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Medizin und Wissenschaft

Am Rande
  • „Deutsche Ärzte sollen keine Lückenbüßer sein, sondern gleichgestellt mit dänischen Ärzten Zugang zur Weiterbildung haben.“ Dies sagte Jesper Poulsen, der dänische Amtskollege von Dr. Frank-Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Marburger Bundes und der Ärztekammer Hamburg. Die Medizinische Hochschule in Apenrade lud zu einem 3-monatigen Dänisch-Intensivkurs ein, um damit auch in ganz Deutschland aufmerksam zu machen auf den Ärztemangel in Dänemark und die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.
    Während in Dänemark landesweit 600 Arztstellen nicht besetzt werden können, gibt es südlich der Grenze arbeitssuchende Ärzte. (hps/Nordschleswiger)
  • Mit 1,035 Millionen DM fördert das Kieler Wirtschaftsministerium das Lübecker Vorhaben PROTIS. PROTIS steht für Promotion, Technologie und Innovationssysteme in der Medizintechnik. Ziel ist es, Innovationen und Cooperationen zu erzielen. Das Netzwerk besteht aus Hochschule (Forschung), Unternehmen (Herstellung) und Klinik (Anwendung), die in bestimmten Bereichen der Medizintechnik zusammenarbeiten. Gemeinsam werden Ideen entwickelt, praktisch umgesetzt, getestet und schließlich in Serie hergestellt. Beispiel ist eine neue Software für einen Operationssimulator. Mit Hilfe dieser Software ist es möglich, angehende Chirurgen in der minimal-invasiven Operationstechnik zu schulen. Ein weiteres Projekt ist eine neue Hüftgelenksprothese, die kurz vor der Marktreife steht, und ein künstliches Schließmuskelsystem, das mit Mikromotoren betrieben wird. (hps/Lübecker Nachrichten)
  • „Meine Kinder haben Läuse“, diese Feststellung, so meinen die Eltern, werde meistens mit Unsauberkeit in Verbindung gebracht. Nach den Erfahrungen des Gesundheitsamtes Eutin ist dies ein Vorurteil, denn Läuse machen sich mit Vorliebe auf sauberen Köpfen breit.
    Schwerpunktmäßig trete der Befall mit Kopfläusen im Frühjahr und im Herbst auf. Nach den Erfahrungen in Schulen und Kindergärten besonders häufig dann, wenn Kinder und Jugendliche vom Urlaub zurückkehren oder von Klassenreisen. Läuse hielten sich vor allem bei den von ihnen befallenen Menschen auf, könnten aber auch von Mensch zu Mensch übertragen werden durch Hygieneartikel, Mützen usw. Läuse sind hartnäckig. Erst richtige und zeitaufwendige Behandlungen machen ihnen den Garaus. (hps/OH-Anz.)
  • Laut „Lübecker Nachrichten“ plädiert die Gesundheitsministerin Andrea Fischer für einen Arzneiverkauf über seriöse Anbieter im Internet - sofern Rezeptpflicht und Verbraucherschutz gewährt werden. Die Apothekerverbände und der Pharmazie-Großhandel laufen Sturm dagegen, während die Verbraucherverbände die Idee unterstützen. (hps)
  • Seit über vier Jahren bieten 120 Ärzte im Raum Rendsburg als MQR in ihrer Anlaufpraxis Hilfe außerhalb der normalen Sprechzeiten an. Rund 1 000 Patienten kamen bisher pro Quartal in die Praxis. Jetzt haben die Ersatzkrankenkassen und die AOK ihre Anschubfinanzierung eingestellt und die MQR-Anlaufpraxis arbeitet nicht mehr kostendeckend. Die Leitstelle, die rund um die Uhr Ärzte telefonisch vermittelte, musste bereits aus Kostengründen eingestellt werden. Das Defizit der Anlaufpraxis beziffert sich auf 50 bis 100 000 DM. Dr. Helmut Scholz, Vorstandsvorsitzender der Hausärzte im MQR: „Wir haben noch Restmittel, die uns ermöglichen, die Praxis unter den bisherigen Bedingungen noch maximal ein Jahr zu betreiben.“ (hps/sh:z)
  • In der Sendung „Ihr Gesundheitstee“ am 5. Dezember klagte der Kieler Immunologe Prof. Müller-Ruchholtz über eine gewisse Impfmüdigkeit besonders der erwachsenen Bevölkerung in der Bundesrepublik. Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sei es, mehr als 90 % aller Bürger zu impfen.
    Dr. Brit Karhan, Ärztin beim Kreisgesundheits-amt Husum, teilte diese Meinung in einem Gespräch mit den „Husumer Nachrichten“. Erwachsene kämen oft nur dann zum Impfen, wenn Fernreisen anständen. Zwar reiche die Zahl der Impfungen aus, um große Epidemien zum vermeiden, das Risiko für den Einzelnen aber bleibe. Bei der von der WHO geforderten Durchimpfung der Bevölkerung „könnte es uns gelingen, Krankheiten wie Diphterie und Polio endlich auszurotten.“ (hps)

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 1/2001

S. 61

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