|
| Dr. Dietrich Lauterbach |
Dr. Dietrich Lauterbach - 70 Jahre
Am 15. Januar 1931 wird Dietrich Lauterbach als Sohn eines Praktischen Arztes
geboren. Der ältere Bruder und er wachsen in einem typi-schen Arzthaushalt in Bad
Schwartau auf, gehen dort zur Schule, machen Abitur und wollen beide (Arztkindern fällt
nichts anderes ein) Arzt werden. Dieser einzige Berufswunsch, den ich gehabt
habe wird zielstrebig und folgerichtig durchgesetzt, und das obwohl
 |
der Vater 1944 im Krieg
fällt |
 |
die Praxis abgegeben
werden muss |
 |
es kein
berufsständisches Versorgungswerk gibt |
 |
die Währungsreform die
Ausbildungsrücklagen dezimiert und |
 |
Studienplätze knapp
sind. |
Mit 5 000 DM vom Großvater wird das Studium
durchgezogen. Das klappt nur mit Fleiß, Sparsamkeit und Optimismus. Eigenschaften, die
ihm eigen sind - wie auch die Lebenslust. Frühe Vaterschaftsfreuden - legitimiert am
Valentinstag 1952 - müssen und werden spielend bewältigt, Hand in Hand mit seiner Ingrid
(von allen Freunden geschätzt und verehrt).
1956 Staatsexamen und Promotion. Anstellung als Medizinalassistent in einer halben
BAT-Stelle - teilapprobiert. Keine selbstständige Tätigkeit als Arzt, aber Notdienste
müssen gehen - also: Augen zu und durch!
Nach der Vollapprobation 1959 endlich vollbezahlter Assistent am Städtischen Krankenhaus
in Kiel, Vertretungen in vielen Praxen und wie immer Notdienste. Am 1. April 1961 lässt
sich Dietrich Lauterbach als jüngster Kassenarzt Schleswig-Holsteins in Kiel-Gaarden
nieder. Wo bleiben deine Hobbys? In der Prägungszeit war kein Geld da und als Geld da
war, keine Zeit. Familie, Haus und Garten - ein bisschen Musik besonders Opern - und die
Datscha am Schönberger Strand. Mein Hobby ist mein Beruf. Den vertritt er
nach zwei Seiten:
Einmal: Beliebter Hausarzt in einem Arbeiterviertel mit übergroßer Praxis
mit täglichen Problemen der kassenärztlichen Versorgung durch das vollmundige
Überangebot zu RVO-Zeiten und der budgetierten Mangelverwaltung nach Seehofer - und
natürlich auch mit dem ärztlichen Erleben von medizinischen Grenzen in der Praxis und
besonders tragisch in der eigenen Familie.
Zum anderen: Kollegialer Einsatz für die Ärzteschaft: Obmann für den Berufsverband,
Abgeordneter des Kreises Kiel in der Kassenärztlichen Vereinigung, Vorstandsmitglied der
Kammer, 2. Vorsitzender im Kieler Ärzteverein, Vorsitz in zahlreichen Ausschüssen der
gemeinsamen Selbstverwaltung, Alterspräsident der KV-Abgeordnetenversammlung.
Brauchte man einen Titel für diesen Lebensweg, dann vielleicht: Vom jüngsten Kassenarzt
in Schleswig-Holstein zum Alterspräsidenten der KV. Der Weg ist noch nicht zu Ende, aber
eins ist sicher: Er wird zielstrebig und konsequent sein.
Dazu alles Gute! (Dr. Karl Bernhard Schröder) |

Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 03/2001
S. 72 |