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Unsere Nachbarn

Krankenhäuser Mecklenburg-Vorpommern
Vieles im Umbruch

Dirk Schnack

Die Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist im Umbruch. Neben Trägervielfalt und Umstellung auf Fallpauschalen kennzeichnet die derzeitige Situation ein hohes Interesse an Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten.

Wolfgang Gagzow, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern
(Foto: di)

„Wir haben viele Nachfragen nach Kooperationsmöglichkeiten, besonders zum Thema Medizinische Versorgungszentren“, sagt Wolfgang Gagzow. Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (KGMV) beobachtet bei den Kliniken im Land derzeit ein steigendes Interesse an einer Sektoren übergreifenden Zusammenarbeit. Viele Häuser versuchten derzeit, die Kontakte mit niedergelassenen Ärzten zu intensivieren.

Zugleich ist die derzeitige Situation für die Kliniken von erheblicher Unsicherheit geprägt. Dazu tragen auch die Verhandlungen um den neuen Krankenhausplan ab Januar und die Taktik der Krankenkassen bei. Wie verworren die Lage für manche Kliniken ist, zeigt das Beispiel des Hauses in Bützow. Das kleine 80-Betten-Haus erhielt von den Kassen die Ankündigung, dass sein Versorgungsvertrag gekündigt werde. Zugleich vereinbaren die Verhandlungsführer der Kassen mit dem Haus aber ein neues Budget. Für Gagzow steht fest, dass keines der 35 Akuthäuser im Land verzichtbar ist. Er verweist auf eine seit der Wende drastisch verkleinerte Zahl der Häuser und einen starken Abbau der Bettenzahl. Unter Fallpauschalen, so die Argumentation Gagzows, werden die Kapazitäten ohnehin an den Markt angepasst - Streichungen im Krankenhausplan und Kündigungen von Versorgungsverträgen wären also überflüssig. Zudem verweist er auf etliche Millionen EUR an Fördermitteln, die die öffentliche Hand seit der Wende in die Modernisierung der verbliebenen Kliniken gesteckt hat.

Während die Häuser sich auf die veränderten Marktbedingungen einstellen, ziehen sich die Kommunen zunehmend aus der Trägerschaft zurück. Von den 35 Krankenhäusern sind nur noch vier (Demmin, Hagenow, Ribnitz-Damgarten und Wolgast) in Trägerschaft eines Landkreises. Als einzige Städte im Land treten Wismar und Rostock noch als Träger einer Klinik auf. Zum Vergleich: 1991 gab es 34 Kreiskrankenhäuser und acht Kliniken in städtischer Trägerschaft. Neben Schließungen waren in den vergangenen Jahren auch Übernahmen durch private Träger an der Tagesordnung. Hier gibt es inzwischen eine bunte Trägermischung. Insgesamt elf private Klinikbetreiber sind im stationären Akutbereich in Mecklenburg-Vorpommern aktiv. Darunter so große Ketten wie Asklepios (Parchim und Pasewalk), Sana (Bergen auf Rügen) und Helios (Schwerin), aber auch die schleswig-holsteinische Damp Holding (Stralsund). Als Konstante in der Kliniklandschaft haben sich die frei-gemeinnützigen Träger erwiesen. Seit 1994 sind unverändert sieben Häuser in konfessioneller Trägerschaft, meist als diakonische Einrichtung. Ebenfalls seit 1994 betreiben außerdem das DRK (Grevesmühlen, Grimmen, Neustrelitz und Tetrow) sowie die Arbeiterwohlfahrt (Bützow) ihre Häuser in Mecklenburg-Vorpommern. Unabhängig von der Trägerschaft sieht Gagzow bei den Krankenhäusern einen Trend zur Spezialisierung. „Es kommt zu vermehrten Absprachen über die Schwerpunktsetzung.“

Dirk Schnack, Postfach 12 04, 24589 Nortorf

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 08/2004

S. 74