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Personalia
Dr. Rolf Thielsen
(Foto: Privat)

Dr. Rolf Thielsen zum 60.

Der Jubilar, der am 13. Juli 2001 seinen 60. Geburtstag feierte, ist mit Leib und Seele sowohl Arzt als auch Schleswig-Holsteiner. Als Kriegskind in Kiel geboren - einige Wochen vorher war die deutsche Wehrmacht in die Sowjetunion eingefallen - wuchs Rolf Thielsen auf dem Land, in Loose, auf, wo sein Vater als Arzt praktizierte. In Eckernförde besuchte er das Jungmann-Gymnasium. Zwar war der bekannteste Lehrer dieser Schule, der Lyriker und Erzähler Wilhelm Lehmann, schon pensioniert, aber Rolf Thielsen lernte ihn über eine Arbeitsgemeinschaft schätzen, in der Lehmann mit den Schülern seine Gedichte diskutierte. Nach dem Medizinstudium in der Landeshauptstadt und der Bundeswehrzeit bei der Marine kam Rolf Thielsen in die 3. Medizinische Klinik des Städtischen Krankenhauses Kiel. 1978 wurde er Oberarzt, später Leitender Oberarzt dieser Klinik. In einer Zeit zunehmender Spezialisierung ist er, obwohl Gastroenterologe, gleichzeitig ein Allround-Internist geblieben, der z. B. einen älteren Patienten mit verschiedenen Krankheiten aus sechs Subspezialitäten der Inneren Medizin umfassend betreut. Sorgfältige Anamnese und gründliche Untersuchung sind ihm die Basis für die Differenzialdiagnose. Die in den letzten Jahrzehnten rasant zugenommenen technischen Zusatzuntersuchungen setzt er gezielt und überlegt ein. Viele Jahre war er an den Fortbildungsveran-
staltungen der 3. Medizinischen Klinik „Fälle und Probleme“ aktiv beteiligt. Sie dienten Rolf Thielsen auch dazu, mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen im Dialog zu bleiben. Genaue Kenntnisse der Arzneimitteltherapie sind ihm wichtig, weil sie Nebenwirkungen reduzieren und die Medizin sicherer machen. Gern arbeitet er in einem Lehrkrankenhaus mit Studenten, unterrichtet und lernt gleichzeitig von Studenten und Patienten. Vielleicht ist er auch deshalb jung geblieben. Rolf Thielsen wurde nicht gastroenterologischer Techniker, er blieb Arzt, der fähig ist, vom Kranken aus zu denken und seine Perspektive zu berücksichtigen. Er entspannt sich bei klassischer Musik und mit dem Kultivieren seines Flintbeker Gartens. Im Übrigen ist ein Motto des Internisten und Gastro-
enterologen: Arbeiten, ohne viel zu grübeln. Das ist ein gutes Mittel, um unser Leben erträglich zu machen.
Der Unterzeichnete wünscht mit vielen Kollegen, dass Rolf Thielsen weiterhin ein Vorbild für die jüngere Arztgeneration bleibt, mit vielen Patienten, dass er ihnen nach wie vor tatkräftig und einfühlsam hilft, er wünscht Gesundheit und Kraftquellen, die wir in diesem schönen und schweren Beruf brauchen.
(Prof. Dr. Karlheinz Engelhardt)

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 7/ 2001

Seite 70 / 71