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Nachrichten in Kürze

 

Neu im Vorstand der APO-Bank

 
 

Dr. rer. pol. Franz Georg Brune (Foto: APO-Bank)

Dr. Franz Georg Brune

Der Aufsichtsrat der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (APO-Bank) hat Dr. rer. pol. Franz Georg Brune in den Vorstand des Instituts berufen. Der 49-jährige Diplom-Volkswirt trat seine neue Aufgabe bei der größten deutschen Primärkreditgenossenschaft am 1. Oktober 2004 an. Dort hat er Ressortverantwortung für den Vertrieb im Privatkundengeschäft übernommen.

Dr. Brune war in den vergangenen Jahren in der ersten Führungsebene der Commerzbank sowohl in der Konzernzentrale als auch im Filialvertrieb tätig - zuletzt verantwortlich für das Privatkundengeschäft der Commerzbank in Hessen. (APO-Bank)


Doris Hartwig-Bade in HNO-Bundesvorstand gewählt

 
 

Dr. Doris Hartwig-Bade (Foto: rat)

Der Gesamtvorstand des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. hat in seiner Sitzung am 25. September 2004 den geschäftsführenden Vorstand neu gewählt.

1. Vorsitzender
Dr. Michael P. Jaumann, Marktstr. 25, 73033 Göppingen (Württemberg), Tel. 07161/70011, Fax 07161/ 14776, E-Mail webmaster@ dr-jaumann.de

2. Vorsitzende
Dr. Doris Hartwig-Bade, Moislinger Allee 7, 23558 Lübeck (Schleswig-Holstein), Tel. 0451/81291, Fax 0451/85837, E-Mail d.hartwig-bade@t-online.de

3. Vorsitzender
Dr. Detlef Walter, Stresemannstr. 30, 06484 Quedlin
burg (Sachsen-Anhalt), Tel. 03946/706311, Fax 03946/706313, E-Mail walter-hno@t-online.de. (Dt. Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V.)


Neues Herzgruppenverzeichnis

 

Das Herzgruppenverzeichnis für Schleswig-Holstein wurde jetzt in 2. Auflage von der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V. herausgegeben. Das neue Verzeichnis enthält die aktuellen Angaben zu allen Herzgruppen in Schleswig-Holstein und soll die Vermittlung von Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in ihre wohnortnahe Herzgruppe erleichtern und damit die Sekundärprävention der Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern und unterstützen.

Die Resonanz auf das erste Herzgruppenverzeichnis der LAG war überaus positiv. Es hat sich auch bestätigt, dass neben dem Verzeichnis im Internet unter www.herzgruppen-sh.de die Papierform eine sinnvolle und notwendige Ergänzung darstellt. Seit der Herausgabe der ersten Auflage im September 2002 konnten erfreulicherweise eine Reihe von Herzgruppen-Neugründungen verzeichnet werden, auch haben sich in den bereits vorgestellten Gruppen einige Angaben geändert.

Zur Beratung von Herz-Kreislauf-Patienten ist das Verzeichnis als Handbuch für alle niedergelassenen Ärzte, Krankenkassen und insbesondere für die Sozialdienste in den Kliniken gedacht. Das Herzgruppen-Verzeichnis wird gegen eine Schutzgebühr von 1,50 EUR pro Stück plus Versandgebühr abgegeben und ist zu bestellen bei der Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V., Winterbeker Weg 49, 24114 Kiel, Tel. 0431/6486290, Fax 0431/6486297, E-Mail laghk-sh@gmx.de. (LAG)


Arbeitsmedizin und betriebliche Prävention

 
Dr. Jürgen M. Jancik
(Foto: hk)
 

Der Stellenwert der Arbeitsmedizin ist in vielen schleswig-holsteinischen Unternehmen zurückgegangen. Statt langfristig zu denken, orientierten sich viele Unternehmensleitungen kurzfristig an der nächsten Bilanz. Auch Haftungsrisiken bei positiver Kenntnis arbeitsmedizinischer Beurteilungen hemmten das Interesse. Die Arbeitsmedizin könne aber erheblich mehr zur betrieblichen Prävention beitragen, wenn es ihr möglich gemacht würde, sagte der Arbeitsmediziner und Gesundheitsmanagement-Berater Dr. Jürgen M. Jancik (Kiel) am Rande der Tagung „Risiko Leben - taugt das Vorsorgeprinzip für das Gesundheitsmanagement“ der Medizinischen Hochschule Hannover in der Ev. Akademie Loccum. Zentrales Tagungsergebnis: Dem Einzelnen könnte bei flankierenden öffentlichen Hilfen mehr Eigenverantwortung zugesprochen werden, gerade angesichts des Hinterherhinkens der Präventivmedizin gegenüber der prädiktiven Medizin durch Fortschritte der genetischen Diagnostik. (hk)


Dr. Lothar Klatt verabschiedet
 
 

Dr. Lothar Klatt
(Foto: Privat)

Nach über zwanzig Jahren Betriebszugehörigkeit ist der leitende Oberarzt und Chefarztvertreter des Herz- und Kreislaufzentrums der Segeberger Kliniken Dr. Lothar Klatt im Rahmen eines Symposiums „Therapie des Herzinfarktes“ verabschiedet worden.

Dr. Lothar Klatt hat maßgeblich zwanzig Jahre an der rasanten Entwicklung der Kardiologie des Unternehmens mitgewirkt. Sein Pioniergeist und sein allseits zu spürendes menschliches Handeln sind Attribute der Persönlichkeit von Dr. Klatt, der eine zukunftsfähige hoch aktuelle Hightech-Medizin in der Kardiologie mit geprägt hat. Chefarzt Prof. Dr. Gert Richardt dankte Dr. Lothar Klatt für seinen beispielhaften Einsatz zum Wohle der Patienten. (Segeberger Kliniken GmbH)


Schleswig-Holsteins Kliniken klagen über zu viel Bürokratie

„Exzessive Dokumentationspflichten für Ärzte und Pflegepersonal - der Klinikalltag ist heute in unerträglicher Weise bürokratisiert“, klagte kürzlich der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Landesgruppe Schleswig-Holstein. Zu den bisherigen über 3 000 Gesetzen, Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften für die deutschen Krankenhäuser seien Disease-Management-Programme und ein völlig überladenes DRG-Abrechnungssystem (Diagnosis Related Groups) gekommen. Allein für die Umstellung auf DRGs müsse ein mittleres Krankenhaus mit 300 Betten jährlich einen zusätzlichen Personal- und Sachaufwand von rund 750 000 EUR aufbringen. Da diese Mehrkosten in den Budgets nicht berücksichtigt würden, müssten zum Beispiel Stellen im Pflegedienst gestrichen werden.

Als (wohl plakativ gemeinte) Konsequenz forderte VKD Schleswig-Holstein-Vorsitzender Lothar Obst einen „Gesetzes-TÜV“, um die auf 75 Prozent geschätzten überflüssigen Vorschriften abzuschaffen. (hk)


Schleswig-Holstein und Hamburg besiegeln Zusammenarbeit

 

Ole von Beust und Heide Simonis (Foto: hk)

 

Bei einer gemeinsamen Kabinettssitzung im Schloss Reinbek einigten sich die Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg auf eine intensivierte Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft (mit Medizin), Wirtschaft, Verkehr und Verwaltung.

Unter anderem sollen Studienangebote der Hochschulen koordiniert und zusammengelegt werden. Für die Rechtsmedizin in Kiel/Lübeck und Hamburg soll ein Konzept mit arbeitsteiligen Schwerpunkten erarbeitet werden, um über höhere Fallzahlen die Qualität zu steigern. Ministerpräsidentin Heide Simonis: „In Zukunft wird es hier sicher weitere Projekte geben.“ Erster Bürgermeister Ole von Beust: „Es geht nicht darum, Universitäten zu bevormunden oder Professoren zu ärgern, sondern jeder kann nicht mehr alles machen. Im Großraum Berlin sind auch längere Wege zumutbar.“

Auch in der Wirtschafts- und Strukturpolitik ist Schwerpunktbildung („Ausbau von Clustern“) angesagt, so in den medizinisch relevanten Feldern Life Sciences, Nanotechnologie oder China.

Zum Abschluss unterzeichneten die Regierungschefs vor der Presse den Staatsvertrag über die Planung des DESY-Röntgenlasers, der bis nach Schenefeld reichen soll (vgl. SHÄ 9/2004, S. 9). (hk)


Diskussionsbedarf um gerechteres Gesundheitssystem

 
  Prof. Dr. Christoph Fuchs
(Fotos: rat)
 
Dr. Wolfgang Wodarg  

Als einziger Gesundheitspolitiker sorgte MdB (Mitglied des Bundestages) Dr. Wolfgang Wodarg (SPD, Wahlkreis 1 Flensburg) bei der Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin in Münster für Aufmerksamkeit: „Wir sollten allen Menschen das Gefühl geben: „Wenn ich krank bin, wird mir geholfen.“ Diese sozialpolitischen Akzentuierungen gegenüber ökonomischen Modellvorschlägen verband der langjährige Sozialmediziner und Internist freilich mit seiner Zustimmung zum Petitum von Bundesärztekammer-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Christoph Fuchs: „Wir sollten Fragen der ärztlichen Verantwortungsethik versus Nutzenüberlegungen ernsthaft diskutieren, aber anhand unserer Versorgungsrealität im Alltag.“ Es gebe hier in der Tat großen Gesprächsbedarf, so Wodarg. Es gelte um eine gute Versorgung zu streiten, aber möglichst ungestört von zu starken Lobby-Einflüssen („Haifische“) und von polarisierender Medien-Begleitung mit eigenem Interesse. Was auf örtlicher und regionaler Ebene (Flensburg) möglich sei, wäre auch auf Bundesebene wünschenswert: Dass sich alle Akteure persönlich besser kennen. (hk)


Prävention und Gesundheitsförderung wieder Thema für die Krankenkassen

 
  Dieter Hebel
(Foto: www.gek.de)

Der diesjährige bundesweite Vertrauensleute-Kongress der Gmünder Ersatzkasse (GEK), der Nummer fünf der Ersatzkassen, in Hamburg zeigte unter dem Motto „Gesundheitsförderung und Prävention“ deutlich, dass die GKV schon im Vorgriff auf ein Präventionsgesetz aktiv wird. Die auch in Schleswig-Holstein gut vertretene GEK gehört zu den Vorreitern, die den nach § 20 Abs. 3 SGB V möglichen jährlichen Ausgabenbetrag von derzeit ca. 2,70 EUR pro (1,4 Millionen) Versicherten ausschöpft - ohne ihre Aufgaben in der Krankenversorgung vernachlässigen zu wollen, so GEK-Vorstandsvorsitzender Dieter Hebel. Der GEK-Chef begrüßte, dass seit dem 1. Januar Diagnosedaten der Versicherten von den KVen an die Kassen geleitet würden, sodass gezielte Präventionsmaßnahmen wie die Erinnerung an Untersuchungstermine möglich seien.

Der neue stellvertretende (hauptamtliche) Vorsitzende der KV Hamburg, Walter Plassmann, wies auf die vielfältigen Präventionsleistungen der Ärzteschaft hin. Es gebe aber auch vom Gesetzgeber geschaffene Probleme bei „fließenden Übergängen“, wie in der Lifestyle-Medizin oder in der stark anwachsenden ambulanten Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Prof. Dr. Gerd Glaeske (Bremen) berichtete u. a. über die pharmazeutischen Möglichkeiten in der Sekundär- und Tertiärprävention. Zum aktuellen Fall „Vioxx“ befragt, wies er auf die Pflicht der Verordner hin, entsprechende Patienten über Anwendungsbeschränkungen wie Hypertonie in Fachinformationen/ Beipackzettel zu informieren. Er hielt aber auch eine strengere Zulassungsregelung (Langzeitstudien mit mehr Patienten) für innovative Arzneimittel für diskussionswürdig. An den dadurch verursachten höheren Forschungskosten könnten sich vielleicht auch die Kassen beteiligen, da sie Langzeitkosten durch Komplikationen sparten. Zurückhaltende Reaktion des GEK-Chefs: „Wir sind aber keine Sparkassen.“ (hk)


Bevölkerungszahl Schleswig-Holsteins soll erst steigen, dann sinken

Die Zahl der Schleswig-Holsteiner könnte nach vorübergehendem Anstieg bis 2050 um fast eine halbe Million sinken. So eine 230-Seiten-Studie des Kieler Instituts dsn („Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein. Konsequenzen des demographischen Wandels“), die nach Vorinformationen im Sommer noch ergänzt und uns kürzlich zugänglich gemacht wurde. Die Schrumpfung sei regional besonders stark in den kreisfreien Städten. Schon bis 2015 werde der Seniorenanteil in den an Hamburg grenzenden Kreisen, besonders im Kreis Segeberg, kräftig steigen. Demgegenüber sinke der Anteil junger Leute ab jetzt.

Bis 2011 werde die Bevölkerung unseres Bundeslandes durch Zuwanderungen aus den neuen Bundesländern, aus Hamburg und dem übrigen Bundesgebiet sowie dem Ausland mäßig um 33 000 oder 1,2 Prozent steigen. Danach würden die Sterbeüberschüsse stärker durchschlagen und zu einer langfristig sinkenden Bevölkerungszahl führen. Das haben die Statistischen Ämter der Bundes und der Länder ermittelt. Am 1. Januar 2004 war durch leichtes Wachstum von über 6 600 Personen ein Höchststand von 2,82 Millionen erreicht worden. Den größten relativen Zuwachs gab es in Flensburg, den größten Verlust in Neumünster.

Einer potenziell mittelfristig noch leicht wachsenden Patientenzahl stehen aber weiter sinkende Einnahmen der GKV gegenüber, wenn die Juni-Zahlen (2,5 Prozent Rückgang der Sozialversicherten gegenüber Juni 2003) stimmen. Info zur Studie: www.dsn-projekte.de. (hk)


Ältere Schleswig-Holsteiner am gesündesten?

(Foto: BilderBox)

Vier von fünf befragten Deutschen über 60 fühlen sich angeblich gesund, nur rund 20 Prozent klagten über eine Krankheit oder Verletzung. Dieses etwas überraschende Ergebnis brachte eine Mikrozensus-Befragung von 0,5 Prozent der Bevölkerung durch das Statistische Bundesamt. Sicher ist zu berücksichtigen, dass Meinungsäußerung und Realität nicht immer übereinstimmen, zum Beispiel hier bei einem Teil der männlichen Bevölkerung, der gewohnt ist, Krankheiten herunterzuspielen. Frauen fühlen sich der Statistik zufolge hauptsächlich deshalb kränker, weil sie ein höheres Lebensalter erreichen und die Morbidität mit zunehmendem Alter steigt.

Bemerkenswert ist die regionale Verteilung: Bei den Männern über 60 fühlten sich im Bundesländer-Vergleich die Schleswig-Holsteiner am gesündesten (82,5 Prozent), in Berlin dagegen die wenigsten (71,3 Prozent). Bei Männern und Frauen zusammengenommen lag Sachsen-Anhalt knapp vorn, das Schlusslicht bildete wiederum Berlin. (hk)


Sie bilden aus?

Die Ärztekammer Schleswig-Holstein möchte sich bei denjenigen Ärztinnen und Ärzten, die auch in schweren wirtschaftlichen Zeiten ausbilden, bedanken.

Durch die Einstellung neuer Auszubildender wird der künftige Fachkräftebedarf in Arztpraxen und in Krankenhäusern gesichert und zugleich jungen Menschen die Chance zum Eintritt in das Erwerbsleben gegeben.
Als Dank und Anerkennung sowie auch als äußeres sichtbares Zeichen für diese Ausbildungsaktivitäten stellt die Ärztekammer Schleswig-Holstein eine Urkunde aus.

Die Urkunden erhalten interessierte Ärztinnen und Ärzte bei dem Ausbildungsteam der Ärztekammer unter Tel. 04551/803-135 und 803-134. (Br)


LVAen fusionieren zur Deutschen Rentenversicherung Nord

Die Landesversicherungsanstalt Schleswig-Holstein (LVA), traditionell die Arbeiterrentenversicherung, schließt sich (wie vorberichtet) mit ihren Schwesteranstalten in den Nachbarländern Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Dem Vertrag über den Zusammenschluss hat die Vertreterversammlung der LVA-SH am 24. September 2004 zugestimmt. Zum 1. Oktober 2005 wird der neue Name Deutsche Rentenversicherung Nord lauten. Hauptsitz ist Lübeck, die weiteren Standorte und das dortige Personal bleiben erst einmal unverändert. Die Geschäftsführung bilden die bisherigen drei Geschäftsführer, den Vorsitz übernimmt Dr. Ingrid Künzler (Hamburg). Die Abteilungsleitungen werden auf die drei Standorte verteilt: Lübeck mit dem Sozialmedizinischen Dienst, Neubrandenburg (Vorstand Bernd Thiele) mit Leistungsabteilung und Finanzabteilung, Hamburg mit allgemeiner Verwaltung und Personalabteilung. Die 3 200 Mitarbeiter müssten nicht umziehen, aber evtl. neue Aufgaben übernehmen, sagte der bisherige LVA-SH-Geschäftsführer Hans-Egon Raetzell. Das zusammengefasste Haushaltsvolumen betrage 13,2 Milliarden EUR, die Zahl der Versicherten 1,2 Millionen, die Zahl der eigenen Reha-Kliniken fünf. (hk)


Signal: Rauchverbot an allen Schulen

 
   

Für ein allgemeines Rauchverbot an allen Hamburger Schulen hat sich die Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig eingesetzt. Gesundheitssenator Dräger unterstützte den Vorstoß und wies auf die Forderungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und des Bundesrates hin. Nach Hamburger Untersuchungen sei Nikotin die häufigste Einstiegsdroge in jungen Jahren: „Ich fordere alle nachdrücklich auf, das Ziel einer tabak- und drogenfreien Kindheit und Jugend zu unterstützen. Dazu muss es so viele rauchfreie Räume wie möglich geben, auch und besonders in den Schulen.“

Mit Bestürzung regierte Dinges-Dierig auf die Kritik der Lehrerkammer, Verbote würden nichts nützen: „Genau diese Form der Verharmlosung ist Mitursache für den wachsenden Suchtmittelmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen. Die vielen Kampagnen wären kaum glaubwürdig, wenn gleichzeitig Erwachsene wegschauten und den Konsum zuließen.“ (hk)


„Christen im Gesundheitswesen“: Telefon-Nr.

In der Meldung über den Verein „Christen im Gesundheitswesen“ in SHÄ 9/2004, S. 8, stand eine unzutreffende Telefonnummer. Richtig ist 04104/4982 für die Geschäftsstelle in Aumühle zu den üblichen Bürozeiten. (hk)


Ausbildungsjahr 2005

Sie bilden noch nicht aus? - Es würde sich lohnen.
Auch im Sommer 2005 werden wieder viele Schülerinnen und Schüler in die dualen Ausbildungsberufe strömen.

Für eine Arztpraxis kann es von großem Nutzen sein, selbst auszubilden. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit motivierte und sachkundige Mitarbeiter(innen) mit hohem Engagement zu bekommen.

Nicht nur für ein gutes Funktionieren der Praxis und eine möglichst optimale Versorgung der Patienten ist die Ausbildung von Arzthelferinnen von ganz wesentlicher Bedeutung. Eine große Rolle spielen auch die im Laufe der Ausbildungszeit erworbenen Erfahrungen über den Ablauf in der Ausbildungspraxis sowie das gewachsene und vertraute Verhältnis zu den Patienten. Hinzu kommt, dass Berufsausbildung nicht nur ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft ist, sondern vor allem auch ein Stück Zukunftssicherung für die jüngere Generation.

Zwar ist bekannt, dass niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aufgrund der allgemeinen Entwicklung im Gesundheitswesen vorsichtig kalkulieren müssen und bei Personaleinstellungen in der Regel Zurückhaltung üben. Und doch ist es auch in Zukunft für das gute Funktionieren einer Arztpraxis und für eine gute Versorgung der Patienten wichtig, Arzthelferinnen weiterhin und vermehrt in eigener Zuständigkeit auszubilden.

Für Fragen rund um die Ausbildung steht das zuständige Team der Ärztekammer unter Tel. 04551/803-135 (Christine Gardner) und 04551/803-134 (Ursula Brocks) gern zur Verfügung. Ausführliche Informationen zu Ausbildungsfragen finden Sie auch im Internet unter www.aeksh.de unter der Rubrik „Arzthelferinnen“. (Br)


Krankenhäuser kümmern sich um Fehl- und Totgeburten

Bereits in 22 Städten Schleswig-Holsteins gibt es Begräbnisplätze für Fehl- und Frühgeborene. Diese von vielen Eltern gewünschten Einrichtungen sind vor allem der Initiative zahlreicher Krankenhäuser zu verdanken, wie der Verband der Krankenhausdirektoren (VKD) in Reinbek mitteilte. Vielleicht gibt es bald ein flächendeckendes Angebot? (hk)


1. Deutscher Reha-Tag auch in Schleswig-Holstein

 
   

Der erste Deutsche Reha-Tag am 25. September fand in Schleswig-Holstein trotz der kurzen Ankündigungsfrist ein sehr zufrieden stellendes Echo, sagte Ulrike Petersen von der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH). Ein Dutzend Reha-Kliniken im Lande öffneten ihre Tore und informierten die Bevölkerung, aber auch Ärzte in speziellen Diskussionsrunden. Beteiligt waren vor allem die größeren Kliniken in Aukrug, Bad Bramstedt, Bad Malente, Bad Schwartau, Bad Segeberg, Ratzeburg, Schönberg, St. Peter-Ording und Timmendorfer Strand.

Ziel der auf Bundesebene u. a. von BfA (Bundesversicherungsanstalt für Angestellte), VDR (Verband dt. Rentenversicherungsträger), DEGEMED (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e. V.) und VPK (Bundesverband Deutscher Privatkrankenanstalten) organisierten Initiative war es, angesichts rückläufiger Belegung und Preisverfalls auf die Leistungsmöglichkeiten der medizinischen Rehabilitation aufmerksam zu machen. Dazu will auf Landesebene die KGSH mit VPK-SH eine vierteljährliche Belegungsumfrage starten. (hk)


Integrierte Versorgung in Wedel: „Das Herz in einer Hand“

Erstmals kooperieren niedergelassene Ärzte, eine Krankenkasse (BEK) und ein Krankenhaus (Albertinen im benachbarten Hamburg-Schnelsen) im Rahmen eines Vertrages über integrierte Versorgung in Schleswig-Holstein. Für chronisch Herzkranke wurde eine Behandlungskette von Haus- und Facharzt einschließlich interventionelle Kardiologie über die evtl. Operation bis zur Rehabilitation vorgestellt.

Für das beteiligte Gesundheitsnetz Region Wedel (GRW) sagte dessen Vorsitzende, die Allgemeinärztin Dr. Ute von Hahn: „Wir haben untereinander die Schnittstellen, wer macht wann was und wo, abgesprochen sowie Kommunikationsregeln und ein Qualitätsmanagement festgelegt.“ Das Albertinen-Krankenhaus sei gewählt worden, weil es bei den Wedeler Patienten hohes Ansehen genieße.
Für die Barmer, Landesgeschäftsstelle Nord (Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern), sagte Geschäftsführer Thomas Wortmann, er freue sich über die Beteiligung der Niedergelassenen, nachdem bereits zum 1. Februar mit dem Albertinen-Diakoniewerk allein eine integrierte Versorgung auf den Weg gebracht worden war (vgl. SHÄ 4, S. 7). Die Wedeler Ärzte hätten gezeigt, dass die Niedergelassenen „absolut gewillt sind, bei der Integrationsversorgung die ihnen zugedachte wichtige Rolle zu übernehmen: „Von einer Wagenburgmentalität“, wie ein Vertreter der Krankenhäuser die Haltung der Ärzteschaft erst kürzlich beschrieben hat, haben wir hier nichts gespürt.“

Gesundheitsministerin Dr. Trauernicht nannte den Vertrag richtungweisend für den gesamten ambulanten Bereich im Norden. (hk)


Trauer um Dr. Ursula Auerswald

Dr. Ursula Auerswald
(Foto: rat)

Die Präsidentin der Ärztekammer Bremen und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Dr. Ursula Auerswald, ist nach langer schwerer Krankheit im Alter von 54 Jahren verstorben. Seit 1996 war sie Präsidentin der Ärztekammer Bremen und seit 1999 Vizepräsidentin der Bundesärztekammer.

Nach Aus- und Weiterbildung in Schleswig-Holstein war Ursula Auerswald seit 1988 niedergelassene Anästhesistin in Bremen. Sie engagierte sich besonders für die Belange der Palliativmedizin, der Schmerztherapie und der Notfallmedizin. Ihr war es zu verdanken, dass sich der 106. Deutsche Ärztetag 2003 ausführlich mit der palliativmedizinischen Versorgung in Deutschland befasste.

Die intensive Kooperation mit anderen medizinischen Fachberufen sowie Selbsthilfe- und Patientenorganisationen lag ihr ebenso am Herzen wie die von ihr mitbegründete und geleitete Unabhängige Patientenberatung Bremen.

Höhepunkt ihrer berufspolitischen Aktivität war der 107. Deutsche Ärztetag in Bremen, der mit ihrer persönlichen Ausstrahlung in der geschichtsträchtigen Stadt Bremen etwas ganz Besonderes war. Die unerträgliche Bürokratisierung ärztlicher Tätigkeit und deren teilweise fast inhumanen Auswirkungen wurden besonders durch Ursula Auerswald zu einem zentralen Thema des Ärztetages.

Wir verlieren mit ihr eine warmherzige, aufgeschlossene und menschliche Kollegin, die sich ihre natürliche Art auch in den von ihr bekleideten hohen Ämtern bewahrt hat. (Ratschko)

 


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 11/2004

S. 6 - 11