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Tätigkeitsbericht
Tätigkeitsbericht 2003
des Vorstandes der Ärztekammer Schleswig-Holstein
Bearbeitung: Marion David, Tanja Holst-Oldenburg

Teil IV

Einrichtungen der Ärztekammer

Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung
Eigentlich könnte jeder Jahresbericht einer ärztlichen Institution mit den Worten beginnen:
„Es war ein Jahr der Verunsicherung, der Diskussionen, neuer Gesetze und Bestimmungen usw.“
Wir spüren dieses in unserer eigenen beruflichen Tätigkeit aber auch im Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen, die die Veranstaltungen der Akademie besuchen. Die Unsicherheit über die berufliche Zukunft, die Auswirkung des Gesundheitsmodernisierungsgesetz für die Fortbildungsverpflichtung der Kassenärzte und ein allgemeines Frustrationszenarium hinterlassen schon ihre Spuren. Trotz dieser Schwierigkeiten hoffen wir, auch für das Jahr 2003 wieder einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können. Sollte dieses aber nicht gelingen, so werden wir dieses mit der recht großen Rücklage, die wir in den letzten Jahren gebildet haben, ausgleichen können. Vorsichtshalber haben wir aber den Haushaltsplan für das Jahr 2004 bewusst etwas geringer als im Vorjahr angesetzt.

Die fünf bestbesuchten Akademie-Veranstaltungen waren:
Interdisziplinäre Jahresveranstaltung
117 Besucher
ADHS und ADS im Erwachsenenalter
81 Besucher
Immunologie und Schutzimpfungen
78 Besucher
Diabetologie 40-Std.-Kurs
75 Besucher
Fachkunde Rettungsdienst 80-Std.-Kurs
74 Besucher

Die Akademiestatistik zeigt die Situation des Jahres. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Teilnehmerzahl in Bad Segeberg um etwa 800. Bei Veranstaltungen außerhalb stieg sie dagegen um etwa 400. Kummer bereiten uns aber die 20 Veranstaltungen, die abgesagt werden mussten, weil sich nicht genügend Teilnehmer hierfür gemeldet hatten. Wir kalkulieren die Kosten für eine Veranstaltung recht genau und können dann einschätzen, wie viele Teilnehmer für eine Kostendeckung nötig sind. Ist diese Größe nicht etwa zwei Wochen vor der Veranstaltung erreicht, müssen wir leider absagen! Deswegen wieder die herzliche Bitte an alle Kolleginnen und Kollegen, sich frühzeitig (schriftlich, E-Mail, telefonisch) anzumelden.

Ein großer Erfolg war unsere Jahresveranstaltung mit 117 Besuchern. Das Konzept der interdisziplinären Veranstaltung wollen wir auch im Jahre 2004 fortsetzen und hoffen auf das Interesse der Ärzteschaft.

Nach dem Statut sind der Akademie noch das Institut für Psychotherapie und das Hausärzteseminar angegliedert. Die Organisation der jeweiligen Veranstaltungen und die Haushaltsführung obliegen der Akademie.

Neben den regelmäßigen Vorstandssitzungen des Akademievorstandes führen wir Moderatorensitzungen für Allgemeinmedizin und Qualitätsmanagement durch und haben eine Arbeitsgruppe Palliativmedizin gebildet. In diesen Arbeitsgruppen werden die Fortbildungsthemen festgesetzt und neue Konzepte erarbeitet.

Die Akademie ist auch die Geschäftsstelle der Fördergesellschaft und des Förderkreises Qualitätssicherung. Neben der Mitgliederverwaltung und der allgemeinen Geschäftsführung für beide Gremien organisieren und führen wir eine Veranstaltung pro Jahr durch. Auch wenn dieses eine ganz erhebliche Mehrarbeit für die Mitarbeiter der Akademie bedeutet, begrüßen wir diese enge Zusammenarbeit, da wir hierdurch neue Anregungen für eigene Kurse bekommen und in der Fördergesellschaft eine Institution haben, die unsere Arbeit seit 25 Jahren finanziell unterstützt.

Der Akademieleiter, seine Vorstandskollegen und die hauptamtliche Leiterin nehmen an den Sitzungen des Finanzausschusses und Seminarausschusses/medizinische Fachberufe teil.

Damit wir auch den Kontakt zu den anderen Bundesländern und deren Akademien halten, nimmt die Akademieleitung an den regelmäßigen Sitzungen des Senates für ärztliche Fortbildung sowie an den Kursleitertreffen für Allgemeinmedizin und Qualitätsmanagement im Hause der Bundesärztekammer teil.

Die ehren- und hauptamtlichen Leiter der Akademien in der nördlichen Hälfte Deutschlands treffen sich regelmäßig zu Sitzungen des Nordverbundes, um Erfahrungen auszutauschen und neue Konzepte gemeinsam zu beraten. Auch dieses ist für uns eine wertvolle Erfahrung, da sie uns hilft, Entwicklungen und besonders nachgefragte Themen rechtzeitig zu erfahren und in unserer Organisation einzubauen.
Dieser etwas ausführlichere Jahresbericht soll Ihnen die enge Vernetzung der Akademiearbeit mit den Institutionen der Ärztekammer und anderen ärztlichen Gremien in Schleswig-Holstein und in anderen Bundesländern aufzeigen.

Die Kammerversammlung hat in ihrer letzten Sitzung im Jahre 2003 dem Erweiterungsbau in der Esmarchstraße zugestimmt. Der Vorstand der Akademie freut sich auf die Möglichkeit, in etwa einem Jahr in neuen, modernen Räumen die Akademiearbeit fortsetzen zu können. Die Ärztekammer wird wegen der Fortbildungsverpflichtung der Kassenärzte in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung die Basis für ein breites Fortbildungsangebot in Bad Segeberg schaffen und die Akademie wird dieses mit eigenen Ideen ergänzen und durchführen.

Edmund-Christiani-Seminar
Die Aus- und Fortbildungsaktivitäten des Edmund-Christiani-Seminars konnten im Jahr 2003 weiter intensiviert werden. Auch die Ärztekammer und die Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung haben die Möglichkeiten des Fort- und Weiterbildungskomplexes der Kammer in der Esmarchstraße in verstärktem Umfang in Anspruch genommen.

Ausschuss „Überbetriebliche Ausbildung“
Der Ausschuss „Überbetriebliche Ausbildung“ des Edmund-Christiani-Seminars hat im Berichtsjahr 2003 einmal getagt und befasste sich mit den Entwicklungen der überbetrieblichen Ausbildung für Arzthelfer(innen) (wie z. B. Krankenhausarzthelferin, Organisationsarzthelferin, Gestaltung der EDV-Unterweisung usw.)

Sitzung: 26.08.2003

Mitglieder des Ausschusses Überbetriebliche Ausbildung
Dr. Karl-Werner Ratschko/Bad Segeberg (Vorsitz), Dr. Franz-Bernhard Bambas/Bad Segeberg, Dr. Sigrid Leszke/Preetz, Tatjana Haase/Lübeck, Astrid Rudolphi/Högersdorf, Renate Steinbach/Wedel, Thomas Sörensen/Welmbüttel, Johann Tüchsen/ Niebüll, Carmen Westphal/Breitenfelde, von der Geschäftsstelle: Hans-Werner Buchholz, Cornelia Ubert, Svenja Junge

Überbetriebliche und erweiterte überbetriebliche Ausbildung
Die überbetriebliche Ausbildung wurde im Berichtszeitraum routinemäßig durchgeführt.
2 024 Auszubildende, davon 493 Teilnehmerinnen im Rahmen der erweiterten überbetrieblichen Ausbildung haben im Kalenderjahr 2003 die überbetrieblichen Ausbildungswochen absolviert.
Die Abstimmung der Terminpläne für die jeweils fünftägige überbetriebliche Ausbildung der einzelnen Schulklassen des Ausbildungsjahres 2003/2004 mit den Vertretern der Berufsschulen Schleswig-Holsteins fand am 08.04.2003 in Bad Segeberg einvernehmlich statt.

Bildungsveranstaltungen des ECS
Neben der überbetrieblichen Ausbildung gehörten im Berichtsjahr 2003 folgende Bildungsmaßnahmen zum regelmäßigen Seminarangebot des Edmund-Christiani-Seminars:

  • Prüfungsvorbereitungswochen für auszubildende Arzthelfer(innen)
  • Vorbereitung auf die externe Prüfung zur Arzthelferin
  • Wiedereingliederungsmaßnahme für Arzthelfer(innen)
  • Umschulungsmaßnahme zur Arzthelferin
  • 120-Stunden-Röntgenkurse

Prüfungsvorbereitungswochen für auszubildende Arzthelfer(innen)
In den Monaten Januar bis April 2003 hat das ECS für die Bereiche Labor, Medizin und Verwaltung insgesamt 19 Prüfungsvorbereitungskurse mit insgesamt 302 Teilnehmern angeboten. Die Termine fanden jeweils an einem Wochenende (Freitag bis Sonntag) statt und dienten der Vertiefung von Fertigkeiten und Kenntnissen, die wesentliche Bestandteile der Ausbildungsverordnung und damit der Prüfungsanforderungen für den Ausbildungsberuf „Arzthelferin“ sind.

Vorbereitung auf die externe Prüfung zur Arzthelferin
Von Januar bis Februar 2003 fand ein Seminar zur Vorbereitung auf die externe Prüfung zur Arzthelferin mit zwölf Teilnehmerinnen statt. Dieses Seminar umfasste vier Blockwochen und diente zur Auffrischung der Kenntnisse. Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung ist eine 6-jährige Tätigkeit (doppelte Ausbildungszeit) in einer Arztpraxis. Dieses Seminar wurde im Herbst 2003 erneut angeboten.

Wiedereingliederung für Arzthelfer(innen)
Das Edmund-Christiani-Seminar führte in der Zeit von März bis Juli 2003 erneut eine Wiedereingliederungsmaßnahme für Arzthelferinnen durch. Diese Veranstaltung ist insbesondere für Arzthelferinnen geeignet, die wieder in das Berufsleben zurückkehren und ihre Kenntnisse und Fertigkeiten auffrischen möchten. Es nahmen 24 Berufsrückkehrerinnen an dieser Maßnahme teil.

Umschulung zur Arzthelferin
Die am 02.04.2002 gestartete Umschulungsmaßnahme zur Arzthelferin wurde im Dezember 2003 mit der Winter-Abschlussprüfung beendet. 22 Teilnehmerinnen haben die Prüfung mit überdurchschnittlichen Leistungen erfolgreich absolvieren können.

Am 1. April 2003 wurde eine neue Maßnahme mit 23 Teilnehmerinnen begonnen, die im Januar 2005 ihre Abschlussprüfung im Rahmen der Winterprüfung ablegen werden.

Eingebunden in die Umschulungsmaßnahme ist ein 11-monatiges Praktikum, welches in einer Arztpraxis absolviert wird.

Strahlenschutzkurse für medizinisches Assistenzpersonal
2003 führte das Edmund-Christiani-Seminar (ECS) in Zusammenarbeit mit dem Strahlenschutzseminar der Christian-Albrechts-Universität drei 120-Stunden-Kurse für medizinisches Assistenzpersonal mit insgesamt 57 Teilnehmern durch.

Erst nach erfolgreicher Teilnahme an einem 120-Stunden-Kursus ist medizinisches Assistenzpersonal berechtigt, im Röntgenbereich tätig zu sein.

Fortbildungsveranstaltungen des ECS
Neben den Bildungsmaßnahmen gibt es umfangreiche Fortbildungsangebote im Edmund-Christiani-Seminar, so z. B.:

  • Zertifikatkurse und Fortbildungsveranstaltungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ärztinnen und Ärzten
  • Weiterbildung zur Praxismanagerin
  • Kommunikationsseminare mit der Lufthansa
  • Weiterbildung zur Arztfachhelferin

Praxismanagerin und Arztfachhelferinnen
Das Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn, fördert einen Modellversuch „Praxismanagerin“ bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein im Wege der Projektförderung mit entsprechenden Bundesmitteln zur Durchführung einer Qualifizierungsmaßnahme „Praxismanagerin“ für den Zeitraum vom 1. Oktober 2000 bis 30. September 2003. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Gesellschaft für Informationsmanagement und Forschung im Gesundheitswesen, Kiel.

Das Modellprojekt wurde im Berichtszeitraum 2003 erfolgreich fortgesetzt.

Teilnehmerinnen einer solchen Bildungsmaßnahme sollen eine berufliche Qualifikation erwerben, die sie befähigt, die betriebswirtschaftlichen Ziele in den zu vermutenden zukünftigen größeren Organisationseinheiten der ambulanten medizinischen Versorgung in enger Abstimmung und im Auftrage der Praxisinhaber mitzubestimmen und realisieren zu helfen sowie eigenverantwortlich Führungs- und Managementaufgaben erfüllen zu können.

Das Curriculum mit insgesamt 640 Stunden beinhaltet sechs Module, die jeweils mit einer schriftlichen Prüfung abgeschlossen werden:
- Grundlagen der beruflichen Bildung („Ausbildung der Ausbilder“) - 120 Stunden
- Qualitätsmanagement - 120 Stunden
- Betriebswirtschaftliche Praxisführung - 100 Stunden
- Betriebswirtschaftliches Rechnungs- und Fi- nanzwesen - 100 Stunden
- Personalmanagement - 100 Stunden
- Informations- und Kommunikationstechno- logien - 100 Stunden.

Insgesamt umfasst der Kurs 800 Stunden und erstreckt sich über rund 32 Wochenendtermine (Freitagnachmittag bis Sonntag) und neun Monate. 160 Stunden entfallen auf ein Praktikum mit einer Abschlussarbeit. Das Praktikum kann sinnvollerweise auch in der „eigenen“ Praxis absolviert werden, besonders wenn dies eine größere Gemeinschaftspraxis oder Netzpraxis ist.

Die Prüfungsordnung wurde nach Beschlussfassung durch den Berufsbildungsausschuss und nach Verabschiedung durch die Kammerversammlung am 27.03.2002 vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz Schleswig-Holstein am 08.07.2002 genehmigt und im Amtsblatt für Schleswig-Holstein veröffentlicht.

Die Teilnehmerinnen des 2. Modelllehrgangs haben nach Beendigung der 6 Module mit insgesamt 640 Stunden im Juni 2003 in der 2. Hälfte ein 160-stündiges Praktikum absolviert und ihre Abschlussarbeiten als Hausarbeit geschrieben, die von den zuständigen Dozenten bewertet wurden.

Am Ende stand eine mündliche Prüfung im Januar 2004, die nach erfolgreichem Bestehen alle 25 Teilnehmerinnen nunmehr zum Führen der Bezeichnung „Praxismanagerin“ berechtigt.

Nach Beendigung des Modellprojektes wird ab April 2004 die „Weiterbildung zur Praxismanagerin“ als berufsbegleitende Seminarreihe angeboten. Aufgrund der großen Nachfrage stehen bereits die Termine für eine weitere Seminarreihe ab September 2004 fest und auch die ersten Anmeldungen für einen nächsten Kurs sind schon eingegangen.

Die Weiterbildung zur Arztfachhelferin ist seit Anfang der Achtzigerjahre eine begehrte Maßnahme für Arzthelferinnen, die sich vor allem mit der zusätzlichen Qualifikation im organisatorischen und verwaltungstechnischen Bereich in der Arztpraxis beschäftigt. Die Weiterbildung umfasst 300 Pflicht-Unterrichtsstunden, die in neun Blöcken an Wochenenden bzw. auch innerhalb von Wochenveranstaltungen angeboten werden. Die Arzthelferinnen können sich zur schriftlichen und mündlichen Prüfung anmelden, sobald sie an allen neun Weiterbildungsblöcken des Pflichtteils teilgenommen haben.

Die im August 2003 begonnene 24. Seminarreihe der Weiterbildung zur Arztfachhelferin wurde nach den bundeseinheitlichen Richtlinien gestaltet. Mit den 24 Teilnehmerinnen aus dieser Seminarreihe werden voraussichtlich insgesamt 496 Arzthelferinnen den Arztfachhelferinnenbrief der Ärztekammer Schleswig-Holstein erhalten haben.

Kommunikationsseminare mit der Lufthansa
Im Berichtsjahr 2003 wurden die seit 1994 gemeinsam mit der Lufthansa/Frankfurt bestehenden Seminare für Arzthelfer(innen) im Umgang mit Patienten erfolgreich fortgesetzt. Es wurden drei 2-tägige Kommunikationsseminare mit 53 Teilnehmer(innen) durchgeführt. In diesen Veranstaltungen erlernten damit bereits insgesamt 1 014 Arzthelfer(innen) und andere Praxis- bzw. Klinikmitarbeiter(innen), wie sie die Kommunikation im Praxisalltag optimieren und dadurch professioneller und sicherer mit Patienten und im Praxisteam untereinander umgehen können.

Fortbildungsveranstaltungen für Mitarbeiter(innen) von Ärztinnen und Ärzten
Im Berichtszeitraum 2003 haben 1 105 Mitarbeiter(innen) von Ärztinnen und Ärzten die 77 Fortbildungsveranstaltungen des Edmund-Christiani-Seminars am Mittwoch bzw. Wochenende besucht. Für 458 auszubildende Arzthelfer(innen) aus Schleswig-Holstein war die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen kostenfrei.

190 Teilnehmer(innen) haben an den Fachzertifikat-Kursen (Impfberatung, Notfallmedizin, Praxismanagement, Ernährungsberatung, Gesundheitsberatung und Ambulantes Operieren, EKG) teilgenommen.

Internat „Lohmühle“
2 826 Seminarteilnehmer(innen) und Gäste der Ärztekammer haben 2003 die Bettenkapazitäten des Internats „Lohmühle“ in Anspruch genommen und damit neben den rund 7 100 Übernachtungen durch die überbetriebliche Ausbildung zu einer fast vollständigen Auslastung des Internatsbetriebes geführt.

Das Edmund-Christiani-Seminar mit seinen überbetrieblichen Fortbildungsmöglichkeiten erfreut sich auch weiterhin eines großen überregionalen Interesses. Seminarteilnehmer(innen) des Edmund-Christiani-Seminars, die über 100 Bahnkilometer von Bad Segeberg entfernt wohnen, dürfen bei freien Bettenkapazitäten an Wochenenden kostengünstig im Internat übernachten. Damit soll ein zusätzlicher Anreiz zur Teilnahme an den ECS-Fortbildungsveranstaltungen geschaffen werden.

Ombudsmann/-frauverein e. V.
Der erste Patienten-Ombudsmann Schleswig-Holsteins, Werner Ballnus, hat seine 8-jährige Tätigkeit mit Ende 2003 beendet. Begonnen hatte er im Auftrag der Ärztekammer Schleswig-Holstein, später ging die Trägerschaft für die Ombudsleute auf den Verein über. Sein Nachfolger ist Andreas Eilers, Kiel, Pastor und Seelsorger im Ruhestand. Ausgeschieden zum 01.09.2003 ist auch Matthias Leibl, Flensburg, der bislang hauptamtlich als katholischer Seelsorger am St. Franziskus-Hospital in Flensburg tätig war. Seine Nachfolgerin ist Hedi Gebhardt, Dipl.-Pädagogin, ebenfalls Flensburg. Weiterhin tätig ist Jens-Hinrich Pörksen, Lübeck, ehemaliger Landespastor.

Die drei Patienten-Ombudsleute wurden im Berichtszeitraum in insgesamt 1 091 Fällen in Anspruch genommen. Sie berichteten, dass Krankenkassen auf die Möglichkeit, die Ombudsleute einzuschalten, verweisen. Auch sei die soziale Not, z. B. bei Rentnern, spürbarer geworden. Der Bedarf an „geduldigen Zuhörern“ sei ebenfalls gestiegen, da augenscheinlich Ärzte und Pflegekräfte sich immer weniger Zeit für die Patienten zum Zuhören nehmen können.

Durch den Personalwechsel bedingt, sind die Zuständigkeit der Bereiche wie folgt neu geschnitten worden:

Hedi Gebhardt: Nordfriesland, Flensburg, Schleswig-Flensburg, Dithmarschen, Steinburg
Andreas Eilers: Kiel, Plön, Rendsburg-Eckernförde, Segeberg, Neumünster
Jens-Hinrich Pörksen: Pinneberg, Stormarn, Herzogtum Lauenburg, Lübeck, Ostholstein
Das Pflege-Ombudsteam, das Hilfe und Vermittlung bei Pflegeproblemen anbietet, wurde im Berichtszeitraum in 60 Fällen tätig. 20 Pflegeheime haben zwischenzeitlich ihren Beitritt in den Verein erklärt.

Schließlich ist das Projekt „MedFindex“ Anfang April online gegangen. Es bündelt alle Informationen und Angebote in Schleswig-Holstein und stellt eine hervorragende Möglichkeit dar, sich im Internet schnell und einfach zu informieren.

Deutsches IVF-Register
Im Jahr 2003 fanden fünf Sitzungen von DIR-Vorstand, -Kuratorium und -Geschäftsstelle sowie eine EDV-Sitzung und eine Telefonkonferenz statt sowie eine Vollversammlung des Registers im Rahmen der IVF-Jahrestagung.

Das Deutsche IVF-Register sammelt die Daten zu den in Deutschland durchgeführten reproduktionsmedizinischen Behandlungen und wertet diese aus. Seit 1997 liegt die Geschäftsführung des Registers bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Diese übernimmt im Bereich Reproduktionsmedizin zugleich auch die Quali- tätssicherung für alle anderen Ärztekammern, d. h. sie erstellt für die Ärztekammern Auswertungen über die Ergebnisse der im jeweiligen Kammerbereich ansässigen Zentren.

Ein Schwerpunkt der Arbeit von Vorstand, Kuratorium und Geschäftsstelle lag auch in 2003 in den Vorbereitungen für die Erstellung einer neuen Erfassungssoftware für die teilnehmenden Zentren. Diese soll den Zentren u. a. bessere Möglichkeiten zum Auswerten ihrer Daten geben. Neue Plausibilitäten werden sicherere Daten gewährleisten, auch ein Online-Export an die Registerstelle soll ermöglicht werden. Die Software wird von der EDV-Abteilung der Ärztekammer Schleswig-Holstein programmiert. Die Installation der neuen Programme in den Zentren wird in 2004 erfolgen. Auch in 2003 wurden die Daten, die die reproduktionsmedizinischen Zentren regelmäßig auf Datenträgern an das Register liefern, wieder statistisch ausgewertet. Im letzten Quartal, als alle Daten für das Vorjahr vorlagen, wurden diese für das Jahrbuch 2002 aufgearbeitet. Die Statistische Auswertung der Daten, die graphische Gestaltung und der komplette Satz des Heftes erfolgten in der Geschäftsstelle bei der Ärztekammer.

Das Jahrbuch 2002 wurde im November auf der IVF-Jahrestagung in Lübeck vorgestellt. Es zeichnet sich durch eine nochmals gewachsene Datenmenge und einige neue Auswertungen aus. Die Zahl der teilnehmenden Zentren ist um fünf auf 113 gestiegen, die Zahl der plausibel und vollständig gemeldeten Zyklen stieg sogar um 18 Prozent auf 87 044 Zyklen.

Der Anteil der prospektiv erfassten Zyklen ist hingegen unerfreulicherweise gesunken auf 84,4 Prozent. Bei 52 814 behandelten Frauen (mit plausibler Altersangabe) ergibt sich ein Durchschnitt von 1,67 Zyklen pro Frau. Erfreulicherweise konnte für 2002 die niedrigste Drillingsrate seit Bestehen des Registers dokumentiert werden, im Gegensatz zu 2001 wurden aber auch einmal Vierlinge gemeldet. Eine Besonderheit in der Geschichte des Registers stellt der Abfall der Schwangerschaftsraten dar. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken (Klin. SS/ET bei IVF = 26,8 Prozent, ICSI = 27,08 Prozent, Kryo = 16,51 Prozent). Da viele mögliche Ursachen für dieses Absinken durch statistische Überprüfungen ausgeschlossen werden konnten (Altersstruktur der Frauen, Medikation etc.), deutet sich an, dass dieses Phänomen möglicherweise mit einer wesentlichen Zunahme der Behandlungszahlen im jeweiligen Einzelzentrum korreliert sein könnte. Es gilt zu überlegen, ob eine Zunahme des Behandlungsvolumens bei unveränderter Infrastruktur der Zentren dabei eine Rolle spielt.
Auf der Jahrestagung wurde die Erhöhung der Bearbeitungsgebühr auf 2 EUR pro Zyklus beraten. Dies fand seitens der Anwesenden durchaus Akzeptanz, um die Arbeit des Registers auf dem jetzigen Qualitätsniveau halten zu können.

Das D.I.R. gewinnt durch seine beständigen Auswertungen immer mehr Anerkennung im europäischen Ausland. So bekam das Deutsche IVF-Register Ende November Besuch von seinem britischem Pendant. Zwei leitende Mitarbeiter des IT-Bereiches der HFEA (Human Fertilisation and Embryology Authority) informierten sich ausführlich über die Entwicklung des Deutschen IVF-Registers, die Struktur der Datenerfassung und -auswertung und die Auswertungen und Behandlungsergebnisse in den letzten Jahren.

Die HFEA ist entgegen dem D.I.R. eine behördliche Einrichtung mit 20 institutionellen Mitarbeitern und etlichen „Comittees“, „Inspectors“ etc., die auch die Lizensierung der Zentren vornehmen sowie vor-Ort-Besuche im Rahmen der Qualitätssicherung durchführen. Allerdings ist die HFEA bezüglich der Datenerfassung und -verarbeitung bislang noch wenig entwickelt. In 2004 soll von der bisherigen Erfassung in Papierform auf eine Online-EDV-Erfassung umgestiegen werden.

Es zeigten sich etliche Unterschiede zum deutschen System, so ist in England die Eizellspende erlaubt ebenso wie die Einlagerung von Embryonen und im gewissen Rahmen die Forschung an Embryonen.

Geschäftsführung: Mirja Wendelken
EDV: Wolfgang Dahncke
Organisation: Manja Ahrens
Vorstand: Prof. Dr. Ricardo Felberbaum/Lübeck, Prof. Dr. Hans van der Ven/Bonn, Dr. Klaus Bühler/ Langenhagen
Kuratorium: Verona Blumenauer/Leipzig, Dr. Klaus Fiedler/München, Dr. Christian Gnoth/Düsseldorf, Dr. Lars Happel/Saarbrücken, Dr. Marcus S. Kupka/ München

Versorgungseinrichtung
Das Jahresergebnis 2003 wurde anlässlich der Sitzung des Aufsichtsrates zusammen mit dem Verwaltungsrat am 19. April 2004 beraten.

Das Geschäftsjahr 2003 schloss ab mit einer Bilanzsumme in Höhe von 1 510,0 Millionen EUR einem Zuwachs von 9,5 Prozent. Dieser wurde nahezu vollständig in die Deckungsrückstellung eingestellt. Die Deckungsrückstellung beträgt 1 507,4 Millionen EUR.

Die Kapitalanlagen erreichten einen Wert von 1 462,9 Millionen EUR und sind um 9,1 Prozent gewachsen. In diesem Bereich wurden Vermögenserträge in Höhe von 80,8 Millionen EUR erwirtschaftet (Vorjahr: 78,2 Millionen EUR, somit Anstieg um 3,3 Prozent).

Die nach den Rechnungslegungsvorschriften zu ermittelnde Durchschnittsverzinsung ergab zum 31.12.2003 den Wert von 5,76 Prozent (Vorjahr: 6,34 Prozent).

An Versorgungsabgaben wurde ein Betrag in Höhe von 92,2 Millionen EUR (Vorjahr: 81,3 Millionen EUR, entsprechend einer Steigerung um 13,4 Prozent) eingenommen.

Die Aufwendungen werden in erster Linie durch die Versorgungsleistungen mit 39,9 Millionen EUR bestimmt, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Prozent entspricht.

Der Verwaltungsaufwand verharrt bei einer niedrigen Quote, im Kalenderjahr 2003 bei 1,0 Prozent (Vorjahr: 1,0 Prozent).

Der Versorgungseinrichtung gehörten zum 31.12.2003 11 774 Mitglieder an (Vorjahr: 11 409, +3,2 Prozent). Die Anzahl der Anwartschaften entwickelte sich von 10 556 auf 10 651, was einem Zuwachs um 0,9 Prozent entspricht. Die Anzahl der Versorgungsempfänger belief sich auf insgesamt 1 123 (Vorjahr: 988, somit Anstieg um 13,7 Prozent), davon 147 Empfänger von Ruhegeld bei Berufsunfähigkeit (Vorjahr: 135, Zuwachs um 8,9 Prozent) und 976 Empfänger von Ruhegeld bei Alter (Vorjahr: 853, entsprechend einem Anstieg um 14,4). Die Anzahl der Witwen- und Witwergelder stieg von 660 zum Ende des vorausgegangenen Jahres um 1,4 Prozent auf 669 zum 31.12.2003. Im Bereich der Leistungen für Kinder war gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 19,0 Prozent zu verzeichnen, von 474 auf 564 Fälle.

Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 11/2004

S. 35 - 42