgungsformen und Qualitätsmanagement. Unter dem Strich, hofft Bollmann, wird sich die KV für die Ärzte als Dienstleister weiter entwickeln. (di)


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 11/2004

S. 62