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Schleswig-Holstein

Telematik in Arztpraxen
Wolfgang Dahncke

Im September 2001 wurde in Schleswig-Holstein eine Telematik-Plattform ins Leben gerufen, die zu einem Gesprächsforum von Experten der Telemedizin aus Krankenhäusern, der niedergelassenen Ärzteschaft, von Krankenkassen, Kammer und Verbänden auf- und ausgebaut wurde. Die erste Aufgabe dieses Initiativkreises war eine Erhebung im Jahre 2002, die den Stand der Telematikanwendungen der Praxen in Schleswig-Holstein ermittelte. Von den 4 143 angeschriebenen Praxen beteiligten sich 1 227 an der Umfrage (785 Einzelpraxen und 442 Gemeinschaftspraxen). Das Kollektiv repräsentiert hinsichtlich der Praxisformen, Geschlechtsverteilung, Alter und Verteilung nach Kreisen in Schleswig-Holstein sowie nach Facharztgruppen die Struktur der Praxen in Schleswig-Holstein sehr gut. Am Rande sei nur angemerkt, dass sich an der Umfrage gegenüber dem Durchschnitt etwas ältere und mehr männliche Praxisinhaber beteiligten.

Als erstes interessierte die Frage, wie viele Praxen ihr EDV-System als Arztinformationssystem zur Patientendatenverwaltung benutzen. 70,82 Prozent (869) gaben an, dass sie mehr als nur die Abrechnungsdaten im Praxissystem speichern. Weiterhin nutzen 56,15 Prozent (689) ein hauseigenes Netzwerk. Der Kern der Telemedizin ist der digitale Datenaustausch. Auf die Frage: „Tauschen Sie Daten mit anderen Institutionen im Gesundheitswesen aus?“ antworteten 64,55 Prozent (792) mit „Ja“. Die gleiche Menge gab an, dieses auch schon „online“ zu machen. Da die Fragestellung in diesem Bereich etwas unscharf war, wurden Begriffsüberschneidungen mithilfe einer zweiten Umfrage bereinigt. Zuerst aber noch die Ergebnisse der ersten Befragung zum Thema Internet.

42,44 Prozent (533) aller befragten Praxen ermöglichen auch ihren Mitarbeitern in der Arztpraxis einen Zugang ins Internet. Einen Nutzen durch den Zugang zum Internet sahen 63,73 Prozent (782).
Die erste Umfrage dokumentierte dem Initiativkreis der Telematik-Plattform zweierlei: Es gibt einen „Begriffswirrwarr“ um das Thema Telema- tik. Ungefähr 85 Prozent der befragten Praxen haben schon Berührungspunkte zur Telemedizin.

Diese Erkenntnisse führten zu einer zweiten, differenzierteren Auswertung im Jahre 2003. Es wurden 132 Praxen selektiert und erneut befragt. Die erste Frage lautete: Was wird denn in den Praxen digital dokumentiert: (Tab. 1) Ein weiterer Schwerpunkt war der Online-Datenaustausch. Hieran beteiligten sich 106 von 132 Arztpraxen (Tab. 2). Es ist noch darauf hinzuweisen, dass die zweite Umfrage nicht repräsentativ ist. Es sollte nur eine differenziertere Darstellung erfolgen.

Ziel des Initiativkreises Telematik ist es weiterhin, bereits in Klinik und Praxis bestehende Kompetenz für andere verfügbar zu machen und den Ärztinnen und Ärzten in Schleswig-Holstein Informationsmöglichkeiten anzubieten. Im Februar 2004 fand die erste große Veranstaltung der Telematikplattform Schleswig-Holstein im Rahmen des Flensburger-Forums für IT-Anwendungen im Gesundheitswesen statt. Thema dieser Veranstaltung war „Telematik in Schleswig-Holstein - Wo stehen wir? Wo wollen wir hin?“ Die 2. Veranstaltung wird im März 2005 wieder in der Fachhochschule Flensburg stattfinden.

Organisatoren der Veranstaltung sind, wie im Vorjahr, das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz, die Fachhochschule Flensburg und die Ärztekammer Schleswig-Holstein.

Wolfgang Dahncke, Ärztekammer Schleswig-Holstein, Bismarckallee 8 - 12, 23795 Bad Segeberg

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 08/2004

S. 23 / 24