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Rezensionen
Ärztlicher Ratgeber: Problem Gedächtnis
Bibliographische Angaben: Prof. Dr. Michael G. Hennerici, Wort und Bild Verlag Baierbrunn, 1. Auflage 2003, 281 Seiten, zahlreiche Tests und Übungen, 20,40 EUR - Dieses Buch ist nur über den Verlag oder über eine Apotheke zu beziehen und ist nicht im Buchhandel erhältlich.

Kurze Inhaltsangabe: Die neurophysiologischen und auch anatomischen Grundlagen des Gedächtnisses sowie die praktischen Auswirkungen, dargestellt in erster Linie für Betroffene und deren Umgebung. Der Herausgeber und die Autoren waren, wie sie selber schreiben, immer darum bemüht, wissenschaftlich exakt und zuverlässig zu bleiben, anschaulich und illustrativ über komplizierte Themen zu informieren.

Kritische Bewertung:
Aus dem Text „Je mehr Sinne angesprochen sind, desto besser lernen wir und erinnern uns. Nicht zuletzt werden Lehrbücher ... immer bunter.“ Nach diesem Credo haben die Autoren gehandelt und das Buch durchgehend farbig illustriert. Hinzu kommen Aufgaben im Bereich des ganzen Buches, die das Gedächtnis des Lesers immer wieder fordern, trainieren und überprüfen.

Empfehlung:
Für Betroffene, deren Angehörige, aber auch für Ärzte zur Ergänzung und Auffrischung ihres Wissens.

Rezensent:
Dr. Heinz-Peter Sonntag, Niobestr. 9, 23570 Lübeck-Travemünde


Schlaganfall
Bibliographische Angaben: Heide Schaar-Jacobi, Friederike Gödke-Borchers, Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige, Schlütersche Verlag Hannover, 2003, 96 Seiten, kartoniert,
12,90 EUR, ISBN 3-87706-718-2

Kurze Inhaltsangabe: Ein, wie es im Untertitel heißt, Ratgeber für Laien mit einem Risiko-Test der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. Aus dem Inhalt: Warnzeichen, Ursachen und Risikofaktoren, Therapie, Rehabilitation und Prävention. Nützliche Adressen und Tipps sowie ein gutes Glossar.

Kritische Bewertung:
Seit fast 20 Jahren informiert Dienstagabend die Sendung „Visite“ im NDR seriös aus den Bereichen Medizin und Gesundheit. Diesem Konzept folgt jetzt der erste Begleitband: ein zuverlässiger Ratgeber für Patienten und ihr Umfeld bis hin zur Pflegeversicherung und einem Schwerbehindertenausweis.

Empfehlung:
Wie im Untertitel: Für Betroffene und Angehörige - aber auch für betreuende Ärzte, mit denen die Leser das Gespräch suchen.

Sonstiges:
Gut lesbar im Sinne des Wortes (und übertragen). Aufgelockert durch bunte Bilder, die in Lübecker und Segeberger Kliniken entstanden.

Rezensent:
Dr. Heinz-Peter Sonntag, Niobestr. 9, 23570 Lübeck-Travemünde

Bilder aus der Geschichte der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Bibliographische Angaben: Harald Feldmann, Median-Verlag Heidelberg, 2003, 448 Seiten, gebunden, 83 EUR, ISBN 3-922766-81-1

Kurze Inhaltsangabe: Geschichte der als geschlossenes Fachgebiet relativ jungen HNO-Heilkunde geordnet nach klinischen und theoretischen Problemkreisen. Neben der Entwicklung des Fachs und der speziellen Instrumente Kurzbiographien der namhaften Kliniker und Forscher und Krankengeschichten historisch bekannter Persönlichkeiten (Luther, Friedrich III, Wilhelm II, usw.) „Bilder“ bedeutet Textdarstellungen. Dennoch ist das Buch reichlich und faszinierend bebildert.

Kritische Bewertung:
Ein nicht nur für den Fachmann hoch interessantes Buch, das eine umfassende Übersicht über die wissenschaftliche und technische Entwicklung der HNO-Heilkunde mit Irr- und Umwegen. Durch das ausführliche Literaturverzeichnis nach jedem Kapitel ist dieses Buch fast eine kleine Bibliothek in sich. Die anregende und fesselnde Lektüre gleicht einer tour d’horizon durch das Fach: ein Leseerlebnis!

Empfehlung: Dieses Buch gehört natürlich in jede medizinhistorische Sammlung und in die Hand jedes interessierten HNO-Arztes.

Rezensent:
Dr. Heinz-Peter Sonntag, Niobestr. 9, 23570 Lübeck-Travemünde

Leitlinien zu Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter
Bibliographische Angaben: 2. überarbeitete Auflage, Deutscher Ärzte-Verlag 2003, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, der Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie und dem Berufsverband der Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 400 Seiten, 60 Abbildungen und 8 Tabellen, 39,95 EUR, ISBN 3-7691-0421-8

Kurze Inhaltsangabe: Das Standardwerk über die Leitlinien in der Kinder- und Jugendpsychiatrie aus dem deutschsprachigen Raum folgt der Tradition eines multimodalen Behandlungsansatzes, erarbeitet von namhaften Vertretern der wichtigsten Fachgesellschaften und einigen niedergelassenen Ärzten. Für 36 Krankheitsbilder werden straff durchgegliedert Definition, Symptome, Therapien und Literaturangaben sowie bei vielen Erkrankungen Flussdiagramme (Entscheidungsbäume) geliefert.

Kritische Bewertung:
Die Autoren haben schon im Vorwort mitgeteilt, dass sie ihre Aufstellungen eher als „Practice Parameter“ empfinden, da in diesem Fachgebiet Konzepte über psychiatrische Erkrankungen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen noch voneinander abweichen. Dies ist gut so, denn der Leitlinien nachschlagende Arzt kann sich so im Klaren sein, ob sein empirisches Wissen ausreichend war, ob er alle Vorgehensweisen bedacht hat, warum er in diesem Einzelfall gerade diesen Heilversuch anwendet und sich die Gründe dafür bewusst machen, wenn er häufig von den Leitlinien abweicht.

Sonstiges:
Gerade für die Qualitätszirkelarbeit erweisen sich die Leitlinien als Diskussionsimpulse. Neu in dieser Auflage sind bei einigen Krankheitsbildern eine Graduierung der Evidenz, sofern ausreichende Evaluationen vorliegen. Erfreulich ist, dass die fachärztlichen Autoren und Fachgesellschaften einen wissenschaftlichen Konsens finden konnten!

Empfehlung:
Gerade weil die Leitlinien Psychiatrie- und Psychotherapie-Methoden und -Schulen übergreifend sind, ersetzen sie das Nachschlagen in 3 - 5 verschiedenen Lehrbüchern! Also weder „Freud“- noch Leidlinien! Natürlich kann man die Leitlinien auch ebenso aktuell wie im vorliegenden Buch im Internet finden.

Rezensentin:
Dr. Ingrid Johannsen, Parkallee 10 c, 24782 Büdelsdorf

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 02/2004

S. 46, 64, 88