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Rezensionen
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Kurze Inhaltsangabe:
Einer kurzen Übersicht über die Entstehung des Sanitätswesens
und der Militärpsychiatrie folgt eine kritische Darstellung der deutschen
Militärpsychiatrie in den Weltkriegen und der Zeit dazwischen. Jeweils
ein Kapitel über die Zusammenarbeit von Psychiatern und Militärjustiz
sowie die Aufarbeitung nach 1945 runden das Bild ab. Kritische Bewertung:
Beeindruckend der Fleiß, mit dem viele bedrückende Einzelheiten
einschließlich der Quellen- und Literaturangaben zusammengetragen
worden sind. Erschreckend die Kluft zwischen dem Eid des Hippokrates und
dem tatsächlichen Handeln der Militärärzte, legitimiert
und angestiftet von den Lehren maßgeblicher Universitätspsychiater.
Die Aufarbeitung des militärpsychiatrischen Geschehens, insbesondere
auch die häufig völlig ungestörte Fortsetzung der beruflichen
Karrieren maßgeblicher Täter nach 1945 passen nahtlos
in den auch sonst häufig festzustellenden Umgang mit der nationalsozialistischen
Vergangenheit in der Bundesrepublik. Sonstiges:
Schade nur, dass der Eindruck, der auch schon im Titel des Buches zu Tage
tretenden Einseitigkeit dem richtigen Anliegen schadet. Natürlich
ist die Militärpsychiatrie nur im Rahmen der Psychiatrie insgesamt
zu bewerten. So wäre eine begleitende Darstellung der zivilen
Psychiatrie gegebenenfalls auch des Auslands zu beurteilen, um eine Einordnung
des Handelns der Militärpsychiater zu erlauben. Empfehlung:
Geschichte insgesamt, ganz besonders aber die Zeitgeschichte, ist nie
frei von Subjektivität derer, die sie darstellen. Unter Berücksichtigung
dieser Binsenweisheit bekommt der Leser exemplarisch anhand der Militärpsychiatrie
vermittelt, wie sehr Ärzte Werkzeuge des Systems werden können
- und dies nicht nur im Nationalsozialismus, sondern auch im deutschen
Kaiserreich. Sich das bewusst zu machen, ist auch heute wichtig. Rezensent: Dr.
Karl-Werner Ratschko, Havkamp 23, 23795 Bad Segberg
Der Untertitel ist
bereits der Inhalt, trotzdem: Fufu ist das Hauptnahrungsmittel
der schwarzen Bevölkerung in Ghana und Togo an der afrikanischen
Westküste, am Golf von Benin. Es wird aus gestampften Wurzeln der
Yamswurzel gekocht, besteht fast nur aus Stärke und ist so vom Ernährungswert
sehr einseitig. Es ist nicht unbedingt schmackhaft und das Stampfen der
Frauen zur Herstellung hört man fast ständig in Togo. Hierher
zog Dr. Jacobi mit Frau (Kinderärztin) und zwei Vorschulsöhnen,
nachdem er seinen chirurgischen Chefarztposten in Mölln aufgegeben
hatte. Bis 1983 war er dann Chef und Chirurg an einem konfessionellen
Buschkrankenhaus - eben in Togo nahe Lomé. Kurze Inhaltsangabe:
Der Kollege Jacobi ist bis heute in der Entwicklungshilfe tätig und
beschrieb jetzt auf 246 Seiten diese ersten vier Jahre. Er nimmt den Leser
wie seine Familie mit nach Westafrika. In amüsanter Weise schildert
er Privates und Berufliches. Er erzählt von dem gesellschaftlichen
Kontakt zu den Kollegen aus Europa und Schwarzafrika. Er erzählt
von den alltäglichen großen und kleinen Problemen und dem Leben
einer europäischen Familie im Busch, wobei auch seine Ehefrau als
Ärztin an diesem Haus tätig ist. Dr. Jacobi berichtet sehr ehrlich
und launig. Durch das ganze Buch aber zieht sich eine gewisse Resignation,
bedingt durch die Unzuverlässigkeit, die Unpünktlichkeit und
den ungeheuren Fatalismus der einheimischen Bevölkerung. Seine Frustration
und sein Ärger beziehen sich aber nicht nur auf die Togoer, sondern
auch auf die für die Entwicklungshilfe zuständigen Personen
und Institutionen in der Heimat. Man erfährt die ungeheure Armut
des größten Teils der Bevölkerung - demgegenüber
eine Prunksucht der Oberschicht, die beispielsweise für die Tagung
der afrikanischen Regierungschefs ein Luxushotel erbauen ließ. Empfehlung: Empfohlen
sei dieses broschierte Buch allen Interessenten afrikanischen Lebens und
afrikanischer Probleme - medizinisch wie ethnologisch. Interessenten auch
am Leben europäischer Entwicklungshelfer. Eine Lesefreude am Leben
der Jacobis in Togo teilzunehmen. Rezensent: Dr. Heinz-Peter Sonntag, Niobestr. 9, 23570 Lübeck-Travemünde |
Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt 06/2004 S. 20, 23 |
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