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Malariavorbeugung
Manfred Peters
Malaria zählt
in Deutschland zu den importierten Erkrankungen mit einer konstanten Zahl
von 800 bis 1 000 Erkrankten pro Jahr in den letzten zehn Jahren. Leider
haben wir in Deutschland auch mit bis zu 4 % die meisten Malaria-Todesfälle
pro Jahr. Diese hohe Zahl ist einmalig in Europa. In den Ländern
der Tropen ist Malaria eine häufige Erkrankung der Kinder mit hoher
Todesrate. Untersuchungen des Robert Koch-lnstituts (RKI) haben gezeigt,
dass gut die Hälfte der an Malaria erkrankten Reisenden keine Malariaprophylaxe
eingenommen hatten, bei 81 % war die Malariaprophylaxe fehlend oder unzureichend.
Diese Zahlen erklären nur zum Teil die hohe Todesrate an Malaria
tropica. Die meisten Malariafälle kommen aus Ländern in Afrika
südlich der Sahara, wenige nur aus Asien und Südamerika.
Wichtig für den in ein Malariagebiet Reisenden ist zu wissen, was
Malaria bedeutet und wie sich diese Erkrankung zeigt. Jedes hohe Fieber
nach einem Aufenthalt in einem Malariaendemiegebiet ist zunächst
verdächtig auf eine Malaria, bis diese nachgewiesen oder eindeutig
ausgeschlossen ist. Frühestens nach sieben Tagen kann eine Malaria
ausbrechen, bei den häufigen Kurzreisen erkrankt der Reisende nach
der Rückkehr. Hier hat eine frühzeitige Diagnostik einzusetzen,
um Todesfälle an Malaria tropica zu vermeiden.
Wie kann sich der Reisende gegen Malaria schützen? Wichtig ist zunächst
eine Expositionsprophylaxe, das heißt ein Schutz gegen die übertragenden
Mücken durch Schutzkleidung wie langärmelige Kleider, Vermeidung
eines Aufenthaltes im Freien in der Dämmerung und am Abend, Benutzung
von Repellentien und einem Insektizid zur Imprägnierung der Kleidung
sowie das Schlafen unter einem imprägnierten Moskitonetz. Dieses
ist gut machbar mit dem Kombinationspräparat No Bite, es besteht
aus einem Insektizid für die Kleidung und einem Repellent für
die Haut. Erschwerend kommt zur Malariavorbeugung die Zunahme der Resistenz
der Erreger gegenüber dem ursprünglichen Standardmedikament
Chloroquin. Die Chloroquinresistenz hat zugenommen von Asien ausgehend
über Indien nach Afrika, dort von Ost- nach Westafrika reichend.
Mit weiterer Zunahme der chloroquinresistenten Malariaerreger ist zu rechnen.
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Tropenmediziner
in Hamburg
Dr. Andreas
Meyer,
Allgemeinmedizin, Tropenmedizin,
Osterstr. 16, 20295 Hamburg,
Tel. 040/404711, Fax 040/40195671
Dr. Axel Sommer,
Innere Medizin, Tropenmedizin,
Edgar-Roß-Str. 13, 20251 Hamburg,
Tel. 040/464264, Fax 040/4603298
Dr. Miklos Hazay,
Innere Medizin - Gastroenterologie, Tropenmedizin,
Spitaler Str. 32, 20095 Hamburg,
Tel. 040/324515, Fax 040/330717
Dr. Hans Marten
Schrader,
Allgemeinmedizin, Tropenmedizin,
Papenhuder Str. 39, 22087 Hamburg,
Tel. 040/2206823, Fax 040/2278758
Dr. Manfred
Peters, Innere Medizin - Pneumologie, Tropenmedizin,
Wandsbeker Marktstr. 73, 22041 Hamburg,
Tel. 040/ 6526000, Fax 040/6523050
Dr. Walter Feldheim,
Chirurgie, Tropenmedizin,
Winterhuder Marktpl. 6, 22299 Hamburg,
Tel. 040/472733, Fax 040/4607111
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Das alte Schema der
WHO mit der Einteilung der Malariagebiete in die Zonen A, B, C ist hinfällig
geworden. Die Empfehlungen zur Malariaprophylaxe in Deutschland, herausgegeben
von der DTG, gehen von einer unterschiedlichen Häufigkeit der Malaria
in den einzelnen Reisegebieten aus. Für Thailand zum Beispiel mit
der Mehrzahl der Touristen in der Küstenregion und auf den Inseln
bedeutet dieses, dass keine Malariaprophylaxe erforderlich ist, wenn sich
der Reisende nur in der Küstenregion aufhält. Ähnliches
gilt für Südafrika mit der Ausnahme der Besuche der Nationalparks.
Für diese wird eine Malariaprophylaxe unbedingt empfohlen.
Nach Reisegebiet und der Häufigkeit der Malariaübertragung in
den einzelnen Ländern wird je nach Chloroqinresistenz eine Dauerprophylaxe
empfohlen oder ein guter Mückenschutz in Kombination mit einer so
genannen Stand-by-Therapie, das heißt der Mitnahme eines wirksamen
Medikamentes zur Einnahme im Falle einer Malariaerkrankung. Der Reisende
kann allerdings mit der Diagnose einer Malaria bei sich selbst überfordert
sein und das Medikament
fälschlich bei Fieber anderer Ursachen einnehmen. Ideal wäre
die Diagnose durch einen Arzt vor Ort im Land und dann die Einnahme des
empfohlenen Stand-by-Medikamentes, das häufig in den Ländern
der Tropen nicht erhältlich ist. In Frage kommen das Kombinationspräparat
Malarone und die Kombination Riamet. Beide Kombinationen wirken
rasch und sind gut verträglich.
Vor Einnahme der empfohlenen Malariamedikamente zur Vorbeugung sollte
der Reisende testen, ob er das Medikament verträgt. Das ist besonders
wichtig für die Prophylaxe mit Lariam, das zwei bis drei Wochen
vor der Ausreise eingenommen werden soll. In der Regel kommt es in dieser
Zeit zu den bekannten Nebenwirkungen. Der Reisende kann dann entscheiden,
ob er das Medikament weiter einnehmen will und ob er die Nebenwirkungen
tolerieren kann. Chloroquin alleine ist in vielen Ländern nicht mehr
wirksam. Dagegen kann die Kombination von Chloroquin mit Paludrine für
einige Länder empfohlen werden. Das Einnahmeschema ist kompliziert
mit der wöchentlich einmaligen Einnahme von Chloroquin und der täglichen
zweimaligen Einnahme von Paludrine. Diese Kombination ist der Einnahme
von Lariam in chloroquinresistenten Malariagebieten aber unterlegen.
Für Kurzzeitaufenthalte in Malariagebieten bis zu 28 Tagen steht
die Kombination Malarone zur Verfügung, die gut verträglich
ist und genauso sicher vor der Infektion schützt wie Lariam bei chloroquinresistenter
Malaria. Malarone ist gut verträglich, die Einnahme verkürzt,
zwei Tage vorher beginnen, dann täglich eine Tablette einnehmen und
bis zu sieben Tage nach Verlassen des Malariagebietes weiterführen.
Bei kurzen Aufenthalten in Gebieten mit Malaria wie in den Nationalparks
im südlichen Afrika ist diese Kombination gut geeignet. Für
Malarone steht zurzeit in Deutschland noch keine Kinderformulierung wie
in den USA wegen fehlender Studien an Kindern zur Verfügung.
Als neue Medikamente kennen wir die Arthemisinderivate, die nur zur Therapie
geeignet sind und nicht in Europa zugelassen sind. Diese Präparate
werden in den Ländern Asiens wie China, Vietnam und anderen Ländern
hergestellt.
Eine Weiterentwicklung des Primaquine ist das Medikament Tafenoquin, das
bei der Einnahme von wenigen Tagen eine wochenlangen Schutz gegen die
Malaria tropica hinterlässt. Hier muss zunächst ein G6PD-Mangel
ausgeschlossen werden. Dieser ist in Europa selten, in Westafrika dagegen
häufig zu finden und führt zu einer hämolytischen Anämie.
Die Entwicklung weiterer Resistenzen der Malariaerreger gegen die eingesetzten
Medikamente führt zur Entwicklung und Erprobung immer neuer Medikamente
zur Malariavorbeugung. Mit einer wirkungsvollen Malariavaccine ist in
absehbarer Zeit nicht zu rechnen.
Die Empfehlungen der DTG sind als Broschüre über Mitarbeiter
der Pharmafirma GlaxoSmithKline (gsk) kostenlos erhältlich. Die Broschüren
sind werbungsfrei und industrieneutral. Auch über die Firma Novartis
sind Empfehlungen zur Malariatherapie mit Riamet kostenlos erhältlich.

Dr.
Manfred Peters, Wandsbeker Marktstr. 73, 22041 Hamburg
Mit freundlicher Nachdruckgenehmigung des Hamburger Ärzteblattes,
Heft 9/2002
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt
2 / 2003
S. 61 / 62
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