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Rezensionen
Antimykotika von A - Z
Bibliographische Angaben: Hans-Jürgen Tietz und Wolfram Sterry, Thieme Verlag, 3. neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2004, 139 Seiten, 19,95 EUR, ISBN 3 13 137793 3

Kurze Inhaltsangabe: Es werden die gängigen systemischen und topischen Antimykotika nach Warenzeichen und Substanzen alphabetisch geordnet aufgeführt. Die Wirkungsmechanismen werden erläutert.

Bei den einzelnen Substanzen wird dann auf Anwendungsgebiete, pharmakologische Eigenschaften, Kontraindikationen sowie unerwünschte Wirkungen und Interaktionen hingewiesen. Oft folgt auch der Hinweis auf spezielle Anwendungen mit Kommentar.

Sonstiges: Bei der heute vielfach gängigen distanzlosen Anwendung von Antibiotika ein sehr wertvolles Hilfsmittel.

Empfehlung: Eine übersichtliche Darstellung, die in der Handhabung sehr praktikabel ist.

Rezensent: Dr. Dr. rer. nat. Heinz-Eberhard Schlaak, Stadtweg 26, 24837 Schleswig


Träume zeigen neue Wege
Bibliographische Angaben: Holger Bertrand Flöttmann, 2. erweiterte Auflage, 340 Seiten,
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, 29,90 EUR

Flöttmann, niedergelassener Nervenarzt und Psychotherapeut, beschäftigt sich seit langem mit der Traumforschung. Er kann mit seinen Beiträgen aus dem Wilhelm-Griesinger-Institut in Kiel als ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet gelten. Aus der Praxis für die Praxis legt er nun die 2. Auflage seiner Systematik der Traumsymbole vor. Seine Datenbank enthält inzwischen 23 390 Träume. In der mit PC erfassten Systematik kann man praktisch alles über Träume stichwortartig nachlesen, von „Aal“ bis „Zwölf“ („in einem Traum Sinnbild für Ganzheit, sonst Alters- und Zeitangabe ohne erkennbare Symbolik“).

Um Träume verstehen zu können, ist Fachwissen unerlässlich, auch hohe Begabung, Empathie und lange Erfahrung. Dieses kenntnisreiche, einen großen Erfahrungsschatz systematisch darbietende Buch bestätigt die Erfahrungen, die jeder mit der Materie ernsthaft Befasste früher oder später macht: Je mehr Kenntnisse der Traumforscher über ein Symbol hat, desto treffender wird seine Analyse ausfallen.

Flöttmanns Forschungsergebnisse sind auch als CD zu erhalten. Sein Programm „Traumanalyse“ (Windows) enthält eine Datenbank mit ca. 23 000 Träumen und mehr als 1 000 Symbolen. Es ist ein Auswählen nach Alter, Datum, Geschlecht und auch ICD-10 möglich (Wilhelm-Griesinger-Institut, Lornsenstr. 30, 24105 Kiel, E-Mail info@wilhelm-griesinger-institut.de)

Das Buch ist allen mit der Problematik der Traumdeutung befassten, mit Traumsymbolen arbeitenden oder sich auch nur dafür interessierenden Ärzten/Psychotherapeuten nur zu empfehlen. Es kann die Arbeit gerade in der Praxis an der vertragsärztlichen „Front“ wesentlich erleichtern.

Rezensent: Dr. Benno Huhn, Kirchenstr. 18, 25587 Itzehoe


Kronprinz Wilhelm
Bibliographische Angaben: Dr. J. Helmut Ries, Verlag Mittler & Sohn, Berlin, Bonn 2001, 9,95 EUR, ISBN 3-8132-0775-7

Inhaltsangabe: Der Autor Dr. J. H. Ries ist pensionierter Chirurg, lebt an der Flensburger Förde und befasst sich eigentlich schon immer nahezu professionell mit Geschichte. Daraus entstand das vorliegende Buch. Es ist, wie man zunächst annehmen könnte, keine reine Biographie des letzten deutschen und preussischen Kronprinzen, wenngleich es weitgehend biographisch gegliedert ist. Der Autor betrachtet den Prinzen im Rahmen seiner Zeit und seiner Umgebung. Ein ganzes Kapitel beispielsweise schildert eines seiner Vorbilder, seinen Onkel Eduard in Großbritannien. Wer eine reine Biographie erwartet, wird also enttäuscht. Über die Hochzeit und die Ehefrau Wilhelms wird ebenso wenig berichtet wie über seine Kinder. Dafür ausgiebig die Stellung zu seinem Vater - insbesondere in politischen Fragen und insbesondere während des ersten Weltkrieges. Der Kronprinz, der der allgemeinen Meinung nach als Dandy gilt, wird hier doch als ernsthaft politisch und militärisch interessierter Mann geschildert. Belegt mit vielen Quellen ergibt sich ein neues Bild des Kronprinzen, der seine Schul- und Kadettenzeit in Plön verbrachte. So betrachtet ist es mehr ein wissenschaftliches denn ein unterhaltendes Werk. Empfohlen allen, die sich mit der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts befassen.

Rezensent: Dr. Heinz-Peter Sonntag, Niobestr. 9, 23570 Lübeck-Travemünde


Endlich frei von Angst und Panik mit Progressiver Relaxation
Bibliographische Angaben: Dr. Dietmar Ohm, TRIAS (Thieme) Verlag, 2003, 130 Seiten,
19,95 EUR, ISBN 3830430922

Inhaltsangabe: Ansprechend aufgemachtes Taschenbuch. Die gute inhaltliche Strukturierung des Textes zeigt sich schon beim ersten Durchblättern am hierauf ausgerichteten Layout. Zusätzlich eine auf den Text bezogene CD.

Nach einleitenden Kapiteln zum Angstbegriff und zur Abgrenzung der verschiedenen Angsterkrankungen folgt ein Abschnitt „Selbsthilfeprogramm“ sowie das Hauptkapitel über „Progressive Angstbewältigung“.

Kritische Bewertung und Sonstiges: Über eine didaktisch gut gelungene Einführung, eine kompakt dargebotene Differenzialdiagnostik und einen interessanten Exkurs „Selbsthilfeprogramm“ - interessant u. a. auch deshalb, weil Selbsthilfe uns Therapeuten gar nicht so oft in den Sinn kommt - führt Dietmar Ohm den Spannungsbogen wohltemperiert hin zum Hauptkapitel „Progressive Angstbewältigung“. Hier gelingt es ihm in einer erfreulich praxisnahen Grundatmosphäre - immer wieder gibt es Fallbeispiele - dem Leser seine Idee der progressiven Relaxation nahe zu bringen. Ich bin mit viel Spannung und Interesse der Herleitung seiner These gefolgt, dass Entspannungsverfahren keineswegs immer regressiv und damit womöglich sogar nicht mehr im Dienst des Ichs stehend sind. Mit einem Entspannungsverfahren einen bewussten Entwicklungsprozess zu fördern, zu stabilisieren und somit Ich-Stärkung zu ermöglichen, finde ich eine sehr interessante und anregende Vorstellung.

Empfehlung: Allen Betroffenen und allen mit Angstpatienten arbeitenden Therapeuten kann auch dieses neueste Buch von Dietmar Ohm ohne irgendeine Einschränkung sehr empfohlen werden. Zum Schluss hätte ich noch eine Anregung: Die ohnehin schon wichtige Bedeutung der CD könnte noch unterstrichen werden, wenn sie von Autor, dessen Stimme sich u. a. in seiner hypnotherapeutischen Arbeit als hierfür sehr geeignet erwiesen hat, selbst besprochen würde; dann wären Buch und CD noch mehr „aus einem Guss“.

Rezensent: Dr. Volker Engelmann, Am Burgfeld 5, 23568 Lübeck


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 10/2004

S. 17, 24, 63, 74