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Schleswig-Holstein

„Beschäftigungspakt“
Neuer Tarifvertrag für das Universitätsklinikum

Schleswig-Holstein

Am 20. Oktober begrüßte Prof. Dr. Bernd Kremer, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H), den Finanzminister des Landes Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, die Vorsitzende des Landesverbandes Schleswig-Holstein des Marburger Bundes e. V., Dr. Hannelore Machnik, den Landesbezirksleiter ver.di Nord, Rüdiger Timmermann, und den Vorsitzenden der dbb Tarifunion, Rüdiger Dittmann, in der Kunsthalle Kiel zur Unterzeichnung des neuen Tarifvertrages des UK S-H. In dem „Beschäftigungspakt“ war insbesondere geregelt, dass alle Beschäftigten des UK S-H in Zukunft auf ihr Urlaubsgeld verzichten sollen. Der Tarifvertrag gilt ab dem 01.01.2005 mit einer Wirkung bis zum 31.12.2007. „Das UK S-H kann so wieder finanzielle und gestalterische Möglichkeiten wahrnehmen, außerdem sichert der Beschäftigungspakt Arbeits- und Ausbildungsplätze,“ so Kremer.

Prof. Dr. Bernd Kremer unterzeichnete den neuen Tarifvertrag (Fotos: SH)

„Der öffentliche Dienst befindet sich in einer Umbruchphase,“ so Ralf Stegner. Der Finanzminister sprach von einem modernen Manteltarifvertrag. Für die absehbare Zukunft sei das UK S-H nun im Lande gut positioniert.

Dr. Ralf Stegner, Finanzminister Schleswig-Holstein

Die Vorsitzende des Marburger Bundes, Dr. Hannelore Machnik, machte deutlich, dass die Verhandlungen für den Marburger Bund sehr schwer gewesen wären, doch hätten sie letztendlich zum Abschluss geführt, mit dem man leben könne. An Hannelore Machnik, als Ärztin im Campus Lübeck des Klinikums von dem Vertrag selbst betroffen, waren die Verhandlungen nicht spurlos vorübergegangen. Der neue Tarifvertrag beinhaltet auch eine elektronische Arbeitszeiterfassung, die Flexibilisierung der Arbeitszeit und die Eröffnung von Arbeitszeitkonten, damit also auch Möglichkeiten für die Zukunft, die ohne Zugeständnisse seitens der Arbeitnehmer nicht zu haben gewesen wären.

Dr. Hannelore Machnik

Der Vorstand des UK S-H hatte ursprünglich geplant, Servicegesellschaften im Niedriglohnbereich (Reinigung, Küche, Transport, Pforte etc.) zu gründen. Hiergegen bezog die Landesregierung Position und wirkte darauf ein, in Tarifverhandlungen eine solche Entwicklung zu verhindern. Gespräche wurden zunächst mit der Gewerkschaft ver.di geführt. Diese liefen auf einen jetzt unterzeichneten „Beschäftigungspakt“ hinaus, wobei alle Beschäftigten auf drei Prozent ihres Gehaltes verzichten sollten. Gegen diese Forderungen zur Senkung der Personalkosten konnte sich der Marburger Bund erfolgreich zur Wehr setzen. In der Einigung zwischen den Vertragspartnern konnten besonders auch betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. (SH)


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 11/2004

S. 22 / 23