zurück zur Rubrikensuche
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Kammer-Info aktuell 11 / 2001
Nachrichten in Kürze
Glücksspielsucht-Hilfsprogramm kommt in Gang

Nicht zuletzt mit ärztlicher Hilfe kommt das „Glücksspielsucht-Hilfekonzept“ in Schleswig-Holstein voran. Nach zwei Jahren zogen Experten bei einer norddeutschen Fachtagung („Glücksspielsucht“) der Landesstelle gegen die Suchtgefahren für Schleswig-Holstein (LSSH) am 19. September in Wedel eine eher ermutigende Zwischenbilanz. „Glücksspielsucht wird zunehmend als ernst zu nehmende Suchtform anerkannt und nunmehr praktisch flächendeckend im Land angegangen“, sagte LSSH-Leiter Bernd Heinemann bei einer Pressekonferenz.
Das Konzept (als Broschüre erhältlich bei der LSSH, Tel. 0431/564770) umfasst Ätiologie, Präventionsmöglichkeiten, Fachberatungsstellen, ambulante und stationäre Hilfen, Selbsthilfe. Zehn Projekte laufen derzeit im Land. Unterstützung kommt von der Spielbank Schleswig-Holstein GmbH und vor allem vom Land, wie Sozialministerin Heide Moser in ihrem Grußwort deutlich machte. Damit sei Schleswig-Holstein manchen anderen Bundesländern voraus, war zu hören.
Ärzte seien eingebunden als Psychiater bei der Behandlung insbesondere von Komorbiditäten sowie bei Einweisungen in stationäre Einrichtungen wie das Fachkrankenhaus in Bredstedt. Und die Bereitschaft von ärztlicher Seite zu Gesprächen über Suchtpatienten nehme zu, sagte der Bredstedter Therapeut
Dipl.-Päd. Günter Mazur.
Das gilt wohl auch für die normalerweise primären medizinischen Ansprechpartner der pathologischen Spieler, die Hausärzte. So komme beispielsweise auch in Wedel die Zusammenarbeit mit den orts-
ansässigen Ärzten in Gang, bestätigte Birgit Knuschke, Leiterin der (jetzt 20 Jahre alten) Suchtberatungsstelle Wedel im mitveranstaltenden AWO-Kreisverband Pinneberg.
Das ist auch nötig im Hinblick auf die wachsende Zahl der Spielsüchtigen: Neue Formen wie die „Internet-Spielsucht“ (Tagungsreferent Wolfgang Schmidt, Frankfurt) kommen hinzu. Spielsucht (ICD 10: F 63.0) ist auch ein mit Ärztekammer und KV besprochenes Thema für die ärztliche Fort- und Weiterbildung, wie es hieß. (hk)

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 11/ 2001

S. 59