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Krankenhäuser
Mecklenburg-Vorpommern Die Krankenhauslandschaft
in Mecklenburg-Vorpommern ist im Umbruch. Neben Trägervielfalt und
Umstellung auf Fallpauschalen kennzeichnet die derzeitige Situation ein
hohes Interesse an Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten.
Wir haben viele
Nachfragen nach Kooperationsmöglichkeiten, besonders zum Thema Medizinische
Versorgungszentren, sagt Wolfgang Gagzow. Der Geschäftsführer
der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (KGMV) beobachtet bei
den Kliniken im Land derzeit ein steigendes Interesse an einer Sektoren
übergreifenden Zusammenarbeit. Viele Häuser versuchten derzeit,
die Kontakte mit niedergelassenen Ärzten zu intensivieren. Zugleich ist die derzeitige
Situation für die Kliniken von erheblicher Unsicherheit geprägt.
Dazu tragen auch die Verhandlungen um den neuen Krankenhausplan ab Januar
und die Taktik der Krankenkassen bei. Wie verworren die Lage für
manche Kliniken ist, zeigt das Beispiel des Hauses in Bützow. Das
kleine 80-Betten-Haus erhielt von den Kassen die Ankündigung, dass
sein Versorgungsvertrag gekündigt werde. Zugleich vereinbaren die
Verhandlungsführer der Kassen mit dem Haus aber ein neues Budget.
Für Gagzow steht fest, dass keines der 35 Akuthäuser im Land
verzichtbar ist. Er verweist auf eine seit der Wende drastisch verkleinerte
Zahl der Häuser und einen starken Abbau der Bettenzahl. Unter Fallpauschalen,
so die Argumentation Gagzows, werden die Kapazitäten ohnehin an den
Markt angepasst - Streichungen im Krankenhausplan und Kündigungen
von Versorgungsverträgen wären also überflüssig. Zudem
verweist er auf etliche Millionen EUR an Fördermitteln, die die öffentliche
Hand seit der Wende in die Modernisierung der verbliebenen Kliniken gesteckt
hat. Während die Häuser
sich auf die veränderten Marktbedingungen einstellen, ziehen sich
die Kommunen zunehmend aus der Trägerschaft zurück. Von den
35 Krankenhäusern sind nur noch vier (Demmin, Hagenow, Ribnitz-Damgarten
und Wolgast) in Trägerschaft eines Landkreises. Als einzige Städte
im Land treten Wismar und Rostock noch als Träger einer Klinik auf.
Zum Vergleich: 1991 gab es 34 Kreiskrankenhäuser und acht Kliniken
in städtischer Trägerschaft. Neben Schließungen waren
in den vergangenen Jahren auch Übernahmen durch private Träger
an der Tagesordnung. Hier gibt es inzwischen eine bunte Trägermischung.
Insgesamt elf private Klinikbetreiber sind im stationären Akutbereich
in Mecklenburg-Vorpommern aktiv. Darunter so große Ketten wie Asklepios
(Parchim und Pasewalk), Sana (Bergen auf Rügen) und Helios (Schwerin),
aber auch die schleswig-holsteinische Damp Holding (Stralsund). Als Konstante
in der Kliniklandschaft haben sich die frei-gemeinnützigen Träger
erwiesen. Seit 1994 sind unverändert sieben Häuser in konfessioneller
Trägerschaft, meist als diakonische Einrichtung. Ebenfalls seit 1994
betreiben außerdem das DRK (Grevesmühlen, Grimmen, Neustrelitz
und Tetrow) sowie die Arbeiterwohlfahrt (Bützow) ihre Häuser
in Mecklenburg-Vorpommern. Unabhängig von der Trägerschaft sieht
Gagzow bei den Krankenhäusern einen Trend zur Spezialisierung. Es
kommt zu vermehrten Absprachen über die Schwerpunktsetzung.
Dirk Schnack, Postfach 12 04, 24589 Nortorf |
Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt 08/2004 S. 74 |
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