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Schleswig-Holstein
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GKV
Plus in Schleswig-Holstein Die Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein will die skeptisch-abwartende Haltung vieler Ärzte zur Kostenerstattung ändern. Das GKV Plus-Programm soll die Wende bringen. In diesem Monat laufen zentrale Informationsveranstaltungen.
Bislang hatten viele
Ärzte Versuche, ihre Patienten von der Kostenerstattung zu überzeugen,
schon deshalb unterlassen, weil sie erwarteten, dass es den Patienten
bei der vorgeschriebenen Krankenkassenberatung ohnehin wieder ausgeredet
wird. Das ist nach Gesprächen Bittmanns zumindest nicht mehr bei
allen Kassen der Fall. Damit hätte Bittmann eine der vielen Hürden
auf dem Weg zur Kostenerstattung ausgeräumt - aber längst nicht
alle. Entscheidend wird die Akzeptanz der Ärzte und deren Bereitschaft
sein, ihre Patienten von dem Modell zu überzeugen. Deshalb hat die
Genossenschaft in den vergangenen Wochen seit der Generalversammlung in
Rendsburg emsig an Informationsbroschüren für Praxen und Patienten
gearbeitet. Hauptargument der
Genossenschaft ist die verbesserte Versorgung für Patienten im GKV
Plus-Programm, da sie im Kostenerstattungssystem keine Leistungseinschränkungen
hinnehmen müssen. Bittmann hat in der Vergangenheit bei vielen GKV-Patienten
ein Misstrauen, weil an ihnen gespart wird, beobachtet. Denn
im Sachleistungssystem muss nach seiner Darstellung auf das absolut Notwendige
begrenzt werden, es drohe eine stille Rationierung sinnvoller
Leistungen wie etwa EKG-, Blut-, oder Sonographieuntersuchungen. Mit GKV
Plus dagegen winkt den Patienten die ärztliche Leistung, die
für die Gesundheit wichtig und sinnvoll ist, wie es in der
Broschüre heißt. Zugleich darf das Vertrauensverhältnis
nicht durch überhöhte Rechnungen zerstört werden. Die Genossen
wollen das Problem lösen, indem sie mit EDV-Unterstützung einen
GOÄ-Wert errechnen lassen, der der EBM-Summe entspricht. An diesen
Wert sollen sich die Abrechner halten, damit die Patienten nicht zu stark
zur Kasse gebeten werden. Den Patienten verspricht die Genossenschaft:
Die Honorarabrechnung nach amtlicher Gebührenordnung bleibt
fair und wird so moderat gestaltet, dass Ihnen zusätzliche Kosten
erspart bleiben. Außerdem wirbt
die Genossenschaft mit der erhöhten Transparenz im GKV Plus-Programm.
Durch die direkte Rechnungslegung erhalten Patienten Einblick in die abgerechneten
Leistungen und deren tatsächliche Preise. Hinzu kommt ein besserer
Service. Die GKV Plus-Patienten sollen etwa von kürzeren Wartezeiten
und schnelleren Terminvergaben profitieren. Trotz dieser Vorteile weiß Bittmann, dass die Ärzte sich schwer tun werden, Patienten auf breiter Front für GKV Plus zu gewinnen. Er appelliert aber, es zumindest bei den aufgeschlosseneren Patienten zu versuchen. Wer nicht mitmacht, hat auch kein Recht, sich über das Sachleistungsprinzip zu beklagen, sagt Bittmann. In der Schwestergenossenschaft Nordwest (Niedersachsen/Bremen) zeigte sein Appell bereits Wirkung. Deren Generalversammlung am 30. Juni sprach sich einstimmig dafür aus, das Modell aus Schleswig-Holstein auch in ihrer Region umzusetzen. Der Genossenschaftsvorsitzende Dr. Rainer Wohltmann hält es für realistisch, dass sich mittelfristig zehn Prozent der Patienten für die Kostenerstattung entscheiden. (di) |
Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt 08/2004 S. 27 |