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Kammer-Info aktuell 11 / 2001
Nachrichten in Kürze
Gemeinsame Pressemitteilung des Robert Koch-Institutes und des Paul-Ehrlich-Institutes
Grippe-Impfung

Das Robert Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut empfehlen allen gefährdeten Personen sich in den nächsten Wochen und Monaten gegen die Virusgrippe impfen zu lassen! Für Personen mit bestimmten Grundleiden und für ältere Menschen stellt die Influenza-Virus-Infektion eine besondere Gefährdung dar, da es zu Komplikationen wie z. B. der bakteriellen Lungenentzündung kommen kann.
Der beste Schutz vor einer Virusgrippe besteht in der rechtzeitig durchgeführten Impfung, die aufgrund der hohen Veränderungsfähigkeit der Influenzaviren jährlich mit dem aktuellen Impfstoff der Saison wiederholt werden sollte.
Die Influenzaimpfung ist auch für Personen, die täglich mit vielen Menschen in Kontakt kommen, sehr wichtig. Ärztinnen und Ärzte, Schwestern und Pfleger, aber auch Beschäftigte in Altersheimen sind in einem erhöhten Maße einem Infektionsrisiko ausgesetzt und können diese Infektion während ihrer Tätigkeit auf besonders gefährdete kranke und alte Menschen übertragen.
Die Influenza-Impfung sollte möglichst schon im Oktober oder November durchgeführt werden, bis zum vollständigen Impfschutz benötigt das Immunsystem 14 Tage. Angst vor schweren Nebenwirkungen braucht niemand zu haben, da die seit einigen Jahren verwendeten Spaltimpfstoffe aus abgetöteten Influenzaviren gut verträglich sind.
In Deutschland stehen in dieser Saison 7 Impfstoffe der aktuellen Zusammensetzung zur Verfügung, die für Personen ab dem vollendeten 6. Lebensmonat geeignet sind. In den ersten 36 Monaten wird eine reduzierte Dosis verwendet. Dazu kommen zwei adjuvantierte Impfstoffe für Menschen die älter als 65 Jahre sind.
Die ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt für Menschen über 60 Jahre und Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit (chronische Erkrankung oder Immundefekte) außerdem die Impfung gegen Pneumokokken (mit einem Polysaccharidimpfstoff). Für Kinder unter zwei Jahren wird bei Vorliegen einer gesundheitlichen Störung oder weiterer Risikofaktoren eine Impfung mit einem Pneumokokken-Konjugationsimpfstoff empfohlen.
Die Pneumokokkenimpfung muss bei Erwachsenen nur einmal durchgeführt werden und ist dann sechs Jahre wirksam. Wenn ein Pneumokokkenimpfschutz fehlt, kann diese Impfung in einem gemeinsamen Impftermin mit der Influenzaimpfung erfolgen. Prinzipiell ist die Pneumokokkenimpfung aber das ganze Jahr über möglich. Eine jährliche Wiederholung der Pneumokokkenimpfung sollte auf keinen Fall erfolgen. (UK)

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 11/ 2001

S. 60