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Arbeiterinnen
der Wespe Vespula vulgaris an der Frucht einer Zierpflaume (Foto:
V. Mauss)
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Insektengift-Allergie
Sicherer Schutz vor lebensbedrohlichen Stichreaktionen
Insektengift-Allergiker
können nach dem Stich von Bienen oder Wespen eine tödlich verlaufende
allergische Allgemeinreaktion vom Soforttyp erleiden. Passiert ist dies
beispielsweise im August 2002 einem Maurer aus dem Landkreis Altötting.
Der 38-Jährige fasste sich auf dem Hof seines Freundes plötzlich
an die Schulter und meinte, ihn habe eine Wespe gestochen. Sein Körper
begann zu jucken, kurze Zeit später bekam er keine Luft mehr. Der
vom Freund gerufene Notarzt versuchte, den Mann wiederzubeleben. Es war
vergeblich. Jede Hilfe kam zu spät.
Es lassen sich leider viel zu wenige Insektengift-Allergiker mit einer
spezifischen Immuntherapie behandeln. Patienten ohne diese Therapie müssen
in ständiger Angst vor dem nächsten Stich leben. Seit mehr als
20 Jahren stehen für die Therapie der Insektengift-Allergiker qualitativ
hochwertige Bienen- und Wespengiftzubereitungen für Diagnostik und
Therapie zur Verfügung.
Besonders wichtig ist die spezifische Immuntherapie bei Patienten mit
erhöhter basaler Serumtryptase-Konzentration oder Mastozytose wegen
der oft sehr schweren Stichreaktionen bei diesen Patienten. Leider kommt
es bei diesen Patienten manchmal zu einem Therapieversagen. Daher wird
zumindest bei Bienengiftallergie von vorneherein eine erhöhte Erhaltungsdosis
gegeben, der Therapieerfolg durch eine Stichprovokation kontrolliert und
lebenslang weiter hyposensibilisiert. Ein Wirksamkeitsnachweis der Insektengift-Hyposensibilisierung
kann bisher nur durch einen Stichprovokationstest erfolgen. Andere Parameter
zur Überprüfung des Therapieerfolges sind wünschenswert.
Leider haben sich Methoden wie der Nachweis spezifischer IgG4-Antikörper,
die Allergen-induzierte Leukotrienfreisetzung aus peripheren Blutleukozyten
oder der Nachweis antigenspezifischer CD8-Zellen für die Therapiekontrolle
noch nicht als geeignet erwiesen.
Insektengift-Allergiker müssen wissen, wie sich Insektenstiche vermeiden
lassen. Im Beratungsge-
spräch sollten die Patienten deshalb informiert werden, worauf Wespen
und Bienen aggressiv reagieren. Wespen sind in der Nähe ihrer Nester
stets verteidigungsbereit. Auf Erschütterungen des Nests und sich
schnell bewegende Objekte reagieren sie mit Angriffen. Bei schwülem
und heißem Wetter sind sie besonders aggressiv. An ihren Futterplätzen,
dazu gehören zum Beispiel auch zuckerhaltige Getränke und Obstkuchen,
stechen Wespen ebenfalls leicht zu. Honigbienen lassen das Einflugloch
ihres Stocks durch Wächterinnen bewachen. Vor allem sich schnell
bewegende Objekte in einer Entfernung von weniger als 10 Metern werden
häufig angegriffen. Auf Störungen bei der Futteraufnahme reagieren
Bienen dagegen normalerweise mit Flucht.
Ärzteverband
Deutscher Allergologen e. V., Deutsche Gesellschaft für Allergologie
und klinische Immunologie e. V., Bodelschwinghstr. 17, 22337 Hamburg
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt
6/ 2003
S. 62 / 63
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