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Schleswig-Holstein Mediziner für Haftpflichtfälle eingestellt Das AOK-Institut Medizinschaden hat seine Arbeit aufgenommen. Ziel der Krankenkasse ist es, ihre Versicherten bei der Durchsetzung von Ansprüchen nach Behandlungsfehlern zu unterstützen. Institutsleiter PD Dr. Holger Thomsen hofft auf eine enge Zusammenarbeit mit den Ärzten. Rechtsmediziner Thomsen plant etwa ein Symposium mit den Qualitätssicherungsbeauftragten der Kassenärztlichen Vereinigung.
Er ist nicht unser Staatsanwalt, sagte
AOK-Boss Peter Buschmann bei der Vorstellung des Institutsleiters am 6. Februar in Kiel.
Im Gegenteil: Thomsen plane eine enge Kooperation mit den ärztlichen Körperschaften und
den betroffenen Medizinern. Thomsen selbst beschrieb seine Rolle denn auch mehr als Anwalt
der Patienten, statt als Ankläger der Ärzte. Wir wollen gemeinsam mit den
Medizinern zum Wohle der Patienten arbeiten und erhoffen uns dadurch eine weitere
Qualitätsverbesserung in der medizinischen Versorgung, erklärte Thomsen.
Der MDK habe gar nicht die erforderlichen
Kapazitäten, ständig vor Ort zu sein. Stellt das Institut einen Medizinschaden fest,
unterstützt die Kasse ihren Versicherten bei der Suche und Auswahl nach Gutachtern und
rät je nach Einschätzung zu einer außergerichtlichen Einigung oder zum Gang vor das
Gericht. Anwalts- oder Prozesskostenhilfe darf die AOK nicht übernehmen. Nach
Einschätzung von Thomsen muss es in vielen Fällen allerdings sowieso nicht so weit
kommen, dass sich die Beteiligten vor Gericht treffen. Nach seinen Erfahrungen liegen
häufig ganz einfach auch nur atmosphärische Störungen vor. In solchen
Fällen will Thomsen den Verein Patientenombudsmann/-frau Schleswig-Holstein einschalten.
Sollte es sich gar um unberechtigte Vorwürfe gegen die Mediziner handeln, will die AOK
auch die Behandler unterstützen. In jedem Fall aber könnten MDK, Schlichtungsstellen und
Gerichte entlastet werden. Die AOK-Versicherten erreichen das neue Institut über die
Geschäftsstellen ihrer Krankenkasse und über eine Service-Hotline (0180/3232326).
Geplant sind außerdem Internet-Chats und Patientenveranstaltungen in ganz
Schleswig-Holstein. Wie häufig Thomsen in diesem Jahr tätig werden wird, vermochte er
nicht einzuschätzen. Ein festes Jahresbudget ist Thomsen nicht vorgegeben. In den beiden
ersten Monaten seiner Tätigkeit kamen rund 70 Fälle auf seinen Schreibtisch. Sollte die
Zahl der Fälle Thomsens Kapazitäten sprengen, kann sich Buschmann auch eine Erweiterung
der Abteilung vorstellen. |
Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt 03/2001 S. 25 / 26 |
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