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Schleswig-Holstein
Die notwendige Arzneimittelversorgung
Untersuchungen der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern

Die Finanzierbarkeit von Gesundheitsleistungen ist, so schreibt die Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV), ein zentrales gesellschaftliches Problem. Zahlreiche Gründe sprechen für einen erhöhten Finanzbedarf bei steigendem Leistungsanspruch in der Bevölkerung und eine Vielzahl von Vorschlägen der Politiker und besonders der Krankenkassen erschöpfen sich immer wieder in Schuldzuweisungen an die Vertragsärzte.
Die KVMV hat dies zum Anlass genommen, Untersuchungen zur leitliniengestützten und wissenschaftlich begründeten Arzneimitteltherapie durchzuführen. 16 Krankheiten wurden ausgewählt, für die relativ gesicherte Informationen vorliegen. Ausgehend von Daten der Krankheitshäufigkeit und unter Zugrundelegung wissenschaftlicher Behandlungsempfehlungen wurde eine Methode entwickelt, mit der entsprechende Ausgaben ermittelt werden konnten. Die Ergebnisse zeigen eine alarmierende Diskrepanz zwischen den medizinisch notwendigen und den im Rahmen der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) finanzierbaren Aufwendungen für Arzneimittel.
Durch diese Untersuchungen wurde deutlich, dass die zu Recht geforderte leitliniengestützte Therapie zu erheblichen Kostensteigerungen führen wird. Vorsichtige Hochrechnungen anhand der vorliegenden Analyse ergeben über alle Krankheitsbilder hinweg eine Steigerung der Arzneimittelausgaben von über 50 %!
Diese an sich notwendige und sinnvolle Untersuchung ist den Politkern in unserem Nachbarland sauer aufgestoßen. Es war von „Flegeleien“ und einem „Bubenstück“ die Rede. Dr. Wolfgang Eckert, der Vorsitzende der KVMV und Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat sich schon in der DDR nie einschüchtern lassen. „Die ständigen Vorwürfe der Krankenkassen, die Verunglimpfung von Ärzten und die Verunsicherung der Patienten haben die KVMV zu einer deutschlandweit einmaligen Studie veranlasst ... Wir sind gespannt ..., wann (eine) Antwort auf unsere Studie vorliegen wird.“ Wolfgang Eckert weiter: „Haltet den Dieb!“ und er meint damit diejenigen, die sich aus ihrer Verantwortung stehlen und sie nicht in dem Maße wahrnehmen, wie es die KVMV ihrer Meinung nach getan hat. (hps)

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 12/ 2001

S. 32