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Telemedizin
in der Kardiologie
Eine Zusammenfassung über die Ziele des Telemedizinischen
Service- und GesundheitsZentrums GmbH (TSGZ)
Abdolhamid Sheikhzadeh
Die Telemedizin in
der Kardiologie wird in der pädiatrischen Kardiologie, häuslichen
Rehabilitation, Überwachung und Beratung der chronischen Herzinsuffizienz
und Rhythmologie-Diagnose der koronaren Herzkrankheit eingesetzt.
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Wir beschäftigen
uns im Telemedizinischen Service- und Gesundheitszentrum neben Rhythmologie
mit der Ischämie-Diagnose und der Überwachung.
Kardiovaskuläre Symptome der ischämischen Herzerkrankung sind
die häufigsten Ursache des plötzlichen Herztodes, Mortalität,
Morbidität und Klinikeinweisung in der Welt.
1998 gab das Statistische Bundesamt bekannt, dass in Deutschland 1959
knapp 90 000 Menschen an einem akuten Myokardinfarkt (MI) und insgesamt
über 180 000 an einer KHK verstorben waren.
Die meisten epidemiologischen Studien, z. B. die ADMIRAL-Studie, haben
gezeigt, dass bis zu 33 % der Patienten nach MI innerhalb von sechs Monaten
trotz Maximaltherapie erneut ein kardiologisches Ereignis, wie Tod, MI,
Re-Intervention oder Re-Hospitalisierung haben.
Die modernen, interventionellen und pharmakologischen Möglichkeiten
reduzieren deutlich die Mortalität und verbessern die Prognosen.
Die myokardiale Läsion ist nach totalem Coronar-Verschluss innerhalb
der ersten Stunde reversibel. Eine effektive Reperfusionstherapie innerhalb
einer Stunde mit PTCA, Stentimplantation, GPllb/llla kann nahezu 100 %ig
einen MI abwenden.
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Das Elektrokardiogramm
ist die am häufigsten eingesetzte Methode in der Kardiologie. Das
12-Kanal-Ableitungs-EKG ist der diagnostische Schlüssel für
die Erfassung von akutem Coronar-Syndrom und MI.
Die verspätete Prähospital- und Inhospitalphase bleibt aber
immer noch ein ungelöstes Problem. Die Fortschritte im Bereich der
Telekommunikations- und Computertechnologie machen es möglich alle
medizinischen Daten und Befunde, z. B. EKG, zeitgleich zu übertragen.
Das transtelefonische EKG kann Verzögerun-gen der prä- und inhospitalen
Therapie positiv beeinflussen.
Um den Effekt der verbalen Kommunikation und Übertragung von einem
durch Patienten registrierten 12-Kanal TT EKG rund um die Uhr in das kardiologische
Call-Center zu prü- fen, haben wir eine Studie konzipiert.
Ziel der laufenden, randomisierten, prospektiven und multizentrischen
Studien ist die He-rausarbeitung des Effektes dieser Strategie bei 1 700
Patienten mit signifikanter KHK.
Das kardiologische Call-Center ist mit kompetenten Ärzten besetzt.
Durch die Software wird das digital übertragene EKG in ein graphisches
12-Kanal-EKG umgewandelt. Nach den WHO-Kriterien spielt das 12-Kanal-EKG
in der Diagnose von ACS und MI eine sehr große Rolle. Deswegen ist
die Reliabilität und die Praktikabilität des TT EKGs für
die Diagnose von größter Bedeutung.
In Rahmen unserer laufenden Studie haben wir eine Pilotstudie zur Prüfung
der Validität, Reliabilität bzw. diagnostische Zuverlässigkeit
und Praktikabilität unseres TT 12-Kanal-EKG Gerätes CG-7100
durchgeführt. Bei 128 Patienten mit sig. KHK, Alter 64 +/- 14 Jahre,
davon 23 % Frauen, wurden gleichzeitig ein konventionelles 12-Kanal-EKG
und ein vom Patienten aufgezeichnetes per Telefon übertragenes EKG
von zwei Kardiologen und einem Internisten blind und unabhängig voneinander
befundet sowie die PQ, QRS, QT-Dauer gemessen und statistisch bearbeitet.
Der Ischämiemarker T-Negativierung im Tele-EKG in Relation zum Standard-EKG
wurde mit einer sehr hohen Übereinstimmung (k = 0,97, 0,96 und 0,94)
diagnostiziert.
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Nachweis von ST-Strecken-Veränderungen,
Residuen alter Myokardinfarkte, anteriore als auch posteriore Infarkte
wurden mit einer sehr hohen Übereinstimmung (k zwischen 0,98 und
1,00) im Tele-EKG erkannt.
Auch diskrete EKG-Veränderungen wie beim inkompletten Rechtsschenkelblock
wurden mit sehr hoher Übereinstimmung von allen Untersuchern im Tele-EKG
diagnostiziert.
Die im Zusammenhang mit der Selbstableitung aufgetretenen Fehler (Verpolung
n = 14, unruhige oder verzitterte Grundlinie n = 12) konnten bis auf zwei
Fälle bei allen Patienten telefonisch korrigiert werden, so dass
126 der 128 selbst abgeleiteten EKGs (98,4 %) ausgewertet werden konnten.
Durch die Telemedizin will das TSGZ die engmaschige Versorgung sektorübergreifend
ergänzen. Wir führen keine Therapie oder Diagnose durch, sondern
sprechen Empfehlungen für die weitere Vorgehensweise aus. Die ersten
Auswertungen zeigen, dass 86 % aller eingehenden Notanrufe keine Notfälle
sind. Hier empfehlen wir den Besuch an den behandelnden Arzt zu den regulären
Sprechzeiten. Bei 14 % bestand Verdacht auf eine erneute akute KHK. Hier
wurde die notfallmäßige Klinikeinweisung ausgesprochen. Auf
Wunsch der Patienten kann das TSGZ die zuständige Rettungsleitstelle
informieren.
Sowohl die niedergelassenen Ärzte aber auch insbesondere die aufnehmenden
Kliniken können das EKG per Fax von dem TSGZ bekommen.
Prof. Dr. Abdolhamid
Sheikhzadeh, Telemedizinisches Service- und GesundheitsZentrum GmbH, Am
Kurpark 2, 23795 Bad Segeberg
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt
8/2003
S. 42 / 43
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