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Personalia
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25.04.1916, 22.06.2004 Unser Gerd Iversen
ist tot. Viele, die ihn gekannt, geachtet und geliebt haben, werden es
nicht glauben können, dass dieser bis ins höchste Alter hinein
viel jünger wirkende, vitale, lebensfrohe und immer interessierte,
gesprächsbereite Kollege, Freund und Lehrer nicht mehr sein soll.
Nach einem schweren Infekt im vergangenen Winter und abnehmender Lebenskraft
in den folgenden Monaten hat Gerd Iversen sein Ende vorausgesehen, vielleicht
sogar erwartet, und sein Haus bestellt. Am 22. Juni ist er bei sich zu
Hause friedlich eingeschlafen. Gerd Iversen war über
20 Jahre (von 1966 bis 1986) Schriftleiter des Schleswig-Holsteinischen
Ärzteblattes, eine Aufgabe, die ihm ganz besonders ans Herz gewachsen
war. Die von ihm verantworteten Ärzteblätter waren geprägt
von seinem Engagement für die Psychotherapie und Psychoanalyse, seine
zahlreichen Buchbesprechungen waren ein besonderes Merkmal des Ärzteblattes,
das ihm in Fachkreisen weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins
hinaus hohe Wertschätzung eingebracht hat.
Geboren 1916 in Lübeck,
1934 Abitur, 1939 Staatsexamen, Promotion, im Krieg Truppenarzt und Leitender
Arzt einer Lazarettabteilung, ab 1945 dann Assistent und Oberarzt der
Inneren Abteilung des Kreiskrankenhauses Bad Segeberg, Pulmologe und Internist,
später mit den Zusatzbezeichnungen Psychotherapie und Psychoanalyse,
seit 1965 geschäftsführender Arzt und 1977 Präsident der
Ärztekammer Schleswig-Holstein. Danach seit 1980 tätig als Psychotherapeut,
Schriftleiter und Dozent in der Psychotherapie an verschiedenen Orten,
besonders aber auch in der Akademie der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Eberhard Wilke hat
in seiner Laudatio zum 85. Geburtstag Gerd Iversen einen homo politicus
genannt, besser lässt sich das Spektrum seiner Aktivitäten kaum
zusammenfassen: Anfang der Fünfziger zeitweise stellvertretender
Landesvorsitzender der FDP, Fraktionssprecher in der Stadtvertretung,
Kreistagsmitglied für den Kreis Segeberg, 15 Jahre Vorsitzender der
Volkshochschule Bad Segeberg sind Beispiele für außerärztliches
Engagement, im ärztlichen Bereich Mitbegründer der Norddeutschen
Psychotherapietage in Lübeck, viele Jahre Vorsitzender der Deutschen
Gesellschaft für Hypnose und autogenes Training u. v. a. m. Gerd Iversen gehört
zu denen, die an dem Aufbau einer demokratisch strukturierten, zeitgemäßen
Standesvertretung der Ärzte nach den ersten Nachkriegswirren maßgeblich
beteiligt waren. Gründungsmitglied
des Marburger Bundes Schleswig-Holsteins, dessen 1. Vorsitzender von 1952
bis 1954, aktiv in der Kammerversammlung und Ausschüssen der Kammer,
war sein Engagement gekennzeichnet von leidenschaftlichem Einsatz für
eine der Gesundheit und Würde des Einzelnen, für die Erhaltung
des Lebens und einer intakten Umwelt verbundene Ärzteschaft. Es ist
seinem Einsatz und seiner Zähigkeit gegen starke Widerstände
zu verdanken, dass die Weiter- und Fortbildung in Psychotherapie und Psychoanalyse
in unserer Akademie nach ihrer Gründung 1977 einen besonderen Stellenwert
erhielt und zu ihrem besonderen Qualitätsmerkmal wurde. Er selbst
hat an der Ausgestaltung im Rahmen der Dozentenversammlung bis vor etwa
drei Jahren aktiv mitgewirkt. Bei aller Würdigung
der Verdienste um Gesellschaft und im besonderen Ärzteschaft darf
der Mensch Gerd Iversen nicht zu kurz kommen: Humor, Schlagfertigkeit,
Aufgeschlossenheit, Fähigkeit zum Zuhören, Liebe zur Musik (insbesondere
Klavierkonzerte von Mozart) und zur Literatur (besonders die Werke von
C. G. Jung und die Gedichte von Rainer Maria Rilke, aber auch Christian
Morgenstern und Wilhelm Busch), waren Eigenschaften, die ihn zu einem
anregenden, liebenswerten und gesuchten Gesprächspartner und Ratgeber
werden ließen. Ich habe Gerd Iversen
über 28 Jahre gekannt. Unsere Begegnungen und Gespräche waren
immer etwas Besonderes. Er wird mir fehlen. Dr. Karl-Werner Ratschko, Ärztekammer Schleswig-Holstein, Bismarckallee 8 - 12, 23795 Bad Segeberg |
Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt 08/2004 S. 18 / 19 |
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