Aus Bad Segeberg |
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Interdisziplinärer Fortbildungszyklus
Frühförderung Der Erfolg setzt sich fort: Auch die zweite Veranstaltung aus dem
interdisziplinären Fortbildungszyklus der Arbeitsgruppe Frühförderung bei der
Ärztekammer Schleswig-Holstein war mit ca. 220 Teilnehmerinnen/Teilnehmern hervorragend
besucht.
Dr. Helmut Hartmann, Kinder- und Jugendpsychiater
an der Landesklinik Brandenburg berichtete über seine Erfahrungen im therapeutischen
Umgang mit Kindern mit frühkindlichem Autismus. So schilderte er die
Aufmerksamkeits-Interaktionstherapie (AIT) als eine psychotherapeutische Methode, die
durch die Veränderung und Variation grundlegender Dimensionen von Interaktion die
therapeutische Kommunikation mit psychisch gestörten Kindern (aber auch Jugendlichen oder
Erwachsenen) ermöglicht. Dabei werden andere Sprachen wie z. B. die
Körpersprache oder auch die Reaktion auf Verhalten des Therapeuten genutzt. Ziele sind
die gemeinsame Sprache auch ohne Worte, das Finden eines gemeinsamen Themas sowie die
Veränderung dieses Themas auf ein Ziel hin.
Reagieren die Eltern dann mit der Rückkehr zur
symbiotischen Fürsorge oder aber versuchen sie, ihre Erziehungsversuche zu
intensivieren, geraten sie in die Gefahr, zunehmend zu resignieren, da die angestrebten
Ziele beim Kind nicht erreichbar sind. Hier, so Held, kann die videogestützte
Interaktionsbehandlung z. B. im Rahmen einer stationären Behandlung beiden Seiten
hilfreich sein: Eltern können ihr Verständnis für das Verhalten und Erleben des Kindes,
gerade auch in schwierigen Situationen, vertiefen, auch einmal die eigene Befindlichkeit
in der Interaktion reflektieren, mehr Sicherheit im Umgang mit dem Kind erwerben, v. a. im
Hinblick auf eine ausgewogene Balance von Gewähren und Konfrontieren. Das Kind selbst
kann in der Behandlung spüren, dass eigene Vorlieben gewährende Resonanz finden und dass
diese auch in kritischen Situationen eingesetzt werden dürfen, es kann Veränderungen
bewusst erfahren, als aushaltbar/angenehm entdecken und darüber hinaus das eigene
Handlungsrepertoire erweitern. Als Fernziel könnte die Eigenstrukturierung im Umgang mit
Irritation formuliert werden. Dr. Edda Oppermann, Ärztekammer Schleswig-Holstein, Bismarckallee 8 - 12, 23795 Bad Segeberg |
Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt 03/2001 S. 9 / 10 |
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