Am Rande
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Jetzt schon zum dritten
Mal bat der Rektor der Medizinischen Universität Lübeck zu einem Neujahrsempfang.
Prominenz aus dem Lübecker öffentlichen Leben, aus Industrie und Wirtschaft trafen sich
zum Smalltalk bei Lachshäppchen, Krabbencocktail, Sekt und Fassbier. An der Spitze der
350 geladenen Gäste die Politprominenz: Von Schleswig-Holsteins Kultusstaatssekretär Dr.
jur. Ralf Stegner und Bürgermeister Bernd Saxe bis zu den Landtagsabgeordneten.
Schnell machte der Rektor Prof. Dr. Hans Arnold in seiner Begrüßungsrede klar, was den
Anwesenden unter den Nägeln brannte: Die geplante Zusammenlegung der
Universitätskliniken Kiel und Lübeck. Es würde zu klären sein, wie Kliniken und
Universitäten diese kritische Situation ohne Blessuren überwinden könnten.
Staatssekretär Dr. Ralf Stegner bekräftigte dagegen das Kieler Vorhaben, sicherte aber
zu, dass es zu keiner betrieblichen Kündigung kommen werde.
Bürgermeister Bernd Saxe wies den Kieler Paukenschlag zurück. Dies bedeute
das Ende des Unistandortes Lübeck: Angesichts leerer Kassen brauchen wir
Konzentration und keinen Zentralismus. (hps/MUL/LN) |
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Unter dieser Vorgabe
veranstaltete im Januar das Institut für Medizin- und Wissenschaftsgeschichte der MUL
eine interdisziplinäre Tagung. Zielsetzung dieser Tagung war, die Möglichkeiten und
Perspektiven der medizinischen Aufklärung mit den Mitteln des Fernsehens zu
thematisieren.
Ärzte haben mangelnde Seriosität bei Gesundheitsmagazinen im Fernsehen beklagt. Vor
allem die zunehmende Boulevardisierung der Sender führt dazu, dass die Berichterstattung
immer sensationeller aufgemacht erfolgt. Bei Wundermitteln hört man sofort
hin, so PD Dr. Giovanni Maio, Lübeck. Insbesondere schwer erkrankte Patienten
klammern sich an die erhoffte Wirkung neuer Therapien, ohne dass eine dieser eine
wissenschaftliche Grundlage hätte, so PD Dr. Dr. phil. Volker-Edward Kollenbaum von der
CAU. Kollenbaum weiter, Gesundheitsmagazine seien mit einer Durchschnittsquote von 10 %
beliebter als vergleichbare naturwissenschaftliche Sendungen. Nach Ergebnissen der
Medienforschung rangieren medizinische Erfolgsgeschichten noch vor Skandalen
und Streit. Es sei aber auch zu beobachten, dass gut informierte Patienten
dann auch erhöhte Erwartungen an die Medizin stellen, sagte Prof. Dr. Olaf Ortmann,
stellvertretender Direktor der Lübecker Uni-Frauenklinik. Dieser Trend werde durch neue
Internet-Informationsangebote weiter zunehmen.
Die mehr unterhaltenden TV-Serien im Bereich von Arztpraxen und Kliniken seien in der
Regel unter medizinischen Aspekten gut recherchiert, so Dr. Peter Schnoor von der Klinik
für Nephrologie der CAU. Im Mittelpunkt stehe hier aber vor allem das soziale Leben.
Dr. Christian Floto, Leiter der ZDF-Redaktion Gesundheit und Natur und ab
01.03.2001 Professor für Medieneinsatz in der Wissenschaft an der TU Braunschweig,
beklagte, dass gesundheitspolitische Fragen derzeit schwer vermittelbar seien. Beiträge
etwa über die Finanzierung des Gesundheitswesens seien wenig gefragt. (hps/MUL/LN) |
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Große Unruhe herrschte
im Lübecker Stadtteil Travemünde, der im Verständnis seiner Bürger ein
selbstständiges Gemeinwesen ist, als das Rüschmann-Gutachten die Empfehlung aussprach,
das Städtische Krankenhaus auf der Priwall-Halbinsel zu schließen.
Dies ist inzwischen von der Landesregierung revoziert worden und die Stadt geht sogar noch
einen Schritt weiter und plant jetzt den Bau eines neuen Krankenhauses mit Beteiligung der
Travemünder Ärzte auf dem Festland. SPD: Das ist ein Weg zur
Aufwertung des Kurortes. CDU: Da spielt die Zukunftsmusik.
Uneinig waren sich zunächst die beiden großen Parteien, ob beim Betrieb des neuen Hauses
private Partner hinzugezogen werden sollten. Inzwischen aber hat die Bürgerschaft
mehrheitlich beschlossen, dass das neue Haus in kommunaler Verwaltung bleiben soll.
(hps/LN) |
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 03/2001
S. 63 |