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Kammer-Info aktuell
Rezensionen

Perioperative Medizin

Bibliographische Angaben:
Ferdinand Köckerling, Harald Mang, Hubert Scheuerlein,
J. A. Barth Verlag 2002, 800 Seiten,
129 Euro, ISBN 3-13-131311-0

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 6/ 2003

S. 60, 63, 73, 89

Inhaltsangabe: Der Aufbau des Buches ist problemorientiert. Das Buch ist gegliedert in fünf große Kapitel, die dem Anspruch des Buches gerecht werden. Zum einen verschiedene Phasen des perioperativen Aufenthaltes zum anderen in einer Übersicht spezifisch diagnostische und therapeutische Maßnahmen und einen enzyklopädischen Abschnitt beinhalten. Jedem Kapitel vorangestellt sind lesenswerte Aphorismen, mit gewolltem und auch unschwer erkennbaren Bezug zu den im Folgenden abgehandelten Inhalten. Innerhalb der einzelnen Kapitel werden anhand konkreter Problemstellungen differenzialdiagnostische und therapeutische Erwägungen anhand vorangestellter Stichwörter abgehandelt.
Sozusagen nebenbei finden sich dabei detaillierte Angaben zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Speziell und häufig auftretende Anwendungen, z. B. Punktion peripherer und zentraler Gefäße sowie von Punktionen von Körperhöhlen zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken werden sehr ausführlich und anhand schematischer Bebilderung dargestellt. Kapitel zur Beatmung und zu Medikamenten runden das Buch ab.

Kritische Bewertung: Das im Vorwort skizzierte Konzept des interdisziplinären Zugangs wirkt überzeugend. Das Bemühen, diesem auch gerecht zu werden, ist durchgehend erkennbar und weitestgehend auch als gelungen anzusehen. Durch die jedem Unterabschnitt vorangestellte Problemsituation, häufig auftretende Ereignisse aus dem banalen klinischen Alltag wird der Zugang zu dem häufig sehr komplexen folgendem Sachteil erleichtert und aus der Abstraktion eines reinen Grundwissens auf die Relevanzebene für den klinischen Alltag angehoben. Dadurch entsteht ein Buch, das trotz seines Umfanges sich auch zum Stöbern eignet und zur Wissensanfrischung und -anhebung auch in Bereichen dient, für die man an sich die eigene Kompetenz schon hergestellt hat und annimmt. Andererseits bietet es auch konkrete Hilfestellung bei der Bewältigung konkreter Problemkonstellation.
Gerade im Hinblick hierauf würde man sich allerdings ein etwas umfangreicheres Sachwortregister wünschen. Insbesondere ist der im Übrigen sehr informative enzyklopädische Abschnitt hierin nicht abgebildet. Vor allem das rasche Auffinden bestimmter Medikamente, die im Textteil alphabetisch nach Fertigarzneiprodukten sortiert sind, wird hierdurch fast zu einer Suchaufgabe.

Empfehlung: Insgesamt ist der Versuch einer interdisziplinären Darstellung der perioperativen Medizin als gelungen zu betrachten und einer sehr großen potenziellen Zielgruppe als Lektüre zu empfehlen. Besonders geeignet scheint es als Standardnachschlagewerk für die Präsenzbibliothek einschlägiger Einrichtungen und Bereiche innerhalb einer operativ tätigen Institution. Dem dort Tätigen erlaubt die sehr zeitnah komprimierte und fachübergreifende Darstellung eine rasche Orientierung ohne Zurhilfenahme weiterer Fachbücher oder Nachschlagewerke. Hierdurch wird der relativ hohe Anschaffungspreis mehr als kompensiert.

Rezensent: Dr. Franz-Joseph Bartmann, Toosbüystr. 11, 24939 Flensburg

 

Cortisontherapie

Bibliographische Angaben:
Hanns Kaiser, Hans K. Kley,
Georg Thieme Verlag 2002, 11. Auflage, 496 Seiten, 20 Abbildungen, kartoniert,
59,95 Euro, ISBN 3-13-357211-3/696

Kurze Inhaltsangabe: Über Wirkungen, Nebenwirkungen und Indikationen von Corticoiden.

Kritische Bewertung: Keine, noch so abwegige Frage zur Therapie mit Corticoiden bleibt unbeantwortet. Graphisch ansprechend gestaltet, gut lesbar. Sowohl zur raschen Orientierung als auch zur gründlichen Recherche in gleicher Weise geeignet. Das Werk gehört zur Grundausstattung jeder allgemeinärztlichen oder internistischen Praxis.

Empfehlung: Vielleicht haben Sie trotz Nullrunde noch was übrig oder Sie finden einen netten Sponsor für dieses Buch?

Rezensent: Dr. Volker von Kügelgen, Schönberger Str. 72 - 74, 24148 Kiel

 

Augenheilkunde CD-ROM: Kompendium für Klinik und Praxis

Bibliographische Angaben:
Jochen Knaus, Philipp Hugger,
2. Auflage, Deutscher Ärzte-Verlag Köln 2002,
Betriebssysteme Windows 95/98/NT 4.0,
49,95 Euro, ISBN 3-7691-1173-7

Inhaltsangabe: Konzentrierte Informationen mit zahlreichen Querverweisen werden systematisch und sehr übersichtlich dargestellt. Die Autoren konzentrieren sich nicht nur auf Krankheitsbilder, sondern geben auch eine ausreichende Einführung in augenärztliche Untersuchungsmethoden. Davon können insbesondere auch Nicht-Ophthalmologen aufgrund der dezidierten Darstellung sehr profitieren.
Der Anwender kann auf über 800 Abbildungen (Fotos, Zeichnungen u. a.) klicken. Hinzu kommen mehrere OP-Videos, die insbesondere die Katarakt-OP und die refraktive Hornhautchirurgie (LASIK) in voller Länge dokumentieren.
Ergänzt werden die pathophysiologischen Abschnitte durch Kapitel zur Historie, Anatomie und Physiologie.

Kritische Bewertung: Die Anwendung ist an jedem Windows-PC auch für Computer-Laien sehr einfach zu handhaben. Ein Einsatz für die gängigen Lehrbücher der Augenheilkunde stellt sie sicher nicht dar, ist aber sehr gut auch als Anschauungsmaterial für das Gespräch mit dem Patienten geeignet.

Rezensent: Dr. Bernhard Bambas, Kurhausstr. 14, 23795 Bad Segeberg

 

Ein praktischer Leitfaden für Ärzte/Therapeuten

Bibliographische Angaben:
Dr. Friederike Schlemmer, Psychiatrisches Zentrum Nordbaden,
Heidelberger Str. 1 a, 69168 Heidelberg, Tel. 06222/55-1032, Fachärztin für Anästhesiologie,
Selbstverlag Kiel

Inhaltsangabe: Die Autorin bespricht vor allem Themen, die aus einer psychotherapeutischen Praxis stammen könnten. Entsprechende Kapitel heißen Psyche, Unterbewusstsein, Sprachgebrauch in der Psychotherapie, Denkblockaden, Gefahren der Psychotherapie, Selbsterfahrung, Angst, Depression, Sucht, Zwang, Suizidalität und Traumatherapie. Das Literaturverzeichnis nennt vier Bücher: den Duden, das klinische Wörterbuch von Pschyrembel und zwei Werke von Lauster.

Kritische Bewertung: Nicht alle Ansichten werden begründet, z. B. die Behauptung, zur Diagnose einer Depression und zur Feststellung ihres Schweregrades sei u. a. Ergotherapie nötig. Das depressive Syndrom wird vor allem als seelische Reaktion dargesellt, nicht als mögliche Krankheit, die auch biologische Ursachen hat. Werden wirklich Menschen meistens durch andere in eine Psychose getrieben? Stempelt man durch eine solche Spekulation nicht Familienangehörige zu Sündenböcken ab?

Sonstiges: Es werden viele Hypothesen zur Psychogenese, z. B. zur Entstehung der Anorexia nervosa und Bulimie angeboten. Dabei hätte der Rezensent von der Autorin als Fachärztin für Anästhesiologie gern erfahren, wie in ihrem eigenen Fachbereich die naturwissenschaftlich-technische durch eine Patienten zentrierte Medizin zu ergänzen wäre.

Empfehlung: Wer sich nicht vor der Subjektivität der Ansichten und der Textinterpunktion abhalten lässt, mag angeregt werden, über Grund- und Grenzfragen der Medizin nachzudenken.

Rezensent: Prof. Dr. Karlheinz Engelhardt, Jägerallee 7, 24159 Kiel