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Schleswig-Holstein
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Porträt:
Als ich 1960 meine
Praxis gründete, stand ich vor der Frage: selbst röntgen oder
röntgen lassen? Aus zunächst rein ökonomischen Gründen
habe ich mich dann entschlossen mit niedergelassenen Fachröntgenologen
zusammenzuarbeiten. Dabei entwickelte sich im Laufe der Jahre eine besonders
enge, später freundschaftliche Zusammenarbeit mit einem Radiologen
in der Innenstadt. Waren es zunächst rein diagnostische Standardaufnahmen
und die Strumatherapie mit Radio-Jod so kam 1984 nicht nur die Computertomographie
(noch vor der Uni!), sondern auch ein Partner in der Röntgenpraxis
hinzu. Als der Senior ausschied, holte sich der bisherige Partner einen
neuen Kollegen hinzu: Dr. Helmuth Vorbringer. Jetzt ist dieser der Dienstälteste
einer ganzen Radiologen-Mannschaft. Helmuth Vorbringer
wurde als Sohn einer Sächsin und eines Ostpreußen 1945 aus
Berlin in die äußerste Ecke des Reiches verschleppt:
Nach Flensburg - möglichst weit von den Russen! In Flensburg
machte er sein Abitur und studierte dann - mit Ausnahme eines kulturellen
Semesters in Wien (Für acht Schilling in die Oper) -
in Hamburg. Nach Abschluss des Studiums hat Dr. Vorbringer ein Jahr Hausärzte
vertreten: Ein Jahr der Suche. Im Hamburger St. Georg hat
dann ein röntgenologischer Oberarzt die Saat gelegt. Drei Jahre auf der
Radiologie in Rüsselsheim, wo er neben dem Chef und dem Oberarzt
einziger Assistent war, dadurch war die Ausbildung sehr breit. Nun wieder
sieben Jahre in Hamburg-Eppendorf bis zum Einstieg in das Lübecker
Institut. Vorbringer lernt aber immer weiter: Vor allem nach Einführung
des MRT hat er sich in San Franzisco und New York fortgebildet: Die
Butter aufs Brot! Als wir uns am ersten schönen Tag in diesem Sommer trafen, war Helmuth Vorbringer gerade von einem längeren Volontariat aus Stuttgart zurückgekehrt und wusste voller Begeisterung zu berichten - nicht nur von der Abteilung und ihrem engagierten Chef, sondern vor allem von dem, was er in der Kardio-MR gelernt hatte, die er jetzt gemeinsam mit einer Kardiologin der Sana-Klinik eingeführt hat. Sehen können,
ist eine schöne Sache! Die Kardio-MR, von der Vorbringer den
ganzen Nachmittag schwärmte, kann in besondern Fällen die Echokardiographie
ersetzen, den Herzkatheter und dient zur Feststellung einer Myocarditis.
Dr. Vorbringer, verheiratet mit einer Medizinisch-Technischen Angestellten
und Vater von zwei Söhnen, die leider nicht Medizin studieren, bemüht
sich vor allem auch in seinem diagnostischen Fach um das intensive Gespräch
mit den Patienten. Es kann nicht sein, nur Bilder zu machen. Nachdem der Sport
abgehakt ist, verbringt Helmuth Vorbringer seine karge Freizeit mit dem
Lesen von Geschichtsbüchern. Dr. Heinz-Peter Sonntag, Niobestr. 9, 23570 Lübeck-Travemünde |
Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt 08/2004 S. 22 |
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