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Was Veränderungen
in der Kommunikation bewirken können
Um was es geht
Stau vor der Anmeldung! Alles redet durcheinander. Das Wartezimmer ist
voll. Irgendwie geht es nicht weiter. Die Patienten fangen schon an zu
meckern. Die Stimmung im Praxisteam ist gereizt ... (Im Extremfall taucht
jetzt noch ein Notfall auf).
Dann fehlt nur noch eine unpassende Bemerkung und das berühmt-berüchtigte
Fass läuft über.
Irgendwie fing der Morgen schon so komisch an. Seit dem letzten Notdienst
fehlte der notwendige Schlaf. Die Familie beschwert sich, dass man kaum
noch Zeit für sie habe. Dann auch noch der drohende Regress, der
im Kopf herumschwirrt. Und da kommt dieser Patient und mosert über
die unwirksame Therapie. Da soll man ruhig bleiben ... !
So etwas oder ähnliches passiert wohl in vielen Praxen, vielleicht
auch in Ihrer!?
Darunter leidet häufig der Spaß an der Arbeit und damit die
Kommunikation mit und unter den Mitarbeiterinnen und vor allem: mit den
Patienten.
Diese Situationen werden sich immer wiederholen, kaum zu verhindern sein.
Daher ist es notwendig, adäquat mit ihnen umzugehen.
Wie Kommunikationsprobleme
entstehen
Sie treten zwischen Menschen fast schon zwangsläufig auf. Jeder von
uns hat sein eigenes Bild von der Wirklichkeit, das sich oft grundlegend
von den Bildern der uns umgebenden Menschen unterscheidet. Immer dann,
wenn wir glauben, die eigene Sichtweise ist die einzig wirkliche, entwerten
wir das, was andere Personen denken und fühlen. Umgekehrt geht es
uns genauso. Das empfinden wir oft als unangenehm oder sogar, besonders
in angespannten Situationen, als Angriff. Daher verwundern die Beispiele
wohl auch niemand. Probleme können in der Praxis in folgenden Bereichen
auftreten:
Kommunikation mit
Patienten
- bei der Anmeldung
bzw. beim Aufruf
- im Wartezimmer
- im Sprechzimmer
- am Telefon
Kommunikation mit
Helferinnen
- untereinander
- als Vorgesetzter
- bei Teamsitzungen
Sie können sich
vorstellen, wie diese Bereiche miteinander vernetzt sind und dass Dissonanzen
in einem Bereich die Kommunikation in den anderen beeinflussen.
Z. B. trägt der Patient, der sein gegebenenfalls schon mitgebrachtes
psychisches Problem nicht beim Empfang abladen konnte, es
noch etwas aufgeblasener mit ins Sprechzimmer. Sie sind in
der Regel darauf nicht vorbereitet. In dem Wunsch, Ihre ärztlichen
Leistungen möglichst zügig zu erbringen, werden Sie auf das
verdeckte Problem meist nicht ausreichend eingehen (und es oft auch aus
unterschiedlichen Gründen nicht können). Natürlich ist
hier auch der umgekehrte Weg Sprechzimmer-Empfangstresen denkbar. In jedem
Fall ist Ihr Problembewusstsein bzw. das Ihrer Helferinnen gefordert.
An den bisher genannten Beispielen wird klar, welches Potenzial für
ein effizienteres Praxisklima in einer Umgangsform liegt, die u. a. von
folgenden Kriterien geprägt ist:
- der Wahrnehmung
der Bedürfnisse des anderen
- das Erkennen der
eigenen Gefühle
- der Respekt vor
den Äußerungen des Gesprächspartners, so absurd sie
einem selbst auch erscheinen mögen.
- Verantwortung für
das eigene Handeln
So bietet partnerschaftliche
Kommunikation die Chance, nicht nur die Beziehung zwischen Patienten und
Arzt/Arzthelferin zu verbessern. Sie kann auch helfen, die Arbeitsatmosphäre
im Praxisteam, vor allem in hektischen Phasen, angenehmer zu gestalten.
Das Ziel ist dabei, in allen Phasen der Kommunikation durch motivierende
und einfühlende Verhaltensweisen die Selbstachtung der Beteiligten
zu erhalten oder gar zu fördern. Wird dies zur Normalität (und
damit die alte, ungeliebte abgelöst ), wird auch der
Gesprächspartner spüren, dass man ihn ernst nimmt.
Was tun ... ?
Oft ist es schwierig,
zu erkennen, ob überhaupt ein kommunikatives Defizit im Praxisalltag
vorliegt und wenn ja, in welcher Form. Da Sie schon geraume Zeit in der
jetzigen Weise denken und arbeiten, haben sich Abläufe und Verhaltensweisen
im Team und gegenüber den Patienten verständlicherweise eingeschliffen.
Sie erkennen zwar hier und da Unstimmigkeiten im Team und nehmen auch
an einigen Tagen schlechte Stimmung wahr. Sie spüren eben auch manchmal
ein ungutes Gefühl bei sich selbst. Aber alles erscheint
unspezifisch und nicht richtig fassbar. Und irgendwie gehts ja auch
wieder vorbei. Nach schlechten Tagen werden sich auch wieder gute einstellen.
Solche oder ähnlich bekannte Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf.
Selten wird wirklich nach tieferen Ursachen geforscht.
Hilfe ist möglich. Beratung, Training und Coaching im Bereich der
Praxiskommunikation und -organisation kann nur dann erfahrbar gute Ergebnisse
zeigen, wenn dieser Service speziell auf Ihren Praxisalltag zugeschnitten
wird. Sie werden ja auch aus der umfangreichen Palette, welche Ihnen zur
Therapie eines Hochdruck-Patienten zur Verfügung steht, nur die Behandlung
auswählen, welche auf das individuelle Krankheitsbild passt.
Die 3-in-1-Lösung
In drei Schritten besteht die Möglichkeit zu einer optimaleren Kommunikation
in Ihrer Praxis zu gelangen:
- Ist-Analyse in
Ihrer Praxis
- Potenzialgespräch
- Training/Coaching
Nach einer Vorbesprechung
erfolgt in einem ersten Schritt die Analyse während des ganz normalen
Praxisalltags. In dem folgenden Gespräch werden die Änderungsmöglichkeiten
aufgezeigt. Über Trainings-bzw. Coachingmaßnahmen wird gemeinsam
entschieden. Diese werden dann, zum Thema und den Personen passend, durchgeführt.
Das können folgende Praxisbereiche sein:
Kommunikation mit
(Problem-) Patienten
Teambildung
Moderierte Teamsitzungen
Patientenführung
Die Arzthelferin als Patientenberaterin
Kommunikation am Telefon
Was haben Sie nun
davon?
Sie können
- mit einem motivierten
Praxisteam effizienter
arbeiten
- einige Aufgaben
und Patienten-Probleme aus
dem Sprechzimmer delegieren
- mit einer Anerkennung
der Arzthelferin durch
die Patienten als echte Beraterin eine höhere
Praxisbindung erzielen und sich zeitlich ent-
lasten
- z. B. kann Diätberatung
durch die Helferin
Ihnen ggf. Verordnungen einsparen
- Konflikte als Chance
für sich und das Team
nutzen
In jedem Fall können
kleine Veränderungen der Gedanken bzw. Sichtweisen in den genannten
Bereichen für alle spürbare Erleichterungen im Praxisalltag
zur Folge haben.
Und schon Mark Aurelius sagte: Das Leben des Menschen besteht aus
seinen Gedanken.
Rainer
Herlt, Rotdornweg 28, 24558 Henstedt-Ulzburg
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 12/ 2001
S. 63 / 64
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