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Dr. Gisela Thies, Vorsitzende des Vorstandes des Akademie-Instituts für Psychotherapie und Psychosomatik (Foto: rat)

Fortbildung
Patiententraining „Soziale Kompetenz“

Auch aus der Sicht der somatischen Medizin kann ein spezifisches Interesse bestehen, Patienten zusätzlich in ihrer sozialen Kompetenz zu stabilisieren. Verhaltensdefizite und Insuffizienz- erleben solcher Patienten können durch ein ärztlich oder psychologisch geleitetes Verhaltenstraining wirksam ausgeglichen werden, wie Dipl.-Psych. Bernd Sobottka (Klinik am Schweriner See, Lübsdorf) am 10.11. in Bad Segeberg deutlich machte. Die Fortbildungsveranstaltung („Training sozialer Kompetenz“) gehörte zu der Vortrags- und Seminarreihe des Instituts für Psychotherapie und Psychosomatik der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein (Leiterin: Dr. Gisela Thies).
Einige Stichworte aus dem Referat, an das sich Gruppendiskussionen anschlossen: Viele Patienten haben neben einer psychischen Erkrankung auch Defizite an sozialer Kompetenz: Sie können keine Wünsche äußern, an sie gerichtete Bitten abschlagen, eine fehlerhafte Leistung reklamieren und dergleichen.
Unterschiedliche Trainingsschwerpunkte je nach Art des Defizits: Sein Recht durchsetzen lernen, Beziehungen gestalten, um Sympathie werben. Entsprechendes Training auf drei Ebenen: kognitiv, handeln, emotional.

Trainingsansätze: Lernen am Vorbild (z. B. von Mitpatienten bei Rollenspielen), positive Ansätze verstärken, negative Einstellungen beseitigen (am schwersten), Wissensvermittlung, Gegenkonditionierung.
Organisation: Pro Gruppe 8 - 12 Patienten, 2 Therapeuten, 8 Termine zu mindestens 90 min. in 4 Wochen.
Indikation zur Teilnahme am Training: Nur bei spezifischen, erheblichen Defiziten von therapiebejahenden Patienten, z. B. wenn das soziale Defizit Anlass für den Klinikaufenthalt ist - keine Breitbandindikation. (hk)

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 01/ 2002

S. 59