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Unsere Nachbarn

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Sana managt Rostocker Universitätsklinikum

Selten hat die Berufung eines neuen Verwaltungschefs in einem Krankenhaus für so viel Aufsehen gesorgt wie die von Dr. rer. pol. Wolfgang Kalkhof. Der neue Mann an der Verwaltungsspitze des Rostocker Universitätsklinikums wurde schon Wochen vor seinem Amtsantritt kritisch von der Öffentlichkeit gewürdigt. Grund: Kalkhof ist Manager der privaten Sana Kliniken-Gesellschaft mbH, die mit Rostock einen Geschäftsbesorgungsvertrag aushandelte. Entsprechend spannend versprach die Vorstellung des neuen Klinikum-Vorstandes zu werden. Doch auf der Pressekonferenz am 17. Januar gaben sich alle Beteiligten Mühe, die künftige Zusammenarbeit optimistisch zu beurteilen. Um mögliche Konflikt-Themen machten die Vorstandsmitglieder einen weiten Bogen.

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Dr. rer. pol. Wolfgang Kalkhof (Fotos: di)
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Ulrich Bosch

„Hervorragend aufgenommen“ fühle er sich an der Ostsee, beteuerte Kalkhof. Nach der kritischen Vorberichterstattung war das nicht selbstverständlich. Gerüchte um eine Privatisierung der Uni machten die Runde. In der Öffentlichkeit wurde schon vor seinem Amtsantritt über Entlassungen spekuliert. Der 48-jährige Diplom-Kaufmann Kalkhof gab sich alle Mühe, den Eindruck des eisernen Sanierers gar nicht erst aufkommen zu lassen. Entlassungen werde es nicht geben, denkbar seien allerdings Umbesetzungen. Schließlich müsse das Uniklinikum Schwerpunktbildung betreiben und seinen Personaleinsatz entsprechend ausrichten. Wo der gebürtige Oldenburger Kalkhof künftig mehr und wo weniger Personal benötigt, mochte er allerdings nicht verraten. Auch über andere organisatorische Maßnahmen schwieg sich der Sana-Manager noch aus. Nur so viel: Bestimmte Dienstleistungen will das Uniklinikum künftig von eigenen Tochter-GmbHs erbringen lassen, um Geld zu sparen. In der Klinikverwaltung gilt das nicht gerade als revolutionäre Idee - vergleichbare Modelle werden in anderen Krankenhäusern schon seit einiger Zeit mit Erfolg betrieben.
Um Privatisierungsgerüchte zu zerstreuen, war auch Sana-Geschäftsführer Ulrich Bosch zur Pressekonferenz in Rostock erschienen. „Das ist das Gegenteil einer Privatisierung“, behauptete Bosch. Und bekräftigte: „Alle Mitarbeiter bleiben Angestellte des Landes.“

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Prof. Dr. Reinhard Schmidt
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Prof. Dr. Rudolf Guthoff

Bei so viel Sana-Präsenz ging die Vorstellung des Rest-Vorstandes fast unter. Dem fünfköpfigen Vorstand gehören neben Kalkhof noch zwei weitere neue Mitglieder an: Dekan Prof. Dr. Rudolf Guthoff und der stellvertretende Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Peter Schuff-Werner. Schon der vergangenen Vorstandsriege gehörten der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Reinhard Schmidt und Pflegedirektorin Rosemarie Rahmig an. Der neue Vorstand formulierte das Ziel, den in Rostock entstandenen Entscheidungs- und Umsetzungsstau schnell zu beseitigen. Außerdem hofft das Gremium auf wirtschaftliche Solidität, eine Stärkung des medizinischen Angebotes und eine Lösung der mit dem Standort-Splitting verbundenen Probleme - noch ist die Uniklinik im Rostocker Stadtgebiet auf acht Standorte verteilt. Wert legte die Vorstandsriege auf die Feststellung, dass Entscheidungen nicht im Alleingang gefällt werden können. Auch der Sana-Manager habe nur eine von fünf Stimmen im Vorstand. Die Zusammenarbeit mit Sana soll dem Uniklinikum Synergieeffekte bescheren. Profitieren wird Rostock z. B. vom gemeinsamen Einkauf des Sana-Verbunds, dem bundesweit 53 Krankenhäuser angehören. Das Unternehmen, an dem 33 Unternehmen der privaten Krankenversicherungswirtschaft als Gesellschafter beteiligt sind, beschäftigt 18 000 Mitarbeiter und erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden DM. Dagegen nehmen sich die Zahlen des Rostocker Uniklinikums - immerhin einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region - fast bescheiden aus. 3 300 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 360 Millionen DM nennt die Hochschule. Das Klinikum verfügt über 1 229 Betten und betreut jährlich 42 000 Patienten stationär und 110 000 ambulant. Für Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit wird aber wohl auch in Zukunft die Zusammenarbeit der Uni mit Sana sorgen - immerhin ist dies ein Novum in der deutschen Hochschul-Landschaft. Augenarzt Guthoff macht sich jedenfalls keine Illusionen über nachlassendes Interesse der Öffentlichkeit: „Wir sind uns bewusst, dass wir auf dem Präsentierteller stehen.“ (di)

SH Ärzteblatt 03/2001

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 03/2001

S. 37 / 38

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