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Schleswig-Holstein

3. Schleswig-Holsteinische Krankenhaustage


Zusammen mit den Jahresmitgliederversammlungen des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands, Landesgruppe Schleswig-Holstein (VKD-SH) und des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte (VLK) trafen sich zum zweiten Mal auch die Vertreter der Pflegeverbände und der Krankenhausgesellschaft im Rahmen der bundesweit einzigartigen „Landeskrankenhauskonferenz“, diesmal in Lübeck.

Günther Jansen, Vorsitzender des Patientenombudsvereins

VKD-Vorsitzender Lothar Obst und VLK-Chef Prof. Dr. Hartmut Nolte (Pinneberg) sagten bei einer Pressekonferenz, die 180 Teilnehmer wollten die zentrale Frage diskutieren, wie ein Gesundheitssystem patientengerecht (Motto „Pro humanitate“) erhalten und weiterentwickelt werden könne angesichts dramatischer demografischer Probleme in der Zukunft. Eine Ablösung der Beitragsfinanzierung durch extreme Lösungen wie Risikoversicherung oder Steuerfinanzierung sei nicht vertretbar. Obst wies auf gute Wirtschaftlichkeitsfaktoren gerade der schleswig-holsteinischen Kliniken hin und forderte eine rasche Beendigung der finanziellen Benachteiligungen und die Einführung bundesweit gleicher Leistungsentgelte.
Zum Rahmenthema „Neue Horizonte im Gesundheitswesen“ referierten DKG-Vizepräsident Dr. Burghard Rocke, VKD-Präsident Heinz Kölking und Dr. Annette Güntert (KBV, insbesondere zur Reform der ärztlichen Weiterbildung).
Den Themenausschnitt „Anforderungen an die Ärzte“ bestritten Chefarzt Dr. Heinz-Jürgen
Schröder (VLK; Husum) und Dr. Eckhard Weisner. Weisner malte seine Vision eines guten künftigen Gesundheitssystems in 12 Punkten aus:

  1. Der Patient ist im Zentrum aller Anstrengungen.
  2. Versorgung am geeigneten Ort (ambulant, stationär usw.).
  3. Das angemessene Geld folgt der angemesse-nen Leistung.
  4. Versorgungsketten werden endlich umgesetzt.
  5. Wenn Wettbewerb, dann um Qualität.
  6. Endlich eine Studienreform mit problemorientiertem Lernen. (Noch werde der anfängliche Idealismus bis zur Facharztprüfung ausgetrieben.)
  7. Ambulant-stationäre Vernetzung; Umsetzung in Schleswig-Holstein könnte besser laufen.
  8. Hausarzt (ein Typus, nicht mehrere) und Facharzt nebeneinander.
  9. Arbeitsteilung zwischen Hausarzt, Facharzt und Krankenhaus.
  10. Weiterbildung fördern, vor allem von Allgemeinärzten (so auch später mit Nachdruck, Dr. Schröder).
  11. Fortbildung und ärztlicher Wettstreit um Qualität.
  12. Mehr Transparenz im Gesundheitswesen, mehr Mitverantwortung (auch des Patienten), mehr Zusammenarbeit aller Gesundheitsberufe.
v. l. n. r.: Dr. Eckhard Weisner, Lothar Obst und Dr. Heinz-Jürgen Schröder (Fotos: hk)

Den Patienten hatte auch Ex-Sozialminister Günther Jansen im Auge, als er aus der Sicht des Vorsitzenden des Ombudsmann/- frau-Vereins mahnte: „Wir müssen aufpassen, dass der Patient nicht von allen Akteuren aus dem Mittelpunkt gedrängt wird!“ Er wünschte sich mehr Kooperation, mehr Flexibilität beim Krankenhauspersonal (am Wochenende, in Funktionsbereichen wie der Physiotherapie usw.) und ein Patienten gerechtes Leistungsspektrum auch unter dem Druck des DRG-Wettbewerbs. Für die immer mehr wachsende Zahl der über 60-Jährigen wünschte sich der Manhagener Klinikleiter eine „Solidaritätsholding“ aller gesetzlichen Kassen. An dem Projekt arbeite derzeit eine Arbeitsgruppe um Prof. Rüschmann, allerdings noch hinter verschlossenen Türen. (hk)

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 12/ 2001

S. 27 / 28