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Medizin
und Wissenschaft
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Etwa ein Drittel der untersuchten Morbus-Crohn-Fälle konnten nach einer Studie aus der I. Medizinischen Klinik des Uniklinikums Kiel auf eine bestimmte genetische Veränderung zurückgeführt werden. Die am 16.06.2001 in The Lancet veröffentlichte Studie stammt von der Forschungsgruppe Mucosa, Leiter Prof. Dr. Stefan Schreiber, Klinik für Allgemeine Innere Medizin des UKK. Wie Prof. Schreiber mitteilte, wird die genetische Veranlagung für M. Crohn wahrscheinlich durch eine Insertionsmutation in ein spezifisches Gen (NOD2) auf Chromosom 16 bewirkt. Dieses Gen befinde sich genau in der Verbindungsregion auf Chromosom 16q12 und aktiviere als Antwort auf bakterielle Lipopolysaccharide den Nuclear Factor kB. Es wird davon ausgegangen, dass die Mutation im NOD2-Gen zu einem vorzeitigen Abbruch der Eiweißproduktion führt. Damit könnte die Entzündungsabwehr in der Darmschleimhaut fehlreguliert werden, so dass Darmbakterien (Ernährung?) die Entzündung aufrechterhalten können.
Die Studie umfasste 512 CED-Patienten in
Deutschland und Großbritannien, 369 deutsche Trios (Patienten mit
sporadischer CED und gesunden Eltern) und 272 Normalkontrollen. Die Assoziationsanalyse
war bei M. Crohn hochsignifikant. Für heterozygote Träger der
Mutation konnte ein 2,6-faches und für homozygote ein 42-faches Risiko
festgestellt werden. Bei Colitis ulcerosa fand sich keine Assoziation.
Letztlich sei die Studie erfolgreich gewesen durch enge Zusammenarbeit
mit der Universität London, mit der Biotech-Industrie, mit dem BMBF-Kompetenznetz
und vielen Gastroenterologen sowie der Patientenorganisation DCCV. Dr. jur Horst Kreussler, An der Karlshöhe 1, 21465 Wentorf |
Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt 8/ 2001 S. 37 |
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