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Nachrichten in Kürze

KV muss mahnen!

Rund 5 000 Kassenpatienten (0,2 Prozent der Behandlungsfälle) haben im ersten Quartal 2004 die 10 EUR „Eintrittsgebühr“ bei Vertragsärzten nicht gezahlt. Anfang Juli hat die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) mit den Mahnverfahren begonnen, zu denen sie gesetzlich verpflichtet ist. Zu den 10 EUR, die an die Krankenkassen abgeführt werden, erhebt die KV 3,50 EUR Mahngebühren. Falls die Patienten nicht reagieren, ist das weitere gerichtliche Vorgehen noch ungeklärt. Die KVSH strebt hier eine gerichtliche Entscheidung an, zumal die 10 EUR bei Zahnärzten und Krankenhäusern von den Krankenkassen selbst angemahnt werden. (hps)


Berufsausbildung ist ein Schlüssel zur Zukunft
Arzthelferinnen der Elly-Heuss-Knapp-Schule freigesprochen

Glücklich: Frisch gebackene Arzthelferinnen der Elly-Heuss-Knapp-Schule (Neumünster) (Foto: Einmal)

In gewohnt festlichem Rahmen wurde auch in diesem Jahr wieder der Berufsschulabschluss der Arzthelferinnen der Elly-Heuss-Knapp-Schule gefeiert. Dr. Heinrich Clementsen überbrachte die Grüße der Ärztekammer Schleswig-Holstein und sprach die Arzthelferinnen von den Pflichten als Auszubildende frei. In seiner kurzen Ansprache erinnerte er daran, dass die dreijährige Berufsausbildung zur Arzthelferin erst seit 1985 existiere und davor in nur zwei Jahren ausgebildet worden sei. Zusammen mit der Klassenlehrerin Hella Vieregge gab er sodann die Zeugnisse aus. Klassenlehrerin Hella Vieregge bedankte sich bei dem Prüfungsausschuss und den Lehrkräften der Elly-Heuss-Knapp-Schule für die gute Arbeit. In einer kurzen Ansprache rief Koordinatorin Jutta Andresen von der Elly-Heuss-Knapp-Schule die jungen Arzthelferinnen dazu auf, die nächsten Auszubildenden in den Arztpraxen tatkräftig kollegial zu unterstützen und sich an die eigenen Erfahrungen als Neuling in der Praxis zu erinnern.

Schulleiter Ulrich Wiethaup sprach die frisch gebackenen Arzthelferinnen von der Berufsschulpflicht frei und hob in einem kurzen Grußwort hervor, dass das Lernen im Betrieb und in der Berufsschule eine Schule des Lebens sei. Ausbildung sei eine Investition in die Zukunft unseres Landes. Das duale System der Berufsausbildung in Deutschland habe eine große Tradition und eine gute Zukunft. Es müsse allerdings ständig weiterentwickelt und flexibler gemacht werden. „Ausbildung ist ein Schlüssel zur Zukunft. Sie muss sich für die ausbildenden Betriebe lohnen und für die jungen Menschen attraktiv sein. Nur wenn die Jugend eine Chance hat, haben wir alle eine gute Zukunft“, so Schulleiter Ulrich Wiethaup. (Ulrich Wiethaup)


Zweiköpfiger Vorstand für die Kassenärztliche Bundesvereinigung

Der neue hauptamtliche Vorstand der KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) wird ab 2005 aus zwei Mitgliedern bestehen: Ein Vorstandsmitglied vertritt das Ressort der hausärztlichen Versorgung, ein zweites das der fachärztlichen Versorgung. So sieht es die Satzungsnovellierung vom 11. Juni 2004 vor.

Die Vertreterversammlung selbst wird ab nächstem Jahr 60 Mitglieder zählen: 34 Sitze nehmen automatisch die Vorsitzenden der Länder-KVen mit je einem Stellvertreter ein. Weitere 20 Mitglieder werden aus den Reihen der KVen gewählt. Dabei richtet sich die Anzahl nach der Größe der KVen.

Hinzu kommen außerdem sechs Mitglieder der psychologischen Psychologen sowie der Kinder- und Jugendpsychotherapeuten. Im Dezember findet die konstituierende Sitzung der neuen Vertreterversammlung statt. (hps)


Ärztemangel in Mecklenburg-Vorpommern

Gemeinsam mit Vertretern der Landkreise haben die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern und der KV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Eckert über Maßnahmen zur Lösung des Nachwuchsproblems der ambulanten medizinischen Versorgung beraten. Wie das „Journal“ der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) berichtet, kam man überein, nunmehr gemeinsam den Nachwuchsmangel zu bekämpfen. Ministerium und KV wollen an den beiden Universitäten im Lande eine Marketing-Kampagne starten, die die Studenten über die beruflichen Möglichkeiten im ambulanten Gesundheitswesen des Landes aufklären und für die Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern motivieren soll. Auch werden in den nächsten Wochen und Monaten regionale Foren mit den Bürgermeistern und Gemeindevertretern in den Landkreisen stattfinden. Man müsse, so die Ministerin, die jungen Leute auch ein Stück weit abholen. Nur so könne auch gezeigt werden, dass die Rahmenbedingungen trotz aller Probleme nicht so schlecht sind, wie kolportiert. (hps)


Veränderungen im Vorstand der APO-Bank
Werner Wimmer geht in den Ruhestand - Günter Preuß übernimmt das Amt des Vorstandssprechers


Diplom-Betriebswirt Werner Wimmer, Sprecher des Vorstandes der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (APO-Bank), trat nach Vollendung des 65. Lebensjahres zum 30. Juni 2004 in den Ruhestand. Bei einem festlichen Empfang im Rahmen der Vertreterversammlung der APO-Bank am 18. Juni 2004 wurde Wimmer mit „standing ovations“ für seine Verdienste um die Weiterentwicklung des Instituts geehrt. Der gebürtige Düsseldorfer kann auf eine fast 40-jährige Tätigkeit bei der größten deutschen Primärkreditgenossenschaft zurückblicken.

Werner Wimmer (re.) und Günter Preuß (li.)
(Foto: APO-Bank)

Wimmer trat 1965 nach Abschluss des betriebswirtschaftlichen Studiums in die APO-Bank ein. In der Folgezeit trug er wesentlich dazu bei, der Bank eine effiziente technisch-organisatorische Basis zu geben und die logistische und personelle Infrastruktur des Instituts auf neue Erfordernisse auszurichten. In Würdigung seines dauerhaften Engagements um die Weiterentwicklung der Bank für die Heilberufe wurde er 1983 als stellvertretendes Mitglied in den Vorstand des Instituts berufen und 1988 zum ordentlichen Vorstandsmitglied bestellt. Der Aufsichtsrat ernannte Werner Wimmer 1996 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstandes und übertrug ihm 1999 die Funktion des Vorstandssprechers.

Günter Preuß, Wimmers Nachfolger im Amt des Vorstandssprechers, würdigte ihn als Persönlichkeit, die sich durch Leistungsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein, Improvisationsvermögen und Fantasie, Flexibilität und Wendigkeit auszeichnet. Auf die Zusammenarbeit im Vorstand eingehend, hob Preuß die Kollegialität hervor, die Wimmer stets als Basis für ein erfolgreiches Wirken im Team verstand.

Preuß übernimmt das Amt des Vorstandssprechers am 1. Juli 2004. Der gebürtige Oberpfälzer gehört dem Vorstand seit dem 1. April 1995 an. Neben Vertriebsaufgaben war er von Anfang an für die bundesweite Betreuung der Standesorganisationen verantwortlich. Seit langem unterstehen ihm die Dezernate „Unternehmensplanung/Treasury“ sowie „Vertrieb Organisationen und Großkunden“, für die Preuß auch künftig die Verantwortung trägt. Hinzu kommen nun die Bereiche „Öffentlichkeitsarbeit / Volkswirtschaft“ sowie „Vorstandssekretariat“. (Deutsche Apotheker- und Ärztebank)


Handbuch Schleswig-Holstein 2004 erschienen

Mit dem Handbuch Schleswig-Holstein 2004 erscheint das umfassende Nachschlagewerk für das Land Schleswig-Holstein in 32. Auflage. Es enthält eine vollständige und aktualisierte Übersicht aller für Schleswig-Holstein zuständigen Bundesbehörden sowie aller Landes- und Kommunalbehörden. Darüber hinaus sind alle Institutionen, Vereine, Verbände und Organisationen aufgeführt, die das Leben von Wirtschaft und Gesellschaft unseres Landes prägen. Das Handbuch Schleswig-Holstein hat sich in Jahrzehnten als Ratgeber für alle bewährt, die sich im öffentlichen Leben des Landes Schleswig-Holstein orientieren möchten.

Die Neuauflage berücksichtigt alle Wahlentscheidungen und organisatorischen Veränderungen in den öffentlichen Gebietskörperschaften und privaten Institutionen und Verbänden bis Mai 2004.

Das Handbuch gliedert sich wie folgt:

Teil 1 informiert über den Bundestag, Bundesrat und Behörden und Einrichtungen des Bundes, Ministerien der anderen Bundesländer sowie europäische und internationale Organisationen.

Teil 2 gibt über den Landtag und alle Gerichte, Behörden, Einrichtungen, Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen des Landes Schleswig-Holstein Auskunft. Er enthält das Schul- und Berufsschulverzeichnis.

Teil 3 enthält alle Angaben über die kommunalen Gebietskörperschaften und ihre Verbände. Es enthält ein Gemeindeverzeichnis und das Krankenhausverzeichnis.

Teil 4 informiert über die Kammern, Wirtschafts-, Industrie-, Fach- und Berufsverbände, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften und zahlreiche andere Vereinigungen.

In Teil 5 sind die Kirchen und Religionsgemeinschaften, die Verbände der freien Wohlfahrtspflege, die Schulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung aufgeführt; dieser Teil unterrichtet außerdem über Musik, Kunst, Kultur und Heimatpflege.

Teil 6 enthält Angaben über die Medien im Lande sowie über Museen, Sammlungen, Bühnen, Kulturpreise, Orchester, Bibliotheken, Tiergärten, Botanische Gärten sowie Natur- und Landschaftsschutzgebiete.

In Teil 7 finden sich ausgewählte Statistiken aus Schleswig-Holstein.

Das Handbuch ist erhältlich über den Verlag dfn! Druckerei Fotosatz Nord, Wittland 8 a, 24109 Kiel, Tel. 0431/580809-0, Fax 0431/580809-22, E-Mail info@dfn-kiel.de und kostet 67 EUR inkl. Versandkosten. (Dr. Carl-August Conrad)


Winterprüfung für Arzthelferinnen 2004/2005

Die Ärztekammer Schleswig-Holstein hat folgende Termine für die Arzthelferinnen-Abschlussprüfung im Winter festgelegt:

Schriftliche Prüfung
Praktisch-mündliche Prüfung

Nur mündliche Prüfung
Mittwoch, 08.12.2004
Dienstag, 04.01.2005
Mittwoch, 05.01.2005
Donnerstag, 06.01.2005

Die Anmeldungsformulare können ab sofort unter Tel. 04551/803-135, Christine Gardner, angefordert werden. (Ga)


Arzthelferinnen-Abschlussprüfung Sommer 2004

Danielle Lattka
(Foto: Privat)
Jennifer Maiwald
(Foto: Privat)
Die Sommer-Abschlussprüfung der Arzthelferinnen fand auch in diesem Jahr mithilfe der ehrenamtlich tätigen Prüfungsausschussmitglieder zwischen dem 14. - 25. Juni 2004 im Edmund-Christiani-Seminar statt. Durch die gute Betreuung vor der Prüfung in einer Ruhe-Warte-Zone konnte eine entspannte Atmosphäre geschaffen werden. Auch die Begleitung einiger Berufsschullehrer durch die aufregenden Stunden wirkte sich sehr positiv auf die Prüflinge aus.
Julia Bewersdorf
(Foto: Privat)
Die durchschnittliche Abschlussnote betrug 3,40 (Vorjahr 3,58). Damit ist der Notendurchschnitt erfreulich besser als im Vorjahr. 27 (6,24 Prozent) der 433 Prüflinge haben die Abschlussprüfung nicht bestanden. Damit liegt Schleswig-Holstein unter dem bundesdeutschen Mittel. Der besondere Dank der Ärztekammer gilt auch in diesem Jahr wieder den ehrenamtlich tätigen Prüfungsausschussmitgliedern.

Unser Glückwunsch und unsere besondere Anerkennung gilt folgenden Arzthelferinnen, die die Abschlussprüfung mit „sehr gut“ bestanden haben: Danielle Lattka, Praxis Dres. H. Weiß und C. Junge, Kirchenstr. 60, 24211 Preetz, Jennifer Maiwald, Praxis Dres. J. Grade und H.-A. Siebels, Timm-Kröger-Weg 6, 24837 Schleswig, Julia Bewersdorf, Praxis Dres. H. Kleinwechter, N. Demandt, Alter Markt 11, 24103 Kiel. (Ga)



Patientenvertreter bei der KVSH

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) hat am 23. Juni über 60 Patientenvertreter aus 31 Patientenverbänden und Selbsthilfegruppen nach Bad Segeberg eingeladen und mit ihnen die Gründung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe beschlossen. KV-Vorstand, KV-Geschäftsführung und Patientenvertreter wollen gemeinsam mehr von der Politik erreichen und zunächst drei Forderungen durchsetzen: die Einrichtung eines unabhängigen Ombudsmannes zur Vermittlung zwischen Kassen und Patienten, das Stimmrecht für Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss sowie die Rücknahme der jetzigen Härtefallregelung bei Zuzahlungen, dazu KV-Vorsitzender Dr. Klaus Bittmann: „Wir fordern eine klare und sozial ausgewogene Regelung, die die Situation von Obdachlosen, Armen und Pflegeheimbewohnern mit kleinem Taschengeld verbessert.“ (hk)


Gesundheitsministerin bei Diako Flensburg

Die schleswig-holsteinische Gesundheitsministerin Dr. phil. Gitta Trauernicht hat in der Flensburger evangelisch-lutherischen Diakonissenanstalt die neue Operative Intensivstation eröffnet. Einschließlich dieser Baumaßnahme habe die Landesregierung hier seit 1990 über 21 Millionen EUR bereitgestellt.
Die neue Ministerin nutzte die Gelegenheit, die umstrittene Gesundheitsreform des Berliner Kabinetts ins Spiel zu bringen. „Integrierte Versorgung, Hausarzt-Netze, Gesundheitszentren, die Öffnung von Krankenhäusern für die ambulante Versorgung, qualitätsgesicherte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen - das sind Meilensteine, von denen die Patientinnen und Patienten profitieren.“ (hk)


„Haus der Ärzteschaft in Berlin“

Gebäudekomplex der Bundesärztekammer, Kassenärztlichen Bundesvereinigung und Deutschen Krankenhausgesellschaft in Berlin (Foto: hk)

Um den 8. Juli herum haben die drei Verbände Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) den neuen Gebäudekomplex am Berliner Tiergarten bezogen. BÄK und KBV geben damit ihr Kölner, die DKG ihr Düsseldorfer Quartier auf. In der Berliner Wegelystraße/Herbert-Lewin-Platz, auf dem ehemaligen Gelände der Königlichen Porzellanmanufaktur (KPM), haben die BÄK ein achtstöckiges Gebäude mit 6 200 qm, die KBV zusammen mit der DKG ein V-förmiges Gebäude mit 9 600 qm und 4 800 qm bezogen. Bei der BÄK handelt es sich um 82 Arbeitsplätze plus 20 der Arzneimittelkommission, bei KBV (mit dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung [ZI] und Zentrum für Qualitätssicherung [ZQS]) um 230 und bei der DKG um 60 Arbeitsplätze, insgesamt an die 400. Innen sind bei der BÄK statt einer „antiquierten Abschottung in einzelnen Bürozellen“ sog. Kombibüros mit gemeinsamen und individuelleren Raumteilen vorgesehen. Alle drei Verbände haben gemeinsame Konferenzräume (bis 120 Personen), Kasino und Haustechnik. Die Kosten von rund 68 Millionen EUR werden anteilig geteilt.

Der Bau geht auf einen Beschluss des Deutschen Ärztetages vom Mai 2002 zurück. Beim Ärztetag 2003 erläuterte BÄK-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Christoph Fuchs die „Philosophie des Neubaus“, nämlich ein Haus der Ärzteschaft in der Bundeshauptstadt, dem Zentrum der Gesundheitspolitik, zu schaffen. Die Lage nahe dem Regierungsviertel und nahe dem Fernbahnhof Zoo wird als sehr günstig angesehen. Für Besucher steht bald ein großes Hotel (Dorint Novotel) direkt neben dem KBV/DKG-Gebäude zur Verfügung: Fertigstellung bis April 2005. Bereits bis November 2004 stehen dort erhebliche Büroflächen bereit, die sich für weitere Verbände des Gesundheitswesens anbieten. Info im Internet unter www.baek.de - BÄK im Überblick: Neubau in Berlin. (hk)


Forschungszentrum Borstel mit großer Tbc-Studie

Das Herrenhaus des Forschungszentrums Borstel
(Foto: www.fz-borstel.de)

Das Forschungszentrum Borstel (Kreis Segeberg) führt zusammen mit einem weiteren norddeutschen Leibniz-Institut, dem Hamburger Bernhard-Nocht-Tropeninstitut (BNI), eine große Studie über die genetische Disposition von Tuberkulose-Kranken in Ghana durch. In der bereits zweiten Projektphase 2004 bis 2006 wird in den Großstädten Kumasi und Accra nach Unterschieden im Erbgut der erkrankten und nicht erkrankten Personen gesucht. Außerdem erforschen die Wissenschaftler die Medikamentenresistenz der Tbc-Bakterien. Bisher steht fest, dass 30 Prozent der in Ghana festgestellten Erreger resistent sind gegen ein Antibiotikum oder mehrere Antibiotika, sodass die Therapieempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Region geändert werden müssen. Studienleiter in Borstel ist Prof. Dr. Stefan Ehlers, Leiter der Laborgruppe für molekulare Infektiologie. (hk)


Verhaltenstherapiewoche in Lübeck

Die jährlichen Fortbildungswochen des Instituts für Therapieforschung München (IFT) für Psychologen, Ärzte und Sozialarbeiter fanden/finden in diesem Jahr in Dresden, Lübeck und Freiburg statt. Das Sommerprogramm in Lübeck wurde den 150 Teilnehmern zum ersten Mal ganz auf dem Campusgelände (Psychiatrische Klinik, Kinderklinik, mit Kesselhaus) des UK S-H dargeboten - die Semesterferien machten es möglich. Zum Programm gehörten: Klinisch-psychologische Verfahren, schwerpunktmäßig Therapien mit Kindern und Jugendlichen, Prävention und Gesundheitsförderung, Stärkung der therapeutischen Ressourcen. Auch für Mediziner besonders interessant erschienen die Seminare „Behandlung der Medikamentenabhängigkeit“ oder „Das IFT-Stressbewältigungsprogramm“. (hk)


Medizin dominiert bei Habilitationen

Der wissenschaftliche Nachwuchs ist in medizinischen Fakultäten besonders aktiv, nimmt man die Zahl der Habilitationen als Beleg. Von den 66 Habilitationen im Jahre 2003 an den schleswig-holsteinischen Universitäten Kiel und Lübeck entfielen 42 auf die Humanmedizin, d. h. fast zwei Drittel. Weitere neun Habilitationen gab es in den Naturwissenschaften/Mathematik, weitere fünf in den restlichen Fakultäten.
Das Durchschnittsalter der Habilitierten lag mit 40,3 Jahren recht hoch. Weiblich waren nur neun (Vorjahr noch 14).

Zum Vergleich: In Hamburg wurden „nur“ 39 der insgesamt 77 Lehrbefugnisse (venia legendi) in der Medizin erworben, so das Statistikamt Nord. (hk)


Langzeitpraktikumsplätze im Einzugsgebiet Reinbek gesucht

Die Gertrud-Lange-Schule Neuschönningstedt hat sich für ihre Schüler(innen) der zehnten Klassen zur Berufsorientierung etwas Neues ausgedacht. Um die Schüler(innen) besser auf ihre Ausbildung und Berufstätigkeit vorzubereiten, soll neben dem bereits bestehenden 14-tätigem Betriebspraktikum ein Langzeitpraktikum angeboten werden.

Die Schüler(innen) sollen einen ganzen Tag lang (jeweils donnerstags) über mehrere Monate hinweg regelmäßig als „Dauerpraktikant(in)“ in einer Praxis, einem Betrieb oder einer Firma tätig sein. Hierdurch sollen auch die Anforderungen in einer Ausbildung in einem langfristigen Zeitraum realitätsnaher gestaltet werden. Für die Ausbilder besteht die vorteilhafte Möglichkeit eine Schülerin/einen Schüler über längere Zeit hinweg kennen zu lernen und die Eingliederungsfähigkeit und Eignung dadurch besser beurteilen zu können.

Die Maßnahme wird in engem Kontakt mit der Schule durchgeführt.

Sollten Sie als Ausbilder Interesse an der Aufnahme von Praktikanten haben, setzen Sie sich bitte direkt mit der Schule unter der Tel. 040/106393, Fax 040/7197114, in Verbindung. (Br)


Eines der letzten Abenteuer unserer Zeit

Wir suchen abenteuerlustige Ärzte, die Lust auf eine siebenwöchige Atlantiküberquerung im Rahmen einer ARD-Dokumentation haben.

Die große Auswanderungswelle des 19. Jahrhunderts ist Mittelpunkt eines TV-Dreiteilers, den der WDR für die ARD produziert: Auf einem Traditionssegler reisen 40 Menschen wie vor 150 Jahren nach New York - eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit. Und es werden noch Mitreisende gesucht.

In stürmischer Nacht auf hoher See den richtigen Kurs halten, bei Wind und Wetter defekte Segel flicken oder bei sengender Hitze das Deck schrubben - das waren die Herausforderungen der Seefahrt vor 150 Jahren. Millionen Auswanderer haben im 19. Jahrhundert auf diese Weise den beschwerlichen Weg über den Atlantik gewagt. Ihr Ziel war eine bessere, eine „neue Welt“: Amerika!

Um die Zeit von damals möglichst genau abbilden zu können, wird im Oktober ein Segelschiff von Deutschland aus nach Amerika fahren - unter den Original-Bedingungen des Jahres 1855: An Bord wird es keine Duschen geben, kein fließendes Wasser, keinen Strom und auch sonst keine Annehmlichkeiten der heutigen Zeit.

Die Überquerung des Atlantiks wird, je nach Wetterlage, rund 50 Tage dauern. Gestartet wird im Oktober 2004 in Bremerhaven. Sie müssen sich gegen Hitze, Kälte und Nässe behaupten, erleben knapp zwei Monate auf hoher See bei jedem Wind und Wetter. Die Passagiere erleben hautnah, wie sich ihr Leben den Bedingungen auf hoher See anpasst. Sie lernen die harte Arbeit der Matrosen kennen und erfahren, welche Nahrungsmittel eine derart lange Überfahrt überstehen. Von der Crew wird ein Höchstmaß an Authentizität eingefordert: nasse Leinenhemden, karge Küche, schwere See und wenig Freiraum. „Windstärke 8“ ist Segeltrip, Abenteuer und Herausforderung. Die Fernsehkamera ist während der gesamten Atlantik-Überquerung mit dabei.

Falls sie Interesse an diesem Projekt haben, melden Sie sich doch bitte unter: Tel. 02233/9579900 oder 02233/9636450 oder unter www.casting-concept.de - Ihre Ansprechpartner sind Ilka Loch, Daniela
Griesbaum oder Björn Esser. (www.wdr.de)


Neues Institut für Pflegeforschung am UK S-H

Der Vorstand des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) hat am 6. Juli beschlossen, ein Institut für Pflegeforschung aufzubauen und am Campus Lübeck eine Arbeitsgruppe Pflegeforschung anzusiedeln. Ähnliche Institute sind bisher u. a. an den Universitäten in Halle, Berlin und Zürich angesiedelt. (Dr. A. Aldenhoff-Zöllner)


AOK SH strebt Fusion zur AOK NWD an

Die AOK Schleswig-Holstein (AOK SH) strebt zum 1. Juli 2005 eine Fusion mit der AOK Westfalen-Lippe (AOK WL) zur AOK Nordwestdeutschland (AOK NWD, Arbeitsbezeichnung) an, so ein Beschluss des AOK SH-Verwaltungsrates vom 22. Juni. Ziel ist, „die AOK Schleswig-Holstein für die Zukunft so zu positionieren, dass ihre Leistungskraft erhalten und dass vor allem ihre Wettbewerbsfähigkeit in schwieriger werdenden Zeiten gewährleistet bleibt ...“, sagten die nach der Vorstandskrise neu gewählten Vorsitzenden Roger Asmussen (Heide) von der Arbeitgeberseite und Peter Köhler (Flensburg) als derzeitiger Stellvertreter (Arbeitnehmerseite).
Hintergrund ist die Schuldenlast der AOK SH und ihr hoher Beitragssatz von 14,5 Prozent. Demgegenüber hat die etwa dreimal so große AOK WL einen Beitragssatz von nur 13,9 Prozent, der nach der Fusion auch in Schleswig-Holstein gelten würde. Die AOK WL mit Sitz in Dortmund hat 2,1 Millionen Versicherte, 4,5 Milliarden EUR Haushaltsvolumen, 5 500 Mitarbeiter in 200 Geschäftsstellen sowie Leistungsbeziehungen zu 11 796 Ärzten und 232 Kliniken (www.aok.de).
Derzeit verhandelt eine vierköpfige Verhandlungskommission der AOK SH mit der großen Schwesterkasse. Es geht offenbar auch darum, wie viel zentrale (in Kiel) und flächendeckende Präsenz im Lande bleibt. Dies könnte auch für das Sozialministerium als rechtliche Genehmigungsbehörde bei einer Fusion von Bedeutung sein. Die AOK insgesamt, so einer der Kieler Sprecher, Jens Kuschel, sehe in Fusionen von Krankenkassen einen sinnvollen Ansatz zur Leistungsstärkung, und die AOK SH könnte hierbei Vorreiter werden. (hk)


Rantzau-Kaserne: Tag der offenen Tür

Am 4. September hat die Rantzau-Kaserne der Bundeswehr in Boostedt aufgrund ihres 45-jährigen Bestehens Tag der offenen Tür. Von 10 - 17 Uhr sind interessierte Ärztinnen und Ärzte herzlich willkommen. Es kann in sämtliche Bereiche „hineingeschnuppert“ werden, u. a. wird der Sanitätsdienst im Einsatz vorgestellt.
(SH)


Ev. Akademie Bad Segeberg wird zu „Chaim“

Eingang mit neuem Schild

Die von der Nordelbischen Kirche aufgegebene Evangelische Akademie, Tagungsstätte Bad Segeberg, wird von einem anderen Betreiber in anderer Ausrichtung fortgeführt und steht damit weiterhin auch für Gastveranstaltungen mit Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung, wie etwa für bestimmte ärztliche Fortbildungen. Dies teilt anlässlich der offiziellen Eröffnung die neue Pächterin mit, die Chaim Internationales Zentrum für Trauer, Kultur und Begegnung GmbH. Geschäftsführer von Chaim (hebräisch: Leben) sind Sonya Kraus und Detlef Hünecke, die die Akademie als Veranstaltungsort für Trauerseminare seit langem kennen. Die damaligen Veranstalter auf diesem Gebiet, das Institut für Trauerarbeit e. V. und der Verein Verwaiste Eltern Hamburg e. V., beide in Hamburg, wollen eng mit Chaim kooperieren. Chaim soll zu Deutschlands und Europas erstem Trauerzentrum dieser Art ausgebaut werden, das sich nicht zuletzt an seelsorgerliche, pädagogische, therapeutische und medizinische Berufe wendet.

Chaim-Geschäftsführer Detlef Hünecke und Sonya Kraus (Fotos: hk)

Für die Landesregierung gratulierte der stellvertretende Staatssekretär im Sozialministerium, Hans-Joachim Pieper. Unsere Gesellschaft habe ein gestörtes Verhältnis zu Sterben und Tod. Verlust von Angehörigen könne Hinterbliebene aus der Bahn werfen: Trauer sei keine Krankheit, könne aber zu vielfältigen Krankheiten führen. Hier habe das neue Zentrum eine wichtige präventive Aufgabe. Vom Freundeskreis der Akademie (der möglicherweise Chaim begleiten wird) wünschte das ehemalige Vorstandsmitglied Dr. Jürgen Heuer (ehemals Frauenarzt und Geburtshelfer in Neumünster) alles Gute.

(hk)


Strahlentherapie Schleswig-Holstein e. V. mit dem Klinikförderpreis 2004 ausgezeichnet

Am 29. Juni 2004 wurde der Verein Strahlentherapie Schleswig-Holstein e. V. mit dem Klinikförderpreis der Bayerischen Landesbank ausgezeichnet. Schirmherrin ist die Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Christa Stewens.

Die Auszeichnung erfolgte für ein Versorgungskonzept in der Strahlentherapie, das eine hochwertige strahlentherapeutische Versorgung mit flächendeckend gesicherter Qualität und transparentem Kostenmanagement langfristig sicherstellen soll.

Mitglieder des Vereins sind alle für die Durchführung einer Strahlentherapie verantwortlichen Ärztinnen und Ärzte der Krankenhäuser und Praxen in Schleswig-Holstein. Diese haben sich verpflichtet, einheitliche Therapiekonzepte und Qualitätsrichtlinien einzuhalten.

Weitere Informationen zum Versorgungskonzept Strahlentherapie in Schleswig-Holstein finden Sie im Internet unter der Adresse www.strahlentherapie-nord.de, Auskünfte erteilt auch gern der Vorsitzende des Vereins Strahlentherapie Schleswig-Holstein e. V., Dr. Bernd Brandenburg, Gemeinschaftspraxis für Radiologische Diagnostik und Strahlentherapie, Nebenhofstraße 7, 23558 Lübeck, Tel. 0451/83002. (IV)


Klinik Waldwiese Kiel (Damp AG) fusioniert mit PraxisKlinik Kiel

Der Vorstand der Damp AG für die Klinik Waldwiese Kiel und die Gesellschafter der PraxisKlinik Kiel (Wellingdorf) haben einen Fusionsvertrag abgeschlossen. Beide Kliniken werden künftig unter dem gemeinsamen Namen „PraxisKlinik Kiel GmbH“ von den beiden bisherigen Geschäftsführern Hans-Jürgen Falkenstein und Michael Jürgensen (bisher Waldwiese) geführt.

Die Damp AG sieht in dem Schritt „den Zusammenschluss zweier gleichberechtigter Partner, die in ihrem Leistungsspektrum perfekt zusammenpassen.“ Die Klinik Waldwiese ist eine belegärztliche Fachklinik mit 75 Planbetten für Chirurgie, Proktologie, Gynäkologie und Urologie (Beckenbodenzentrum). Offenbar will die größte Gesundheitsgruppe im Norden im Zeichen der gesundheitspolitischen Integrationstendenzen ihre Aktivitäten im ambulanten Bereich ausweiten. Auf der anderen Seite findet die PraxisKlinik einen starken Partner: „Wir haben uns ... mit unserem medizinischen Angebot etabliert und wollen durch die Fusion bei den Veränderungen im Gesundheitswesen weiterhin die ambulante und stationäre Versorgung unserer Patienten gewährleisten“, sagte der Ärztliche Direktor, Dr. Bodo Engel. (hk)


Gesundheitsministerin besucht Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

Mitte Juli konnte die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. in Schleswig-Holstein (LVGF) die Gesundheitsministerin Dr. phil. Gitta Trauernicht in ihren Räumen in der Flämischen Straße in Kiel begrüßen.

Dr. phil. Gitta Trauernicht, Dr. Karl-Werner Ratschko, Dr. phil. Elfi Rudolph (v. l. n. r.) (Foto: Dr. Scupin)

Vorstandsvorsitzender Dr. Karl-Werner Ratschko und Geschäftsführerin Dr. phil. Elfi Rudolph erläuterten Schwerpunkte der Arbeit, die Zusammensetzung des Vorstandes, die Haushaltssituation und den Stand der zahlreichen Projekte. Die Ministerin zeigte sich beeindruckt von der Vielfältigkeit und der Professionalität der Arbeit im Bereich Gesundheitsförderung, Prävention und Früherkennung. Sie machte deutlich, wie sehr sie die langjährige Aufbauarbeit und die kreative Arbeitsweise schätzt, und dass sie im Erhalt und in der Förderung solch gewachsener Strukturen eine wichtige politische Aufgabe sieht.

Das über anderthalb Stunden dauernde Gespräch zeigte u. a. Übereinstimmung in der Bewertung der Bedeutung der Gesundheitsförderung. Das mit einer Reihe von Krankenkassen federführend durch die Landesvereinigung durchgeführte Projekt zur Qualitätssicherung des Präventionsangebotes der Krankenkassen sowie die weitere Entwicklung nach Verabschiedung eines Präventionsgesetztes auf Bundesebene waren weitere wichtige Themen des Gespräches. (LVGF)


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 08/2004

S. 6 - 13