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Kammer-Info aktuell
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Fersensporn
- Neues Anwendungsgebiet für Taping? Wenn es auch mal wieder unglaublich klingt, aber es sind allein in meiner Praxis bisher 26 Patienten, die sich wegen eines Fersenspornleidens zur Therapie vorstellten und die alle mit der Medi-Taping-Methode erfolgreich zu 100 Prozent keine Beschwerden mehr haben. Bei Kollegen, die die gleiche Therapieform angewendet haben, sind es über 50 Patienten bisher. Fersensporne treten
relativ häufig auf. So lässt sich bei etwa zehn Prozent der
Bevölkerung ein Sporn nachweisen. Dies geschieht jedoch oft als Zufallsbefund
ohne klinische Symptome und Beschwerden. Insgesamt sind Frauen häufiger
als Männer betroffen. Das Durchschnittsalter der Erkrankten liegt
zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Der plantare Fersensporn
tritt dabei häufiger auf als die Haglund-Exostose. Haglund-Exostose:
Knochenerhebung des hinteren oberen seitlichen Randes des Fersenbeins
im Ansatzgebiet der Achillessehne. Häufig steht er in Verbindung
mit einem entzündlichen Schleimbeutel.
Wenn der Ursprung
der Sehne am mittleren Fersenbein wiederholt unter hoher Spannung steht
(durch regelmäßiges Joggen oder Wandern beispielsweise), kann
es dort zu winzigen Einrissen kommen. Sie führen dann zu Entzündungen
und Gewebeveränderungen. Der Fersensporn selbst entsteht dadurch,
dass der Körper an den Rissen Kalk ablagert. Sporne entstehen durch
Druck und Zug bei, Überbelastung und schlechtem Schuhwerk. Weitere
auslösende Faktoren zur Entstehung eines Fersensporns sind zusätzlich
Übergewicht und Belastung durch den Beruf. Besonders betroffen sind
Berufe, bei denen sehr viel gestanden oder umhergelaufen wird. Die Behandlung stützt
sich bisher auf konservative Maßnahmen wie Fersenkissen, Polsterung
und entzündungshemmende Medikamente. Aber auch eine Bestrahlung mit
ionisierender Strahlung, z. B. Gammastrahlung, mit einer Dosis von z.
B. 6 Gy, oder Operationen wurde mit mehr oder weniger Erfolg durchgeführt. Wer je einmal Fersenschmerzen
gehabt hat, weiß wie schrecklich diese sein können. Sie machen
vor allem beim Aufstehen von einem Stuhl oder auch aus dem Bett starke
Schmerzen, die oft bis an die Grenze des noch Erträglichen gehen
können. Sie sind von einschießendem, brennendem Charakter und
nehmen meistens je länger der Tag dauert, desto mehr zu. Der heftige
und punktuelle Schmerz ist oftmals der einzige diagnostische Hinweis auf
die Krankheit. Um die Diagnose abzusichern, müssen Röntgen-
oder gegebenenfalls Ultraschall- oder Kernspinaufnahmen gemacht werden.
Häufig sind Sporne auszumachen, aber auch ohne jegliche Veränderungen
in den bildgebenden Verfahren wird über heftigste Schmerzen geklagt.
Bis hierhin ist alles
bekannt gewesen. Genauso habe ich es auch gesehen, bis ich diese Krankheit
begonnen habe, mit Medi-Taping zu therapieren. Wie Sie wissen, beschäftige
ich mich seit über drei Jahren sehr intensiv mit dieser neuen Therapieform.
Also begann ich einfach die Sohle mit dem Tape zu bekleben, schön
nach dem Motto, dort wo sich Schmerzen bemerkbar machen immer voll das
Tape gedehnt auftragen. Bei einigen Patienten hatte man einigen Erfolg.
Den absoluten Erfolg hatte man aber, wenn man noch zwei weitere Dinge
berücksichtigte. Einmal musste man unbedingt die Wade mit in die
Therapie einbeziehen, aber ebenso wichtig war die Tatsache, dass man die
Blockaden der Wirbelsäule erkannte und erfolgreich mitbehandelte.
Tat man dies, hatten die Patienten nach ca. vier Behandlungen überhaupt
keine Beschwerden mehr. Alle berichteten schon sofort nach der ersten
Behandlung eine deutliche Schmerzlinderung. Ich habe die Beobachtung
gemacht, dass diese Erkrankung durch Stress in der Wadenmuskulatur verursacht
wird. Dass vor allem dieser Stress durch eine falsche Statik verursacht
werden kann, wenn sich der Patient auf eine Waage stellt, sieht man, das
Gewicht ist unterschiedlich auf die Beine verteilt. Blockaden können
an unterschiedlichen Stellen chronische Beschwerden verursachen.
Alle behandelten Patienten
hatten Blockaden, sei es im Atlas, Wirbelsäulenbereich oder im ISG
(Iliosakralgelenk). Der Erfolg war vor allem auch von der Lösung
der Blockaden mit abhängig. Ist der Körper aus seinem Gleichgewicht,
ist die Belastung der Füße eine ganz andere, als wenn keine
Blockade vorliegen würde. Die überlastete Muskulatur der Wade
wirkt wie eine Hebelwirkung auf die Ferse, die wiederum einen vermehrten
Zug auf die Plantaraponeurose ausführt (Bild 2). Bei der Patientin
handelt es sich um eine deutlich übergewichtige Frau, die seit drei
Jahren unter einem Fersensporn leidet und schon, bis auf eine geplante
Operation, alles probiert hat. Bei der Untersuchung
fiel auf, dass sie eine deutliche ISG-Blockade und auch ausstrahlende
Schmerzen in die rechte Hüfte zu beklagen hatte. Es wurde die Blockade
mithilfe der Akupunkturmassage nach Pencel und besonderen Tapes behandelt.
Wie in der Abbildung zu sehen ist, wurde der ISG Bereich und die Glutealmuskulatur
behandelt. Außerdem erhielt sie ein Wadentape. Schon nach einer
Woche gab die Patientin an, nur wenig Schmerzen im Fuß zu verspüren.
Nach vier Behandlungen war sie sowohl schmerzfrei in der Hüfte, als
auch im Fuß. Aus Dankbarkeit erhielt ich die Genehmigung sie in
meinem Artikel zu veröffentlichen (Bild 1 + 6). Für mich ist
es mittlerweile sehr verständlich, dass durch statische Fehlstellungen
unterschiedliche Belastungen auf den Körper einwirken. Dies führt
zu muskulären Überbelastungen und letztlich irgendwann einmal
zum Schmerz. Löst man die Blockaden nicht, ist man auch auf Dauer
nicht erfolgreich. Es ist schon erstaunlich, dass der Fersensporn so erfolgreich
zu behandeln geht. Sicher wird es auch mal einen Patienten geben, dem
ich den Fersensporn nicht wegtherapieren kann. Aber bis dahin bin ich
glücklich darüber, so eine wahnsinnig erfolgreiche Therapie
entdeckt zu haben. Dr. Dieter Sielmann, Kurparkallee 2, 23843 Bad Oldesloe, Tel. 04531/82544, E-Mail dsielmann@foni.net |
Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt 08/2004 S. 51 / 52 |
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