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Aus Schleswig-Holstein

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Patienten aus Norwegen
Dirk Schnack

So viel Aufmerksamkeit wie Monica Rennenvammen, Ivar Strand und Ottar Florholmen wird Patienten selten zuteil. Die drei Norweger waren im Januar die ersten Patienten, die die „Patientenbrücke“ zwischen ihrem Heimatland und Schleswig-Holstein nutzten und sich im Kieler Lubinus Clinicum operieren ließen. Schleswig-Holsteins Krankenhäuser hoffen nun, dass den ersten drei Patienten noch zahlreiche folgen werden.
Als die drei sich nach erfolgreich überstandener Operation den Fragen in einer Pressekonferenz stellten, waren ihnen die Strapazen der vergangenen Tage deutlich anzumerken. Fähre Oslo-Kiel, Ankunft unter Medienbeobachtung, Operation, Pressekonferenz - kein einfaches Pensum für Patienten. Trotzdem kam den drei Norwegern nur Lob über die Lippen. „Fast wie im Hotel“ kamen sie sich bei Lubinus vor. Wichtiger als das Statement am 18. Januar vor der deutschen Presse ist für die hiesigen Kliniken, was die drei Patienten anschließend in ihrem Heimatland berichteten. Immerhin geht es um die Erschließung eines großen Marktes. Die Warteliste für planbare Operationen ist lang in Norwegen. Die Regierung hat deshalb eine Milliarde Kronen - das sind rund 240 Millionen DM - für Operationen im Ausland bereitgestellt.

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Bernd Krämer

Geht es nach Bernd Krämer, könnten sich die Kliniken im Land davon einen ansehnlichen Anteil sichern. „Die Krankenhäuser Schleswig-Holsteins sind bereit, Norwegen beim Abbau von Warteschlangen zu helfen“, stellte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft (KGSH) klar. Die KGSH hat die Koordinierung der Kontakte mit den norwegischen Stellen übernommen. Von den 100 Kliniken im Land haben 25 ihr Angebot nach Norwegen übermittelt. Insgesamt könnten jährlich bis zu 8 500 norwegische Patienten in Schleswig-Holstein behandelt werden. Ein aggressives Marketing schloss Krämer aber genauso aus wie Gesundheitsministerin Heide Moser. Sie sicherte zu, dass es kein „Preisdumping“ von Seiten der Krankenhäuser aus Schleswig-Holstein geben werde.

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Die drei norwegischen Patienten nach der Pressekonferenz mit ihrem Operateur Dr. Stefan Ellwanger (Fotos: di)

Schleswig-Holstein ist nicht das einzige Bundesland, das Interesse an den skandinavischen Patienten zeigt. Kurz nach Moser und Krämer empfing Norwegens Gesundheitsminister Tore Toenne auch Sozialministerin Martina Bunge aus Mecklenburg-Vorpommern und den dortigen Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Wolfgang Gagzow. Bunge äußerte sich allerdings vergleichbar wie ihre Amtskollegin aus Kiel: Kein Preiswettbewerb um die Patienten. Zugleich schwebt Bunge vor, das Angebot der heimischen Kliniken im gesamten Ostseeraum bekannter zu machen. Insbesondere in Polen sieht die Ministerin potenzielle Patienten für die Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern. Angebote für die norwegischen Patienten sollen außer aus Norddeutschland auch aus Baden-Württemberg, aus Großbritannien und aus Schweden vorliegen.
Die schleswig-holsteinischen Kliniken dürfen sich nicht zuletzt wegen der gelungenen Operationen im Lubinus Clinicum gute Chancen ausrechnen. Die Klinik kündigte bereits an, die Zusammenarbeit mit den einweisenden Ärzten aus Norwegen noch zu verbessern. In schleswig-holsteinischen Krankenhäusern waren ausländi-sche Patienten bislang die Ausnahme. Nach Daten des Statistischen Landesamtes kamen 1999 ganze 754 der 501 629 stationär behandelten Patienten in Schleswig-Holsteins Krankenhäusern aus dem Ausland - das sind 0,15 %. Den größten Anteil stellten die Dänen mit 176 Patienten vor Polen, Schweden und Österreichern. Aus Norwegen kamen 1999 nur 24 Patienten.

Dirk Schnack, Dorfstr. 14 a, 24589 Schülp

SH Ärzteblatt 03/2001

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 03/2001

S. 12/ 13

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