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Kammer-Info aktuell
Leserbriefe
Dr. H.-J. Zielinski
(Foto: Privat)

Leserbrief von Dr. Hans-Joachim Zielinski zur
Antwort von Dr. Ratschko auf den Leserbrief Ronneberger
, SHÄ 4/2001, S. 59 f.

Herr Dr. Ratschko spielt seinen Einfluss auf das Geschehen in und um die Ärztekammer verniedlichend herunter. Er wäre, ebenso wie der Generalsekretär einer Partei, wohl fehl am Platze, wenn von ihm nicht entscheidende Impulse ausgehen würden. Und jeder, der in Vereinen, Verbänden, Parteien, Gemeinden, Kreistagen o. ä. tätig ist, weiß sehr wohl, wie die Verwaltung auf vielfältige Weise Einfluss zu nehmen, in der Lage ist. So gesehen muss durchaus festgehalten werden, dass die Ägide von Herrn Dr. Ratschko nicht nur ECS, Ombudsleute und Krebsregister Klötze an den Beinen der Ärzteschaft fallen, wie Kollege Ronneberger aus Preetz feststellt. Weitere negative Höhepunkte sind, um nur einige zu nennen:

  1. Eine vollkommen verfehlte, ungerechte und unsoziale Beitragsordnung.
  2. Eine unglaubliche Aufblähung des Verwaltungskopfes durch immer mehr Ärzte.
  3. Ein Trojanisches Pferd mit Namen „Freiwilliges Fortbildungszertifikat“.
  4. Offensichtlich null Initiative zum Abbau des Riesenhaufens Ärztekammern in Deutschland.

Da mutet es schon befremdlich an, wenn der Hauptgeschäftsführer am Ende seiner Darlegungen die Ärzte in Schleswig-Holstein darüber belehrt, dass diese „durch Teilnahme an der Kammerwahl“ ... „die Entscheidungen der Kammer in ihrem Sinne beeinflussen“ könnten. Dieses oberlehrerhaften Hinweises bedurfte es nicht. Einer Führungskraft der Ärztekammer angemessen wäre vielmehr danach zu fragen, warum denn nur 50 % der Kolleginnen und Kollegen wählen, um dann danach die Weichen zu stellen! Zum Beispiel dafür zu sorgen, dass die Ziele der zur Wahl Gestellten transparent werden. Schließlich leben wir nicht mehr in feudalistischen Strukturen. Da ist die Tatsache „Arzt zu sein“ noch lange nicht Programm. Und solange man nicht weiß, was der Kandidat außer gutem Willen überhaupt will oder welcher Gruppierung er angehört, wird mit Wahlverweigerung geantwortet, bevor womöglich der Falsche angekreuzt wird. So einfach ist das!

Dr. Hans-Joachim Zielinski, Kiefernweg 6 a, 25980 Westerland

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 6 / 2001

Seite 67 / 68