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Dr. Gerd Iversen
(Foto: rat) |
Zum 85. Geburtstag von Dr. Gerd Iversen
Dr. Gerd Iversen wurde am 25.03.2001 85 Jahre alt.
Er wurde in Lübeck geboren, ging in Hamburg zur Schule, nach dem Abitur zum Arbeitsdienst
nach Angeln, studierte dann Medizin in Hamburg und München, wo er seine Frau
kennenlernte. Heirat und Examen waren durch den Kriegsbeginn überschattet. Bis 1941
arbeitete Gerd Iversen als Truppenarzt in Russland, danach bis Kriegsende in einer
Lungenheilstätte im Riesengebirge. Nach dem Kriegsende kam er nach Bad Segeberg, wo er
zunächst als Assistenz-, später als Oberarzt der Inneren Abteilung des
Kreiskrankenhauses tätig war. Als Facharzt für Innere Medizin und für Lungenkrankheiten
war er zugleich Leitender Arzt der Lungenfürsorgestelle am Gesundheitsamt.
Von 1965 bis 1977 war er Geschäftsführender Arzt bei der Ärztekammer
Schleswig-Holstein, von 1977 bis 1980 deren Präsident.
Dr. Gerd Iversen ist nicht nur Internist, sondern hat sich schon früh für leibseelische
Wechselwirkungen interessiert, er ist einer der Pioniere der internistischen Psychosomatik
in Schleswig-Holstein. Er hat die Zusatzbezeichnungen Psychotherapie und Psychoanalyse
erworben und war stets bemüht, sein Wissen - auch seine Zweifel - an Jüngere
weiterzugeben. Prägend war für ihn die Begegnung mit seinem Lehrer J. H. Schulz in
Berlin, einem Senior der deutschen Psychotherapie und Begründer des Autogenen Trainings.
Gerd Iversen ist ein homo politicus, er hat sein Arztsein stets sowohl in der
somatischen wie auch der psychischen und vor allem der sozialen Dimension begriffen und
ausgefüllt. Entsprechend intensiv war sein Engagement in Fachgesellschaften und als
Publizist. Er war seit 1953 Referent verschiedener medizinischer Zeitschriften, von 1965
bis 1988 Schriftleiter des Schleswig-Holsteinischen Ärzteblattes, Vorsitzender der
Volkshochschule Bad Segeberg, Leiter verschiedener Arbeitsgemeinschaften zur Aneignung des
Autogenen Trainings, im politischen Bereich Gründungsmitglied des Verbandes der
angestellten Ärzte des Landesverbandes Schleswig-Holstein, des Marburger Bundes, seit
1954 Mitglied der FDP und später dessen stellvertretender Landesvorsitzender.
Besondere Verdienste hat sich Dr. Gerd Iversen für die Einbeziehung psychosomatischer
Aspekte in die Medizin erworben. Als die Akademie für medizinische Fort- und
Weiterbildung 1977 ihre Tätigkeit begann, war es seiner Initiative zu verdanken, dass das
Seminar - später Institut - für Psychosomatik und Psychotherapie einen großen
Stellenwert im Rahmen der Tätigkeit der Akademie bekam. Zugleich war er Vorsitzender des
Ausschusses Psychiatrie, Psychotherapie, Psychohygiene der Bundesärztekammer.
Zusammen mit Dr. Koch, Prof. Völkel und Prof. Leuner gründete er 1971 die Norddeutsche
Arbeitsgemeinschaft für Psychotherapie und Psychosomatik, die jährlich die überregional
bekannten Lübecker Psychotherapietage ausrichtet. Er war bis vor zwei Jahren im Vorstand
der Arbeitsgemeinschaft und ist nach wie vor als Dozent tätig.
Gerd Iversen liebt Musik und Literatur, hier vor allem Christian Morgenstern und Wilhelm
Busch. Er hat als Arzt und Psychotherapeut viel bewegt in Schleswig-Holstein, ist nach wie
vor kritischer Beobachter - und gelegentlich auch Mitstreiter - in der Szene, war nicht
immer bequem - weil beharrlich - stets aber fair und Argumenten zugänglich. Patienten und
Ärzte in Schleswig-Holstein haben ihm viel zu verdanken und wir wünschen ihm, dass seine
Tatkraft und seine Gesundheit ihm noch lange erhalten bleiben.
(Dr. Eberhard Wilke) |

Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 04 / 2001
S. 65 / 66 |