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Personalia

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Dr. Heinz Gillner
(Foto: H. Beckmann)

Zum Tode von Dr. Heinz Gillner

Der Sportärztebund Schleswig-Holstein trauert um sein Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzenden Dr. Heinz Gillner, der im Januar 2001 im Alter von 87 Jahren verstorben ist.
Er gehörte nach dem Krieg zu den Sportärzten der ersten Stunde, die mit großem Engagement die Sportmedizin in unserem Lande wieder aufgebaut haben.
Im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt vom Januar 2001 erschien Dr. Gillners letzte Pub-likation über seine Tätigkeit als Bahnarzt beim 6-Tage-Rennen 1948 in Kiel. Durch die Zeilen erkennt man die großen Probleme, mit denen die Kollegen damals bei ihren Tätigkeiten konfrontiert wurden. Als am 6. September 1948 Dr. Kowalzig zur Gründungsveranstaltung des Sportärztebundes Schleswig-Holstein in den Hörsaal der neuen Universität zu Kiel einlud, erschienen die Kolleginnen Dressen und Firgau sowie die Kollegen Beckmann, Gillner, Hahnke, Heidsieck, Junghans, Kellner, Köck, Kowalzig, Lautenbach, Munkelt, Nebendahl, Oberhoff, Schrader, Schröder, Schulbach, Straßner, Windfuhr und Wunderlich. Aus dem Protokoll geht hervor, dass Herr Kowalzig zum Vorsitzenden, Herr Wunderlich zum Schriftführer und Dr. Gillner zum Kassierer gewählt wurden. Sein Kassenbericht aus dem Jahr 1948 bezeichnete die Kassenlage als katastrophal. Die Einnahmen reichten eben aus, um Telefongebühren zu bezahlen. Er bat damals alle Mitglieder, den Beitrag von 4 DM für 1948 und den von 12 DM für 1949 sofort zu bezahlen! Die Schwierigkeit, Verbände in einem von Militärregierungen bestimmten Land zu installieren, kann sich heute kaum ein Kollege vorstellen. So gründete Dr. Gillner zusammen mit den Kollegen in Hamburg und Bremen die „interzonale sportärztliche Gemeinschaft“. Erst 1950 wurde in Hannover der Deutsche Sportärztebund wieder gegründet. Heinz Gillner gehörte zu den Gründungsmitgliedern einer Fachgesellschaft, die heute über 12 000 Mitglieder hat. Er hat sich vor allem für die förderalistische Struktur dieser Fachgesellschaft eingesetzt.
Dr. Gillner war für den Deutschen Sportärztebund und den schleswig-holsteinischen Sportärztebund ein Mann der ersten Stunde, der mit viel Elan und Fachwissen die Sportmedizin nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Lehre vertrat. Bis zum Wintersemester 1974/75, als der Lehrstuhl Sportmedizin an der Universität Kiel eingerichtet wurde, hat Dr. Gillner über zwei Jahrzehnte Sportstudenten unterrichtet. Generationen von Sportlehrern verdanken ihm ein fundiertes Wissen im Fach Sportmedizin. Sein Engagement in der Lehre wirkte sich über die Lehrer bis zu den Schülern unseres Landes aus. Dr. Gillner war für zahlreiche Sportler im Kieler Raum immer Ansprechpartner in seiner Praxis. Höhepunkte seiner Laufbahn waren die Betreuung der Segelnationalmannschaft vor Acapulco bei den Olympischen Spielen in Mexico und seine Tätigkeit als verantwortlicher Arzt bei den Olympischen Spielen 1972 in Kiel. Dr. Gillner hat sich immer für die Sportmedizin in Schleswig-Holstein eingesetzt. Über den Präsidenten des Landessportverbandes, Karl Bommes, hat er die Einrichtung des Lehrstuhls Sportmedizin an der Universität Kiel gefordert. Die jüngere Generation ist ihm für sein Engagement zu Dank verpflichtet.
Viele Selbstverständlichkeiten aus dem Bereich der Sportmedizin, wie z. B. das Diplom des Deutschen Sportärztebundes oder die Zusatzbezeichnung Sportmedizin ist ohne sein Wirken an der Basis nicht vorstellbar. Bei der Betreuung der Sportler blieb er persönlich immer im Hintergrund.
Der Sportärztebund Schleswig-Holstein und der Deutsche Sportärztebund gedenken mit Dankbarkeit dem Wirken und Werk von Dr. Heinz Gillner.
(Prof. Dr. Heinz Rieckert)

SH Ärzteblatt 03/2001

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 03/2001

S. 74 / 75

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