|
Kammer-Info
aktuell 12 / 2001
|
|
| Arzneimittelpreise
in der Diskussion Für Ärzte und Patienten ist der eher zunehmende politische Druck auf die Arzneimittelpreise nicht gerade von Nachteil. Demgegenüber diskutiert die Pharmaindustrie, wie sie sich in ihrer Preisgestaltung zwischen der rechtlichen Festlegung (durch Festbeträge, Preisspannen-Verordnung, Apothekengesetz) und dem Ziel der Gewinnoptimierung bewegen kann. Bei der Euroforum-Konferenz Pricing von Arzneimitteln in Hamburg brachte der weithin bekannte Gesundheitsökonom Prof. Dr. Peter Oberender (Univ. Bayreuth) diese Option in die Debatte: Die Industrieabgabepreise in Europa könnten festgelegt werden, um einen fairen Wettbewerb zu erreichen. Weniger realistisch erschien die gegenteilige Option eines vollständigen Wettbewerbs wie im Lehrbuch. Oberender stellte die Frage, ob ein einheitlicher Apothekenabgabepreis noch erforderlich oder haltbar sei, wenn bei gesteigerter Transparenz durch den Euro und bei zunehmenden Importen das deutsche Preissystem unter Druck gerate. Aus der Sicht der (forschenden) Industrie kritisierte Novartis-Geschäftsführer Dr. Theodor Sproll mit seinem leitenden Mitarbeiter Marian Tepe diese Entwicklung und die Sparmaxime der Gesundheitspolitik allgemein: Die Einführung von Innovationen verliert damit in Deutschland an Attraktivität - ist das gewollt? Für das Bundesgesundheitsministerium plädierte Dr. Edwin Smigielski für die Einführung der mit der Selbstverwaltung vereinbarten Steuerungsinstrumente (nach Ablösung der Budgets): Informationssysteme, Sparempfehlungen (Generika, Re-Importe), Sanktionen für zu viele Me-toos und Umstrittene. Die meisten KVen hätten die entsprechende Zielvereinbarung schon abgeschlossen, es fehlten nur noch wenige der - insgesamt 23 - Kassenärztlichen Vereinigungen. Auch die KV Schleswig-Holstein hat unterzeichnet. (hk) |
Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt 12/ 2001 S. 60 / 61 |