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Kammer-Info aktuell
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Interdisziplinärer
Fortbildungstag Am Samstag, 2. Oktober
2004 fand der Jahrestag der Akademie in Bad Segeberg statt.
Diese kostenlose Veranstaltung
stand wieder unter dem Motto der interdisziplinären Fortbildung und
war mit 105 Teilnehmern wie immer sehr gut besucht. Unter der Leitung
von Dr. Roland Preuss, Mölln, stellvertretender Akademieleiter, wurde
ein interessantes Programm geboten. Vorsitzender der Deutschen
Gesellschaft für Schlafmedizin aus Norderney, Prof. Jürgen Fischer,
berichtete über den gesunden Schlaf. Entschei- dend für
die Beurteilung der Schlafqualität sei nicht die Frage Wie
haben Sie geschlafen? auf die man kaum verwertbare Antworten bekomme,
sondern die Frage Wie fühlen Sie sich tagsüber?
Er gab Tipps zur Verbesserung des Schlafes wie das Einhalten von Einschlafritualen
und Meidung von eiweißreichem Essen am Abend. Anschließend
wurden die Zuhörer von Prof. Dr. Dr. Ingolf Cascorbi, seit Juli 2004
Leiter des Instituts für Pharmakologie in Kiel, über neue
Medikamente 2004 informiert. Er berichtete über die Schwierigkeiten,
neue Wirkprinzipien und neue Arzneimittel über die wissenschaftlichen
und gesetzlichen Hürden zu bringen. Als neues Wirkprinzip stehen
zunehmend Antikörper z. B. zur spezifischen Tumortherapie zur Verfügung.
Eine andere neue Substanz ist das Ximelagatran, der erste orale direkte
Thrombininhibitor, der eine mögliche Alternative zu Cumarinen und
Heparinen als Antikoagulanz bietet.
Prof. Dr. rer. pol.
Dr. Karl-Heinz Wehkamp aus Hamburg von der Hochschule für angewandte
Wissenschaften hatte den Brennpunkt Ethik und Ökonomie in der
Medizin zum Thema. Sein Vortrag beschäftigte sich mit der Frage,
wem Ärztinnen und Ärzte - aber auch die gesamte Gesellschaft
- die immer knapper werdenden finanziellen Ressourcen zugute kommen lassen.
Bei wem und bei welchem Krankheitsbild lohnt sich eine Behandlung (noch)?
Das sind sehr unangenehme Fragen, mit denen sich die Ärztinnen und
Ärzte eingehend auseinander setzen müssen. Prof. Dr. Petra Thürmann,
Direktorin des Instituts für klinische Pharmakologie in Wuppertal,
führte in Die Bedeutung des Geschlechts in der Arzneimitteltherapie
ein. Unterschiede des weiblichen Stoffwechsels werden in wissenschaftlichen
Studien noch nicht ausreichend beachtet. So ist z. B. die Metabolisierung
von Metoprolol bei Frauen deutlich geringer, sodass unabhängig vom
Gewicht bei gleicher Dosis deutlich höhere Serumspiegel resultieren.
Auch benötigen sie z. B. mehr Acetylsalicylsäure um eine den
Männern vergleichbare Hemmung der Thrombozytenaggregation zu erzielen.
Prof. Dr. Horst Lorenz
Fehm, Direktor der Medizinischen Klinik I des UK S-H Campus Lübeck,
beschäftigte sich zum Abschluss mit der Frage Was ist dran
am Anti-Aging? Die vielfach beworbene Substitution von Testosteron
und seinen Abkömmlingen bringt nichts, der Insulinrezeptor an den
Nervenzellen des Gehirns ist der entscheidende Faktor für das Lebensalter
und die wichtigsten Dinge für ein langes Leben sind viel gesunder
Schlaf, körperliche Aktivität, eine hypokalorische Ernährung,
möglicherweise auch als Fastenperioden. Beruhigend ist die Aussicht,
dass es für solche Maßnahmen nie zu spät sei. Dr. Roland Preuss, stellv. Akademieleiter, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg |
Schleswig-Holsteinisches
S. 32 / 33 |
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